Poker 2012 – der Rückblick (2)

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Antonio Esfandiari und die größte Gewinnprämie aller Zeiten.

Weiter geht es mit unserem Rückblick auf das Jahr 2012. Im zweiten Quartal ragte natürlich die wichtigste Turnierserie eines jeden Jahres heraus, die WSOP, bei der ein Deutscher sich seinen Traum verwirklichte. Außerdem gastierte die EPT auch 2012 in der deutschen Hauptstadt Berlin, wo die deutschen Spieler zwar für Furore sorgten, letztlich aber keinen Heimsieg schafften. Dies und einiges mehr hier.

EPT Berlin und Grand Final Monte Carlo

Zwei Stationen der EPT standen noch aus, nachdem sie in der neunten Saison zuvor bereits in 11 Orten gastiert hatte.

Aus deutscher Sicht besonders wichtig ist natürlich jedes Jahr die Heim-EPT, die erneut in Berlin gastierte.

Einen Heimsieg schafften die deutschen Spieler zwar nicht, doch mit Mario Puccini, André Morath und Bahadir Kilickeser landeten gleich drei Akteure aus dem Gastgeberland am Final Table.

Bester aus dem Trio war am Ende André Morath, der für Platz 3 mit 290.000 Euro Preisgeld honoriert wurde, die beiden anderen landeten auf den Plätzen 4 und 5.

Ein denkwürdiges Finale lieferten sich Andrew Chen und Davidi Kitai, das nach vorherigem Deal letztlich an den Belgier ging. Kitai trug sich damit als Triple-Crown-Gewinner in die Pokerannalen ein.

davidi kitai
Davidi Kitai.
 

Endstand EPT Berlin:

1.

Davidi Kitai

€712.000

2.

Andrew Chen

€613.000

3.

André Morath

€290.000

4.

Mario Puccini

€220.000

5.

Bahadir Kilickeser

€172.000

6.

César García

€133.000

7.

Marc Wright

€97.000

8.

Pratyush Buddiga

€72.000

9.

Jordi Riba Corrons

€51.000

 

Beim EPT Grand Final in Monte Carlo ging im Main Event zwar gar nichts für die deutschen Spieler, doch dafür schlugen sie bei den Highroller-Turnieren umso mehr zu.

Das „normale“ Highroller-Turnier wurde eine Beute von Igor Kurganov, der sein Startgeld von 25.000 Euro durch einen Sieg im Heads-Up gegen Pokerlegende Daniel Negreanu in ein Preisgeld von  1,08 Millionen Euro umwandelte.

Dass die deutschen Spieler echte Highroller-Spezialisten sind, zeigte auch Tobias Reinkemeier, der sich in der 100.000 Euro teuren Super-Highroller-Variante nur dem Amerikaner Justin Bonomo beugen musste.

1,64 Millionen kassierte der Sieger, doch mit einem Preisgeld von 1,064 Millionen Euro machte auch der in London lebende Deutsche ordentlich Plus.

Außerdem wurde natürlich das Main Event ausgetragen, bei dem die Deutschen wie erwähnt enttäuschten, während Mohsin Charania sich im Finale gegen die Französin Lucille Cailly durchsetzte und 1,35 Millionen Euro einstrich.

 

WSOP – Das teuerste Turnier aller Zeiten und ein deutscher Weltmeister

Unbestrittener Höhepunkt eines Pokerjahrs ist natürlich die World Series of Poker, die am 27. Mai traditionell mit dem Turnier der Angestellten eröffnet wurde.

Neben dem normalen Spektakel mit insgesamt 61 Turnieren gab es dieses Mal eine Neuerung historischen Ausmaßes.

Mit dem von Guy Laliberté angeregten Big One for One Drop ging das teuerste Pokerturnier aller Zeiten über die Bühne.

Dieses Turnier mit einem Startgeld von 1 Million Dollar, von der 111.000 Dollar der weltweiten Trinkwasserversorgung zugutekamen, war auf 48 Spieler begrenzt, und genau so viele Akteure ließen es sich nicht nehmen, dabei mitzumachen.

Für Deutschland gingen Phillip Gruissem und Tobias Reinkemeier an den Start, die beiden Highroller-Spezialisten mussten aber noch vor dem Preisgeld die Segel streichen.

