Die Herausforderungen der Poker-Fotografie

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Davidi Kitai in Berlin, von Neil Stoddart - "Die Belichtung ist das Problem."

Wechselndes Licht und ständige Störungen durch Leuten, die sich fälschlich selbst als „Fotografen“ bezeichnen, gehören zu den Herausforderungen, denen ein professioneller Kameramann in der Pokerindustrie ausgesetzt ist.

Von Esther Amores

Offensichtlich ist eines der größten Probleme der Fotografie die richtige Belichtung. Der korrekte Umgang mit Lichtverhältnissen und künstlicher Beleuchtung ist entscheidende Voraussetzung dafür, am Ende gute Bilder zu schießen.

Wenn man in der Pokerbranche arbeitet, gilt das in besonderem Maße. Meistens gibt es bei Pokerturnieren entweder zu viel oder zu wenig Licht.

Poker-Fotograf Alin Ivanov ist daher der Meinung, dass es tatsächlich „nichts Schwierigeres gibt, als die Belichtung in den Griff zu bekommen“.

Eine weiteres Problem der Poker-Fotografie ist der Umstand, dass man oft stundenlang wartet, häufig sechs oder sieben Tage lang jeweils zwischen 8 und 12 Stunden.

Leidenschaft für das Pokerspiel ist daher gemäß Ivanov eine unabdingliche Voraussetzung für diesen Beruf.

Ähnlich äußert sich Neil Stoddart, seit Jahren rennommierter Haus- und Hoffotograf bei PokerStars.

james dempsey cover photo joe giron
James Dempsey Porträt von Joe Giron.

Er sagt: „Ein normaler Arbeitstag dauert etwa 12 bis 16 Stunden, und wenn man den fünften Turniertag erreicht hat, kommt man auf eine extrem lange Arbeitszeit.“

Hinsichtlich der technischen Seite erläutert Stoddart: „In den meisten Casinos sind die Räume sehr schwach beleuchtet und da man keinen Blitz benutzen darf, weil dies die Spieler in ihrer Konzentration stören würde, ist es eine große technische Herausforderung, gut belichtete und scharfe Bilder zu bekommen.

Jedem, der sich für Poker-Fotografie interessiert, empfehle ich, sich die schnellsten Objektive zu kaufen, die er sich leisten kann, und eine sehr ruhige Hand zu haben.“

Auf der anderen Seite müssen professionelle Poker-Fotografen permanent mit Störungen klar kommen. WSOP-Fotograf Joe Giron aus Las Vegas meint: „Unangenehm sind die vielen Amateur-Fotografen, die sich als Profis ausgeben, aber keine Ahnung haben, was gute Fotos eigentlich wert sind.“

Er fährt fort: „Sie verschenken ihre Bilder und machen damit Profis wie mir das Leben schwer. Ich bin nun seit über 30 Jahren in diesem Geschäft und habe meine Fähigkeiten stets weiter entwickelt.

Meine Kunden müssen das erkennen und dafür bezahlen. Leider verschenken diese Amateure, die den Wert ihrer Arbeit nicht kennen, ihre Bilder.

Oft sind diese ‚Fotografen‘ nur Möchtegern-Pokerspieler, die wie Groupies in der Szene herumhängen.“

Eine der Annehmlichkeiten, die dier Beruf mit sich bringt, beestünde dagegen darin, dass „man zu einigen wirklich exotischen und tollen Orten reisen kann, da die Turniere meist in interessanten Städten und Casinos ausgetragen werden“.

Das Casino als Kulisse

Die meisten Casinos erlauben keine Kameras. Das bedeutet, dass Poker-Fotografen zu Turnieren reisen müssen, da sie ihre Fotos nicht an jedem beliebigen Tag im Jahr schießen können.

Nur während der Pokerturniere ist das ausdrücklich erlaubt, und auch dann nur in den ausgewiesenen Zonen. Casinos legen generell viel Wert auf Privatsphäre, und nicht jeder Spieler am Baccarat-Tisch möchte, dass sein Konterfei zufällig in den einschlägigen Medien auftaucht.

Es gibt jedoch immer Ausnahmen, und manchmal dient ein Casino auch als Kulisse für ein Shooting. Alin Ivanov zum Beispiel hat für seine Aufnahmen der berühmten Kara Scott das Casino in Prag als Kulisse benutzt.

Gegenstand des Themas dieses Artikels war auch ein Casino in Chile. Der Fotograf Sebastian Mateluna nahm an einem Projekt teil, bei dem 10 Bilder die Geschichte des Casinos darstellen sollten.

Hier das Video dazu:


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