Hand der Woche – Das gefoldete Full House

German High Roller

Hochklassiges Poker und spannende Hände bieten die German High Roller auch in ihrer mittlerweile zwölften Staffel. Nach fünf Folgen No-Limit Hold’em sind die beiden letzten Folgen wie üblich Pot-Limit Omaha vorbehalten.

Bei der Aufzeichnung im Alpine Palace haben sich einige der besten deutschsprachigen PLO-Spieler versammelt – dabei sind z.B. Ronny Kaiser, Jan-Peter Jachtmann, George Danzer, Harry Casagrande und Max „Mikki696“ Lehmanski.

Eine Hand aus dieser Elefantenrunde wollen wir uns genauer ansehen, Protagonisten sind Jachtmann, Kaiser und Lehmanski. Wir betrachten das Geschehen aus der Perspektive von Max Lehmanski, der im Moment einer der erfolgreichsten deutschen Cashgame-Spieler im Internet ist.

Ausgangslage und Spiel bis zum River

Gespielt wird Pot-Limit Omaha mit Blinds von €50/€50, in dieser Hand hat Max Lehmanski einen Straddle mit €100 gebracht. In erster Position raist Ronny Kaiser auf €400, nacheinander callen Khiem Nguyen, Jan-Peter Jachtmann und Bülent Uzun, womit bereits €1.700 im Pot sind.

Lehmanski hält

       

 

und callt mit Pot Odds von mehr als 5 zu 1.

Der Flop bringt

     

und Lehmanski damit das Full House. Die Blinds, Jachtmann und Bülent, checken, Lehmanski und die beiden anderen Spieler checken auch. Im Pot sind somit weiterhin €2.000.

Der Turn bringt die

 

und die beiden Blinds checken erneut. Nun setzt Lehmanski €1.200 und bekommt zwei Caller. Erst bezahlt Ronny Kaiser und danach auch Jan Jachtmann, womit €5.600 im Pot sind. Auf dem River wird die

 

aufgedeckt und Jachtmann checkt wieder. Lehmanski setzt €3.000, worauf Kaiser auf €11.000 raist. Jachtmann foldet (übrigens hielt er A Q J 5 und damit Trips Buben mit Ass Kicker) und Lehmanski überlegt längere Zeit.

Schließlich foldet er sein Underfull und liegt damit richtig. Ronny Kaiser hielt mit

       

tatsächlich die Nuts.

Analyse und Bewertung

Diese Hand zeigt sehr schön den deutlich looseren Spielfluss bei Pot-Limit Omaha und die Herausforderungen, die auf einen Spieler in Pots mit mehreren Akteuren warten können.

Flop
Full House gefloppt...

Max Lehmanski ist für seinen Preflop-Call mit 7 5 3 3 bei diesen Pot Odds von über 5 zu 1 natürlich nicht zu tadeln, er weiß aber, dass er mit seiner miesen Starthand oft Probleme bekommen wird, da er nur mit 64 auf dem Board die Nuts bekommen kann, während ein Set Dreien oft dominiert wird/werden kann.

Auf dem Flop bekommt er das Underfull (und die Third Nuts!) und checkt wie seine Gegner. Erst auf dem Turn mit der 7 spielt er an, sicher auch, weil er auf Calls von Flush Draws hofft, die bereits Drawing Dead sind.

Gleich zwei Spieler callen, womit ziemlich sicher mindestens ein Bube unterwegs ist. Der River bringt mit der 2 eine interessante Karte, die Lehmanski eine Value Bet erleichtert. Gut möglich, dass er vom Nut Flush ausbezahlt wird, andererseits werden sich Trips Buben angesichts der River-Karte schwer tun, diese Bet zu bezahlen.

Mit €3.000 in einem Pot mit €5.600 wählt Lehmanski einen guten Betrag, der schlechteren Händen gute Pots Odds von fast 3 zu 1 offeriert. Als Kaiser auf €11.000 raist, wirft Jachtmann seine Trips Buben weg und Lehmanski fängt an zu grübeln.

Seine auf dem Flop noch schöne Hand schlägt jetzt nur noch einen Bluff. Insgesamt gibt es fünf Hände, die ihn schlagen:

  • Eine Hand mit zwei Buben für den Vierling
  • Eine Hand mit J7, J3 oder J2 für das bessere Full House
  • Eine Hand mit 77 für das bessere Underfull

Bei Hold’em wären die Hände mit J7, J3 und J2 sehr unwahrscheinlich, aber bei Omaha kommt es immer wieder vor, dass sich eine schwache Karte (ein sogenannter „Dangler“) in der gegnerischen Hand befindet.

Gleichzeitig muss sich Lehmanski fragen, womit Kaiser bluffen könnte. Die 2 auf dem River macht ihm den Fold etwas leichter, weil es keine geplatzten Flush Draws gibt, mit denen Ronny Kaiser bluffen könnte.

Max Lehmanski
...und trotzdem gefoldet - Max Lehmanski.

Mit einem Flush in Kreuz aber würde dieser maximal callen und sicher nicht raisen, zumal Jan Jachtmann noch hinter ihm an der Reihe ist.

Trotz Pot Odds von 2,5 zu 1 entschließt sich Lehmanski zum Fold und spart damit €8.000.

Fazit

Gerade mit schwachen Starthänden ist bei Pot-Limit Omaha größte Flexibilität gefragt. Die Bewertung einer Hand kann sich auf Turn und River bei entsprechender Action extrem ändern.

Max Lehmanski zeigt sich in dieser Hand absolut auf der Höhe des Geschehens. Er weiß, dass man auch ein Full House folden können muss, und trifft die richtige Entscheidung.

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