Poker Boulevard - was sonst noch war, und wo

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Des Häftlings Royal Flush.

New Mexico: Finanzbetrüger pokert gegen Gefängnisstrafe; Estland: neues Bewertungssystem bei der EPT; Szene: Norbert „The Brain" Jäger ist wieder da, Florida: Mike Matusow gewinnt Turnier, Internet: WCOOP bei PokerStars; drei Neuzugänge in die Women Poker Hall of Fame.

Pokern gegen den Knast

Wer hat da gesagt, an der Börse sitzen viel schlimmere (und schlechtere) Zocker als an den Pokertischen? Stimmt! In New Mexico ist der frühere Börsenmakler Samuel McMaster jr. in 26 Fällen des Wertpapierbetrugs überführt worden. Der Schaden: $444.000. Dem Angeklagten drohen nun bis zu zwölf Jahre Haft.

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Zocken oder Gefängnis - $7500 pro Monat.

Das Gericht gab McMaster jedoch eine Chance, der Haft zu entkommen: Wenn es ihm gelingt, in den nächsten sechs Monaten jeweils 7500 Dollar zurückzuzahlen, wird die Gefängnisstrafe ausgesetzt. Da der Finanzbetrüger keine Zulassung und daher auch kein regelmäßiges Einkommen mehr besitzt, bleibt dem erfahrenen Spieler als mögliche Geldquelle nur noch Poker.

Richter Ross Sanchez erlaubte McMaster nicht nur die Teilnahme an Turnieren, er gewährte ihm dafür sogar die Ausreise aus New Mexico. Schließlich, so Sanchez, gehe von dem Ex-Broker keine Gefahr mehr für die Bevölkerung aus.

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Volle Punktzahl für Shaun Deeb?

EPT führt neues Bewertungssystem ein

Der nächste EPT Spieler des Jahres wird mehr tun müssen, als nur ein Event zu gewinnen und ein paar Punkte zusätzlich zu sammeln. Ab der siebten Saison, die in dieser Woche in Tallin begann, gilt ein neues Punktesystem, das auch die Zahl der Teilnehmer berücksichtigt.

Mehrere Spieler hatten sich in der letzten Saison darüber unzufrieden gezeigt, dass Gewinner großer Events wie Berlin oder San Remo nicht mehr Punkte für ihren Sieg bekamen als die Gewinner in Kopenhagen oder Kiew.

Shaun Deeb kassierte z. B. für den Sieg beim High Roller Event in Kiew die volle Punktzahl, obwohl überhaupt nur drei Spieler teilnahmen. Die EPT trägt den Klagen nun Rechnung. Zusätzlich wird ein Heads-up Spieler des Jahres gekürt.

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Wieder auf dem Weg nach vorn - The Brain is back.

The Brain is back

Lang erwartet und immer wieder gefordert: neue Geschichten aus der wahren Pokerwelt. Ohne die ganz großen Namen, aber mit Leidenschaft und Sinn für das Wichtigste: den Spaß am Poker.

Geschrieben von dem Mann, dessen Pokerkarriere ebenso unaufhaltsam nach oben verläuft wie die von Joe Cada, nur eben nicht so steil.

Norbert „The Brain" Jäger ist zurück, und sein neuestes Abenteuer führt ihn in die Elbmetropole nach Hamburg. Nach längerer Abwesenheit aus der regionalen Turnierszene ist The Brain wieder unterwegs und gönnt sich ein langes Wochenende im Casino Schenefeld. Drei Turniere wollen gespielt werden, und Scheitern ist keine Option.

Ab sofort im Blog.

Mike Matusow gewinnt Turnier in Florida

Eigentlich wollte er in Florida im Rahmen eines Seminars nur die Deepstack University bewerben, aber dann befand „The Mouth", dass er doch noch Zeit hatte, um den Main Event der Florida State Poker Championship zu spielen.

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„Du schuldest mir zwei Millionen!" - „Wer? Ich? Wieso?"

Über 400 Spieler nutzten die Gelegenheit, denn erst vor Kurzem wurden die Gesetze in Florida gelockert. Bisher waren Turniere nur mit einem Buy-in von bis zu $100 erlaubt.

„Wenn ich hier drei Tage in einem $1k Event spiele und nicht gewinne, könnt Ihr nach mir in der Leichenhalle suchen", twitterte Matusow, als er bei noch 19 Spielern Chipleader war. Matusow bleibt der Pokerwelt jedoch erhalten. Er gewann das Turnier und $103.000.

