Der Poker-Prinz – Verpflichtet Adel wirklich?

olav prinz von sachsen

Was macht ein Prinz bei der WSOP? Ganz einfach, er versucht das Main Event zu gewinnen. Prinz Olav von Sachsen und Coburg ist zwar nur einer von 6598 Spielern, die das berühmteste Pokerturnier 2012 in Angriff nahmen, doch sticht allein sein Name aus der schier unüberschaubaren Masse von Teilnehmern heraus.

In der zweiten Pause von Tag 2A/B treffen wir ihn zum Interview, und es wird schnell deutlich, dass es bei ihm nicht nur keinen Adelsdünkel gibt, sondern sich ein angenehmes Gespräch entwickeln wird. Natürlich sollen wir ihn duzen und nicht „Eure Hoheit“ nennen, schließlich sei dies unter Pokerspielern üblich, sagt Prinz Olav von Sachsen und Coburg.

Der einzige Prinz im Feld des Main Events kommt eigentlich aus Hamburg, zog aber im Jahr 2005 nach Palm Beach, um im Immobiliengeschäft gutes Geld zu verdienen. Leider hatte er sich damit den völlig falschen Zeitpunkt ausgesucht, denn durch die amerikanische Immobilienkrise ging der Schuss komplett nach hinten los.

Prinz Olav gab das Immobiliengeschäft auf und zog weiter nach Las Vegas, um dort neben seinen neuen Geschäften als Kunst- und Modehändler mit Poker als Nebenerwerb seine Finanzen aufzumöbeln. Vor seiner Übersiedlung in die USA hatte er zwar keine einzige Poker-Hand gespielt, doch war es ihm recht schnell gelungen, in der neuen Disziplin Fuß zu fassen.

Im Jahr 2008 räumte er gleich bei zwei Turnieren einen sechsstelligen Betrag ab und legte so den Grundstein für die 450.000 Dollar, die er in seiner noch recht kurzen Pokerlaufbahn als Turnierspieler eingeheimst hat. Trotz seiner Erfolge im Turnierbereich bevorzuge er aber das Cash Game, meint Olav, der sich in den berühmten Cash-Game-Partien im Bellagio und Wynn etabliert hat.

Ein waschechter Prinz ist Olav allerdings nicht. Nach der Heirat mit Prinzessin Malwina von Sachsen-Coburg nahm er deren Namen an und gelangte, wie er meint, damit eher zufällig zum Adelstitel. Daher lege er auch keinen sonderlichen Wert auf diesen, so der Prinz weiter, der nun schon fünf Jahre in Las Vegas wohnt und sich längst von der Prinzessin getrennt hat.

Sein Hemd, auf dem ein großes Wappen und die Signatur des Prinz Olav von Sachsen prangen, spricht allerdings nicht unbedingt für diese Bescheidenheit, und auch der Preis von je knapp 2000 Dollar für das in verschiedenen Farben erhältliche Modestück ist nicht gerade kleinbürgerlich.

Nicht einmal sechs Hemden seiner Kollektion könnte er sich von seinem bisher einzigen Cash bei der WSOP 2012 kaufen. Als 31. von Event 23 kassierte Prinz Olaf rund 11.400 Dollar und ärgerte sich vor allem über den entgangenen Preisgeldsprung, der mit Platz 30 verbunden gewesen wäre.

Übrigens sind auch Prinzen nicht vor Bad Beats gefeit. Gleich in der ersten Hand des zweiten Turniertags des Main Event callte Prinz Olav mit Achten das All-In eines Spielers mit Sechsen und musste mit ansehen, wie er auf dem River noch überholt wurde. Danach habe er erst einmal an die frische Luft gemusst, um sich abzureagieren, meint er, doch mittlerweile habe sich sein Stack und damit auch seine Laune wieder erholt.

Am Ende reichte es aber doch nicht für Tag 3 des Main Event. Auf seinen ersten Pokertitel muss der Prinz also weiter warten.

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