Deutlich besser erging es Sam Trickett und Antonio Esfandiari, die ins Heads-Up um den Turniersieg einzogen. Dort konnte sich schließlich Esfandiari durchsetzen und die atemberaubende Gewinnsumme von über 18 Millionen Dollar kassieren.

Organisator Laliberté landete auf einem achtbaren fünften Platz, direkt hinter Phil Hellmuth, der im Verlauf des Jahres 2012 ebenfalls noch Geschichte schreiben sollte.

phil hellmuth big one2
Phil Hellmuth.
 

1.

Antonio Esfandiari

$18,346,673

2.

Sam Trickett

$10,112,001

3.

David Einhorn

$4,352,000

4.

Phil Hellmuth

$2,645,333

5.

Guy Laliberté

$1,834,666

6.

Brian Rast

$1,621,333

7.

Bobby Baldwin

$1,408,000

8.

Richard Yong

$1,237,333

 

Aus deutscher Sicht lief bei der WSOP 2012 zunächst nicht viel zusammen, doch bei Event 39 brach Jan Peter Jachtmann den Bann. Der Hamburger Jung setzte sich ausgerechnet in seiner Lieblingsvariante Pot-Limit Omaha gegen die gesamte Weltelite durch und sicherte sich den Weltmeistertitel sowie ein Preisgeld von 661.000 Dollar.

Im Finale schlug Jachtmann den Amerikaner Andrew Brown und trug sich damit in die Geschichtsbücher des Pokersports ein. Später sollte es noch ein zweites Bracelet für Deutschland geben, doch das wurde erst gegen Ende der WSOP und damit im dritten Quartal errungen.

Was sonst noch geschah

Bereits kurz vor der WSOP hatte ein anderer Deutscher ebenfalls ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Bei der renommierten WPT World Championship im Bellagio ließ Marvin Rettenmaier alle Gegner hinter sich und etablierte sich damit endgültig in der Weltelite.

Im Heads-Up bezwang Rettenmaier den Franzosen Philippe Ktorza und durfte anschließend den Siegerscheck über fast 1,2 Millionen Dollar in Empfang nehmen.

Weniger erfreulich war dagegen die Meldung, die die Pokerwelt Ende April erreichte. Nach langer Krankheit verstarb die Pokerlegende Amarillo Slim Preston, sein Tod löste weltweit Bestürzung aus.

Amarillo Slim Preston
Amarillo "Slim" Preston.
 

Preston zählte wie Doyle Brunson zu den großen Pionieren des Poker und konnte im Laufe seiner Karriere vier Bracelets gewinnen.

Noch im Jahr 2000 unterlag Preston bei der WSOP in einem historischen Heads-Up dem damals aufstrebenden Phil Ivey, was die amerikanische Presse damals als Wachablösung feierte.

Trotz seiner Aufnahme in die Poker Hall of Fame blieb Preston zeitlebens nicht unumstritten. Vorwürfe des Kindesmissbrauchs sowie angeblich antisemitische Äußerungen schädigten seinen Ruf, seine Fähigkeiten als Pokerspieler standen aber nie im Zweifel.

Auch ein Jahr nach dem Black Friday beherrschte zudem das Thema Full Tilt immer wieder die Schlagzeilen.

Hofften viele Spieler auf der ganzen Welt zu Beginn des Jahres noch auf eine Übernahme durch die französische Groupe Bernard Tapie, zerschlug sich diese Möglichkeit Anfang April.

Zunächst suchten die Franzosen noch Mitarbeiter und beantragten bei der AGCC eine neue Lizenz, doch dann scheitern die Verhandlungen zwischen Tapie und dem DOJ quasi in letzter Minute.

Mit den Übernahmebedingungen zeigte sich die amerikanische Justiz nicht einverstanden und ließ das Geschäft platzen.

Als letzter Strohhalm blieb den geschädigten Spielern damit nur noch die Übernahme durch PokerStars, die wenig später als neues Gerücht auftauchte und sich letztlich als tatsächliche Rettung des gefallenen Giganten erwies.

Christian Henkel wirft im nächsten Teil einen Blick auf den Pokerherbst.

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