Ein schönes Zwanzigstel der zwei Millionen, die Matusow kürzlich in einer Wette gegen Ted Forrest verlor, den er ja ebenfalls in Todesgefahr wähnt. Da könnte er wieder eine Rate bezahlen. Nachdem er zunächst erklärt hatte, er könne die Summe nicht aufbringen, behauptet Matusow inzwischen, Forrest sei ausbezahlt worden und fordert jeden, der ihm dies nicht glaubt, zu - drücken wir es hier vornehm aus - sexuellen Handlungen am eigenen Körper auf.

PokerStars kündigt WCOOP an

Der World Cup of Online Poker steht einmal im Jahr im Zentrum der Online-Pokerwelt. In den vergangenen drei Jahren wurden mehr als $100.000.000 ausgespielt, und jedes Jahr übertraf das vorherige in puncto Preisgeld und Teilnehmerzahl.

In diesem Jahr werden denn auch zum ersten Mal $50 Mio. an Preisgeldern garantiert. Allein das zweitägige Main Event garantiert zehn Millionen. Bei der bisherigen Entwicklung der Turnierserie ist insgesamt mit einem Overlay nicht zu rechnen.

Angesetzt sind 62 Events in 21 Tagen, beginnend am 5. Sept. Die Buy-ins beginnen bei $200 und reichen bis zu $25.000 für das High Roller Heads-up Event. Ander als beim SCOOP werden einzelne Events nicht in drei Preisstufen gleichzeitig durchgeführt, sondern alle Turniere laufen in loser, eher willkürlicher Folge.

Für Europäer ein Nachteil: PokerStars konzentriert sein Angebot auf die Spielr des amerikanischen Kontinents. Die Anfangszeiten der Turniere liegen nach MESZ bei 19, 21, 23 und 2 Uhr. Bei Laufzeiten von teilweise deutlich mehr als 16h ist also für die Urlaub nehmen angesagt, die vorhaben, einen der Finaltische zu erreichen.

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Neu in der Hall of Fame - Jennifer Harmann...

Women Poker Hall of Fame

Drei neue Namen (oder heißt es NamInnen?) werden in diesem Jahr in den Büchern der Women Poker Hall of Fame geführt: Jennifer Harman, Kathy Liebert und (posthum) Billie Brown.

Jen Harman kommt aus Reno/Nevada. Sie ist regelmäßige Teilnehmerin am $4000/$8000 „Big Game" in Bobbys Room und gilt als beste Limit-Spielerin der Welt. Im Jahr 2000 gewann sie ihr erstes Bracelet in 2-7 NL, wobei sie ihre einzigen Kenntnisse des Spiels kurz vor dem Turnier in einer kurzen Lehrstunde von Howard Lederer erworben hatte, was nicht nur auf ihre Fähigkeiten, sondern auch auf die des durchschnittlichen Spielers vor zehn Jahren ein anderes Licht wirft.

Kathy Liebert
...und Kathy Liebert.

Kathy Liebert ist die erfolgreichste Pokerspielerin aller Zeiten, weit vor Annie Duke oder Annette Obrestad. Seit 16 Jahren ist sie im Geschäft und hat in dieser Zeit in Turnieren über $5,7 Mio. erspielt. Sie war auch die erste Frau, die ein Turnier für mehr als eine Million Dollar Siegprämie gewann. Die Möglichkeit, als Profispielerin durch die Welt zu reisen, hat sie sich selbst geschaffen: Sie spekulierte erfolgreich an der Börse.

Billie Brown ist in Europa weniger bekannt, in den USA aber eine Pionierin des Frauenpoker auf dem Niveau einer Barbara Enwright. Brown wagte sich schon Mitte der 70er Jahre in die Pokersäle von Las Vegas und schuf sich bald einen Namen als hervorragende Organisatorin. Brown war die Erfinderin des „guaranteed price pool". Anfang der 80er Jahre versprach das „Draw for the Gold Tournament" als erstes Turnier $350.000, vier Jahre später garantierte das Turnier erstmals eine Million.

Brown arbeitete im Commerce Casino in Las Vegas, später in San Diego und im Ocean's Eleven Casino in Kalifornien. Sie starb im Jahr 2004.

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