Poker - Nichts für Dummies Teil 7: Hören Sie auf zu bluffen!

Vitaly Lunkin

Heute sprechen wir über einen der größten Fehler, den Anfänger immer wieder machen: schlechte Bluffs im falschen Moment.

Lassen Sie uns zunächst eine Sache klarstellen und einen verbreiteten Irrtum aufklären:

Ehrlich gesagt wird im Poker viel seltener geblufft als man allgemein glaubt, zumindest was reine Bluffs betrifft. Dank typischer, dramaturgisch effektiver Szenen aus der Filmfabrik in Hollywood halten viele Leute Poker für ein Spiel, in dem bei jeder Gelegenheit geblufft wird bis zum geht-nicht-mehr.

In Wirklichkeit ist das ebenso unwahrscheinlich wie eine Hand, in der ein Straight Flush gegen einen Royal Flush verliert.

In einem Spiel, das so komplex ist wie Texas Hold'em, kommt der Bluff als Spielzug erwartungsgemäß in verschiedenen Formen und Varianten vor:

·         Schnelle Bluffs („Quick Bluffs")

·         Semi-Bluffs

·         Reine Bluffs („Stone-cold Bluffs")

Quick Bluffs

Die große Mehrheit der Bluffs sind schnelle Bluffs.

Sie sind ein Element der beliebten Small-Ball-Strategie. Es handelt sich um kleine Bets mit dem Ziel, bei hoher Erfolgswahrscheinlichkeit kleine bis mittlere Pots zu gewinnen.

Das Risiko solcher Bluffs ist minimal, die Belohnung aber durchaus ansehnlich.

Beispiel: Drei Spieler checken zu Ihnen auf dem Button bei einem Flop K K 7.

Niemand hat vor dem Flop erhöht, und niemand scheint an dem Pot interessiert. Eigentlich git es dafrü nur zwei mögliche Erklärungen:

1.       Jemand hat einen König und spielt ihn slow.

2.       Niemand hat einen König, und alle sind zu einem Fold bereit.

Chris Moneymaker
Moneymaker gewann einen Riesenbluff auf dem Weg zu seinem Sieg über Samy Farha.

Dieses Szenario ist sehr simpel. Wenn niemand einen König hat, werden wahrscheinlich alle folden.

Außerdem ist der Pot hier so klein, dass sich ein Hero Call nicht lohnt. Es handelt sich um einen Einsatz in Position, der die Hand auf dem Flop beenden soll, unabhängig davon, was Sie auf der Hand halten.

Semi-Bluffs

Angenommen, Sie erhöhen vor dem Flop mit A K und bekommen zwei Calls.

Der Flop fällt J 9 5, damit haben Sie einen Flush Draw und zwei Overcards, aber keine Hand. Der Spieler in erster Position checkt, der zweite setzt drei Viertel des Pots.

In dieser Situation wäre ein Raise Ihrerseits ein Semi-Bluff, da sie genau genommen praktisch nichts haben und sogar gegen jedes paar hinten liegen.

Mit dem Flush Draw und zwei Overcards haben Sie aber viele Möglichkeiten, bis zum Showdown die beste Hand zu halten.

Ihre Hand besitzt einen gewissen Wert, deshalb ist dies nur ein Semi-Bluffs. Im besten Fall geben Ihre Gegner aus und Sie gewinnen den Pot. Bekommen Sie jedoch einen Call, haben Sie noch die Chance auf die Nuts.

Semi-Bluffs sind ein wichtiger Bestandteil von Poker, aber seien Sie gewarnt: Wenn Sie jedes Mal semi-bluffen, sobald Sie einen starken Draw haben, sind Sie bald so leicht auszurechnen wie die Engländer beim Elfmeterschießen.

Reine (stone-cold) Bluffs

Brad Booths Bluff gegen Phil Ivey in der dritten Staffel von High Stakes Poker ist wahrscheinlich der größte Bluff, der je im Fernsehen zu sehen war:

Brad war hier drawing dead, abgesehen von einer 5 oder Runner-Runner Two Pair. Seine Hand hatte keinerlei Value, deshalb ist das hier das perfekte Beispiel für einen reinen Bluff.

Brad hat im Grunde nur eine Möglichkeit, den Pot zu gewinnen. Er muss Ivey zum Fold zwingen.

Das ist ein Bluff, wie man ihn sonst nur im Film sieht, und es scheint die Art Bluff zu sein, die nach Ansicht der Zuschauer Poker wirklich ausmacht. In Wirklichkeit ist ein solcher Bluff fast immer eine sehr schlechte Idee.

Um solche Bluffs profitabel zu spielen, müssen Sie genau wissen, was in der Hand passiert, und Sie müssen ziemlich genau wissen, was Ihr Gegner denkt und vorhat. Ein solches Spiel ist den besten Spielern der Welt vorbehalten.

Tom Dwan and Phil Ivey
Manche Spieler sind „unbluffbar".

Natürlich sind solche Bluffs toll, wenn sie funktionieren, aber wenn Sie nicht wirklich ein großartiger Spieler sind, können Sie auch gleich würfeln oder eine Münze werfen. Alles, was Sie in einer solchen Situation tun können, ist hoffen, nicht gecallt zu werden.

Dan Harrington hat solche Bluffs als „dunkle Tunnel" beschrieben. Man sieht nur das Licht am Ende des Tunnels, aber man keine Ahnung, was um einen herum vorgeht.

Wenn Sie kein Poker-Dummie sein wollen, lassen Sie die Finger von reinen Bluffs, und setzen Sie auch schnelle und Semi-Bluffs nur begrenzt ein.

Als Anfänger, der halbwegs profitabel spielen will, sollten Sie solides ABC-Poker spielen. Mit guten Händen setzen Sie, bei schlechten lautet der Expertenrat: Fold.

Im nächsten Teil: Poker - Nichts für Dummies: Halten Sie den Mund!

Mehr aus der Serie "Poker - Nichts für Dummies":

  1. Poker - Nichts für Dummies Teil 1: Spielen Sie weniger Hände!
  2. Poker - Nichts für Dummies Teil 2: Spielen Sie in Position!
  3. Poker - Nichts für Dummies Teil 3: Zählen Sie Ihre Outs!
  4. Poker - Nichts für Dummies Teil 4: Berechnen Sie Ihre Odds!
  5. Poker - Nichts für Dummies Teil 5: Passen Sie auf!
  6. Poker - Nichts für Dummies Teil 6: Sie brauchen eine Bankroll!
  7. Poker - Nichts für Dummies Teil 7: Hören Sie auf zu bluffen!
  8. Poker - Nichts für Dummies Teil 8: Halten Sie den Mund!
  9. Poker - Nichts für Dummies Teil 9: Schreiben Sie's auf!
  10. Poker - Nichts für Dummies Teil 10: Diskutieren Sie!
  11. Poker - Nichts für Dummies Teil 11: ABC-Poker,
  12. Poker - Nichts für Dummies Teil12: Position
  13. Poker - Nichts für Dummies Teil 13: (Beispiele) Ablenkung
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