Poker - Nichts für Dummies Teil 14 (Beispiele): Outs zählen

Young's Quads
Nur wer die Nuts floppt, braucht keine Outs zu zählen

Wenn Sie die Serie Poker - Nichts für Dummies verfolgt haben, sind Ihnen die Grundzüge des Spiels inzwischen bekannt. Nun gilt es, die Sinne etwas zu schärfen, exakt zu spielen und Situationen genau analysieren zu lernen.

Falls Sie den ursprünglichen Artikel noch nicht gelesen haben, können Sie das jetzt noch nachholen.

Bevor Sie Ihre Outs zählen, müssen Sie Ihren Gegner zunächst auf (hoffentlich die richtige) eine Hand setzen.

Die Hand Ihres Gegners hat entscheidenden Einfluss darauf, welche Outs Sie haben oder eben auch nicht.

Beispiel 1

Ihre Hand:

Board:

Wie viele Outs haben Sie? Je nachdem, auf welche Hand Sie Ihren Gegner setzen, können Sie bis zu zehn Outs haben, möglicherweise aber auch nur vier.

Die vier Zehnen bringen Ihnen die Nuts (ich nenne dies auch gerne einen Nutshot). Wenn Sie also nicht gerade in ein Full House oder einen Backdoor Flush laufen, haben Sie vier felsenfeste Outs.

Setzen Sie Ihren Gegner auf ein Paar, also etwa eine Hand wie A 9, haben Sie zehn Outs (den Nutshot sowie jede Dame und jeder Bube).

Leider ist es fast unmöglich, den Kicker Ihres Gegners abzuschätzen. Er könnte z. B. auch J 9 halten, was die Zahl Ihrer Outs auf sieben reduziert.

Sie müssen alle Möglichkeiten in Betracht ziehen und Ihre Hand entsprechend spielen. Im Zweifel gehen Sie besser von der niedrigsten Zahl Outs aus und nicht von der höchsten. Es ist grundsätzlich billiger, die bessere Hand zu folden, als mit der schlechteren zu callen.

Beispiel 2

Ihre Hand:

Board:

In dieser Hand ist zwischen 15 Outs und drawing dead alles möglich. Alles hängt von der Hand Ihres Gegners ab. Hält der Gegner ein Full House oder Quads, sind Sie drawing dead bzw. so gut wie drawing dead, es sei denn, Sie erwischen noch zwei Buben bzw. Damen für ein höheres Full House.

Hat Ihr Gegner einen höheren Flush Draw, ziehen Sie auf 6 Outs und müssen dabei noch allen Herzkarten sowie sechs höheren Karten ausweichen, die Ihrem Gegner höhere Paare bescheren könnten.

Hat Ihr Gegner dagegen nur ein Paar getroffen, stehen Ihnen 15 Outs zur Verfügung (unter der Bedingung, dass Buben oder Damen dem Gegner kein zweites Paar bescheren).

Um Ihre Outs hier richtig einschätzen zu können, müssen Sie Ihren Gegner gut lesen können. Allen Anfängern sei gesagt: Halten Sie sich zunächst an diese beiden goldenen Regeln:

1.       Spielen Sie nur Draws zu den Nuts.

2.       Ziehen Sie nicht zu Straights oder Flushs, wenn das Board sich pairt.

Es gibt Situationen, in denen Sie diese Regeln außer Acht lassen können, aber als Anfänger sollten Sie sich praktisch immer daran halten. Auf lange Sicht wird es Sie eine Mange Geld kosten, auf einem gepairten Board zum Flush zu ziehen, und Sie werden schmerzlich erfahren, wie es ist, einen kleinen Pot zu gewinnen oder einen großen zu verlieren, wenn Sie nicht zum Flush Ass hoch ziehen.

Im Allgemeinen sind dies genau die Situationen, die Sie vermeiden möchten. Wenn Sie mit einem niedrigen Flush den River billig erreichen, ist das immer noch eine gute Hand, aber sie ist nicht gut genug, um den ganzen Stack zu riskieren.

Beispiel 3

Ihre Hand:

Board:

In dieser Hand haben Sie einen Gut Shot Straight Draw und einen Flush Draw. Aber wie viele Outs haben Sie wirklich? Sehen wir uns den Gutshot genauer an. Selbst wenn die Boardkarten bunt wären (also nicht alle in Pik), ziehen Sie nur mit einer Karte zum unteren Ende der Straight.

Fällt eine Neun, haben Sie z. B. 8 9 T J Q. Damit hat jeder Spieler mit einem König die bessere Straight 9-K.

Fällt noch ein Pik, haben sie einen Flush Dame-Bube-Zehn-Acht, die drittbeste bzw. viertbeste Hand.

Das Beste, was passieren könnte, wäre die 9 auf dem River für einen Straight Flush, und selbst dann gewinnt der Pik König noch. Ihre Outs liegen im Grunde um Null, diese Hand ist nichts wert.

Wenn Sie Ihre Outs zählen, schauen Sie nicht nur auf die, die Ihre Hand verbessern. Wenn ein Out Ihre Hand verbessert, aber Ihrem Gegner eine bessere Hand verschafft, dann ist dieses Out sozusagen ein Anti-Out.

Die Serie "Poker - Nichts für Dummies":

  1. Poker - Nichts für Dummies Teil 1: Spielen Sie weniger Hände!
  2. Poker - Nichts für Dummies Teil 2: Spielen Sie in Position!
  3. Poker - Nichts für Dummies Teil 3: Zählen Sie Ihre Outs!
  4. Poker - Nichts für Dummies Teil 4: Berechnen Sie Ihre Odds!
  5. Poker - Nichts für Dummies Teil 5: Passen Sie auf!
  6. Poker - Nichts für Dummies Teil 6: Sie brauchen eine Bankroll!
  7. Poker - Nichts für Dummies Teil 7: Hören Sie auf zu bluffen!
  8. Poker - Nichts für Dummies Teil 8: Halten Sie den Mund!
  9. Poker - Nichts für Dummies Teil 9: Schreiben Sie's auf!
  10. Poker - Nichts für Dummies Teil 10: Diskutieren Sie!
  11. Poker - Nichts für Dummies Teil 11: (Beispiele) ABC-Poker
  12. Poker - Nichts für Dummies Teil 12: (Beispiele) Position
  13. Poker - Nichts für Dummies Teil 13: (Beispiele) Ablenkung
  14. Poker - Nichts für Dummies Teil 14: (Beispiele) Outs zählen

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Haremhab 2015-10-27 06:17:15

Den Hinweis, nicht zum Flush ziehen wenn das Board sich pairt hätte ich vor ner Woche lesen sollen. Da hatte ich zweimal Flush und bin gegen Full House All-in gegangen. Verlustreich ist eines der freundlicheren Worte, die mir da einfallen.