Poker Schritt für Schritt Teil 1: Kalkulationen 1-2

Phil Ivey
Spielt auf seiner eigenen Ebene: Phil Ivey.

Poker ist ein interessantes Spiel, und Hold'em ganz besonders. Selbst jemand, der das Spiel noch nie in seinem Leben gesehen hat, kann es innerhalb weniger Minuten lernen.

Das Spiel ist sehr einfach, aber gleichzeitig auch eins der komplexesten Vergnügen der Welt. Zwar kann man Hold'em problemlos spielen, aber es zu beherrschen, gelingt vielen auch nach 40 Jahren nicht.

Wenn man sich genauer mit dem Spiel befasst, durchläuft man mehrere Phasen der Erkenntnis bzw. gedankliche Ebenen. Eigentlich wie bei allen Dingen, die man lernen muss.

Nehmen wir z. B. die Gitarre. Zunächst mal muss man sich darauf konzentrieren, wo die einzelnen Finger hingehören. Nach etwas Übung weiß man, wie man ein paar Akkorde greift und überlegt, welche Griffwechsel nötig sind, um von einem Akkord zum nächsten zu gelangen.

Wenn man dazu erst einmal in der Lage ist, gilt es, die Akkorde in den richtigen Rhythmus zu bringen und in der richtigen Reihenfolge zu spielen. Jedes Mal, wenn man eine neue Stufe erreicht, braucht man sich um die vorhergehende keine Gedanken mehr zu machen.

Für Poker gilt im Grunde das Gleiche.

Beginnen wir ganz am Anfang. Schließlich haben wir alle einmal angefangen. Denken Sie also daran zurück, wie es war, als Sie zum ersten Mal Hold'em gespielt haben.

Ebene 1: Ihre Karten und das Board

Zunächst machen Sie sich ausschließlich darüber Gedanken, was Sie für Karten bekommen haben.

Wenn Sie live spielen, werden Sie einem solchen Spieler häufig begegnen. Auch online sind solche Kandidaten an jedem Tisch zu finden. Sie werden in Ihrer Pokerkarriere zu Ihren absoluten Lieblingsgegnern gehören, allerdings auch zu denen, die Sie am meisten frustrieren.

Hier ein Beispiel:

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Wie Sie sehen, liegt das gesamte Board bereits offen.

Cow Girl, die auf Kalkulationsebene 2 spielt, hat in jeder Runde gesetzt. Sie wird von Blondie gecallt, die offenkundig eine blutige Anfängerin ist.

Auf dem River setzt Cow Girl eine letzte, satte Bet an und wird von Blondie gecallt. Blondie deckt A 6 auf.

Cow Girl hat geblufft und ist nun entsetzt über Blondies Call.

Dabei hat Blondie nur logisch gedacht: Sie hatte ein Paar Asse, und Asse sind bekanntlich die höchsten Karten im Deck.

Wenn man erst einmal ausreichend Pokerhände gesehen hat, kann man zur nächsten Stufe aufsteigen.

Ebene 2: Die Karten des Gegners

An diesem Punkt sieht man nicht mehr nur auf die eigenen Karten, sondern beginnt auch damit, die Gegner zu lesen. Man fängt damit an, vorherzusehen, wann man geschlagen ist und macht die ersten Lay-downs.

Im obigen Beipiel hätte Blondie, wenn sie bereits die zweite Ebene erreicht hätte, die Bet auf dem River nicht bezahlen können. Jedes Pik, jede Zehn, jedes bessere Ass, jedes Two Pair und jedes Set hätte sie geschlagen.

Eigentlich ist das Einzige, was sie schlagen kann, ein kompletter Bluff.

Die meisten Spieler kommen nie wirklich über diese Ebene hinaus. Manche Spieler verlassen sie ihr ganzes Pokerleben lang nicht. Einige schauen sich die 3. Ebene zwar an, lassen die 2 aber nicht vollständig hinter sich.

In „Poker in Etappen Teil 2" wird es etwas komplizierter. Wir werden auf die Kalkulationsebenen 3 und 4 eingehen und uns näher mit der Dynamik beschäftigen, die entsteht, wenn Spieler unterschiedlicher Ebenen aufeinandertreffen.

 

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