Poker - Nichts für Dummies Teil 11 (Epilog): ABC Poker

Cunningham makes a raise
Gute Hände setzt man, schlechte foldet man. Ganz einfach.

Zu den größten Problemen von Low- und Middle-Stakes-Spielern gehört die Tendenz, sich Profite durch allzu kreatives Spiel entgehen zu lassen.

Wenn Sie nicht gerade an einem Tisch sitzen, dessen Spieler jede Hand, die Sie gespielt haben, genau beobachtet, sich gemerkt und analysiert haben, wird Sie zuviel Kreativität höchstwahrscheinlich nur Geld kosten.

In der Folge Poker - Nichts für Dummies Teil 7: Hören Sie auf zu bluffen! Unserer Strategieserie für Anfänger sind wir darauf näher eingegangen. Heute besprechen wir ein paar konkrete Situationen, damit Sie das Konzept in die Praxis umsetzen können.

Beispiel 1:

In diesem Szenario an einem $1/$2 Live-Tisch wird kreatives Spiel teuer bestraft.

Unser Hero sitzt seit mehreren Stunden am Tisch und spielt wild durcheinander. Er hat viel erhöht und mehrfach marginale Hände gezeigt. Sein Image ist loose-aggressive, ein Typ, der oft blufft.

Der Stack unseres Hero beträgt etwa $500.

Auf der anderen Seite des Tisches sitzt eine eher vorsichtig spielende Dame, die die Bets unseres Heros gerne bezahlt und grundsätzlich davon auszugehen scheint, dass er immer blufft. Sie hat drei der letzten vier Hände erhöht und alle Spieler pre-Flop oder spätestens auf dem Flop zum Folden gebracht.

Jetzt erhöht die Dame aus früher position auf $15. Der Spieler zu ihrer Linken bezahlt, ebenso der Spieler rechts von unserem Hero.

Die Dame sagt: „Mir glaubt niemand etwas.", und unser Held sieht sich seine Karten an: A A, und bezahlt. Der Spieler links von ihm callt ebenfalls, sowie ein älterer und etwas abwesend wirkender Spieler.

Der Flop fällt 4 6 3. Die erstgenannte Dame setzt $35, und der Spieler rechts von unserem Hero bleibt dabei. Auch der Hero callt, wie auch der alte Mann.

Auf dem Turn kommt die 9.

Die Dame checkt, ebenso wie der Spieler rechts von unserem Held. Hero stzt $130. Der alte Mann überlegt einen Moment, grummelt unverständliches Zeug vor sich hin und bezahlt seine letzten $76.

Die Anspoielerin insta-callt, der letzte verbliebene Spieler foldet.

Auf dem River fällt die 5.

Check der Dame, Check des Heros. Der alte Mann sagt: „Her damit", und zeigt 7 3 für eine Straight.

Sandra Naujoks
Um Sandra Naujoks geht es heute leider nicht.

Analyse:

Wie man sieht, ist hier alles schiefgegangen, was nur schiefgehen konnte. Die Dame zeigt K K und der Spieler rechts des Heros hielt Q Q.

Unser Hero hat in dieser Hand etwa $100 verloren, weil er sich geweigerthat, ABC-Poker zu spielen - und zwar vor als auch nach dem Flop. Hätte Hero pre-Flop eine Three-Bet angesetzt, wäre die Dame mit den Königen zu einer 4-Bet verleitet worden. Immerhin ging sie davon aus, dass unser Hero immer blufft, und Köige vor dem Flop zu folden, käme ihr ohnehin nicht in den Sinn.

Die Damen wären möglicherweise gefoldet worden. Wäre Hero dann all-in gegangen, hätte er den Call bekommen. Statt $100 zu verlieren, hätte Hero wohl einen $1000 pot einfahren können.

Beispiel 2:

$0,5/$1 Online Full Ring Game. Sie haben etwa $120 und spielen ganz klares TAG-Poker. Sie sitzen am Button und erhalten 8 8.

Ein Spieler mit einem Stack von $245 erhöht aus mittlerer Position auf $4. Sie bazehlen und sehen sich heads-up den Flop an.

Der Flop fällt 6 8 9. Sie haben Middle Set gefloppt und sind sicher, vorne zu liegen. Ihr Gegner gehört nicht zu den Spielern, die hier mit etwas erhöht haben könnten, dass ein Set trifft.

Der Gegner setzt $7, Sie callen.

Auf dem Turn kommt die Q.

Der Gegner setzt $18, und wieder bezahlen Sie nur.

Der River ist die T.

Ihr Gegner checkt , und sie checken dahinter ebenfalls. Ihr Gegner zeigt 8 9 für Two Paiur, udn Sie gewinnen $58 mit Ihrem Set.

Analyse:

Sie haben den Pot gewonnen, aber $182 liegen lassen, weil Sie versucht haben, eine besonders schlaue Falle zu stellen. Außerdem sind Sie das Risiko eingegangen, von einem Flush oder einer Straight überholt zu werden.

Ihr Gegner hat eigentlich ein Monster gefloppt. Wahrscheinlich hat er dieselben Überlegungen angestellt wie Sie: Er fand es höchst unwahrscheinlich, dass Sie eine Straight gefloppt haben. Er setzt Sie auf ein Overpair oder einen Flush Draw. In beiden Fällen wird er die Top Two nicht so einfach aufgeben.

Indem Sie den Pot auf dem Flop aufbauen (wie es das Lehrbuch vorschreibt), vermindern Sie die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Gegner seinen Draw weiterspielt (falls er den Flush Draw tatsächlich hat).

Da Sie Ihre Hand slow gespielt haben, hieltne Sie den Pot klein, und das in einem Szenario, in dem Sie jede Menge Equity hatten. Und Sie ließen zu, dass das Board zu gefährlich für eine weitere Bet wurde.

Ihre Extravaganz hat Sie eine Menge Geld gekostet.

Tom Dwan and Phil Ivey
Nur an einem solchen Tisch sollten Sie ab und zu mal ganz anderes Poker spielen.

Schlussfolgerung:

Es stimmt. Poker ist keine Frage von Ergebnissen, sondern von Entscheidungen. Die beiden Beispiele zeigen, wie originelles, aber falsches Spiel in der entsprechenden Situation Sie letzten Endes viel Geld kosten kann.

Der Umstand, dass der alte Mann aus dem ersten Beispiel am Schluss seinen Gut Shot getroffen hat, ist irrelevant. Selbst wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte unser Hero weniger Geld gewonnen als wenn er nach Lehrbuch gespielt hätte.

Wenn man Asse hält und einem Spieler gegenüber sitzt, der wahrscheinlich eine starke Hand hält und bereit ist, seinen Stack zu riskieren, macht man grundsätzlich einen Fehler, wqenn man nicht erhöht.

Spieler, die noch im Frühstadium stecken, denken oft „wenn ich jetzt re-.raise, wissen sie sofort, dass ich Asse habe", aber in Wirklichkeit kann das für den Gegner alles mögliche bedeuten.

Auf niedrigen und Mittleren Limits machen Ihre Gegner immer zahlreiche Fehler und werden normalerweise keine Ahnung haben, was Sie da eigentlich machen.

Vor allem wenn Sie in einem Pot mit viel Action suind, sollten Sie sich an das Lehrbuch halten. Ihre Bankroll wird es Ihnen langfristig danken.

Die Serie „Poker - Nichts für Dummies":

  1. Poker - Nichts für Dummies Teil 1: Spielen Sie weniger Hände!
  2. Poker - Nichts für Dummies Teil 2: Spielen Sie in Position!
  3. Poker - Nichts für Dummies Teil 3: Zählen Sie Ihre Outs!
  4. Poker - Nichts für Dummies Teil 4: Berechnen Sie Ihre Odds!
  5. Poker - Nichts für Dummies Teil 5: Passen Sie auf!
  6. Poker - Nichts für Dummies Teil 6: Sie brauchen eine Bankroll!
  7. Poker - Nichts für Dummies Teil 7: Hören Sie auf zu bluffen!
  8. Poker - Nichts für Dummies Teil 8: Halten Sie den Mund!
  9. Poker - Nichts für Dummies Teil 9: Schreiben Sie's auf!
  10. Poker - Nichts für Dummies Teil 10: Diskutieren Sie!
  11. Poker - Nichts für Dummies Teil 11: ABC-Poker
  12. Poker - Nichts für Dummies Teil 12: Position
  13. Poker - nichts für Dummies Teil 13: (Beispiele) Ablenkung
  14. Poker - Nichts für Dummies Teil 14: (Beispiele) Outs zählen

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