Poker Boulevard - was sonst noch war

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Was Poker mit Formel 1 in Deutschland, Fußball in Frankreich, Wurstwasser im Fernsehen und literarischen Hasardeuren zu tun hat, und warum selbst 40% Rakeback manchmal nicht reichen, um einen Online-Pokerraum erfolgreich zu betreiben.

Full Tilt bringt kein Helmglück

Martin Kläser, Mitglied des Team Full Tilt Poker überreichte am Rande des Deutschland Grand Prix in Hockenheim den neuen Helm inklusive Pokerlogo an Timo Glock.

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Glock mit Helm, aber ohne Glück.

Allzu viel Fernsehzeit konnte sich der Pokeranbieter bei seiner Premiere allerdings nicht sichern. Glock fuhr ohne Fortune und wurde am Ende Vorletzter mit drei Runden Rückstand. Aber eine verpatzte Premiere ruiniert ja nicht gleich die ganze Saison.

Everest wird Trikotsponsor

Everest Poker hat sich nicht nur eine der elf Lizenzen gesichert, die die französische Regierung bis jetzt ausgegeben hat, sondern auch einen Coup für die Ligue 1 gesichert. Serienmeister Olympique Lyon wird von Beginn der Saison 2010/11 an bei jedem Auswärtsspiel das Label des Online-Anbieters tragen (siehe oben).

Everest war nicht direkter Verhandlungspartner von Olympique. Hintergrund ist das Sponsoring von BetClic, das wie Everest zu Manga Gaming gehört. Everest Poker ist in Frankreich besonders beliebt, was man allerdings von der erfolgreichsten französischen Fußballmannschaft der letzten Jahre nicht wirklich behaupten kann.

Außerhalb von Lyon hat OL deutlich mehr Gegner als Anhänger, aber wie sagt man nicht nur in München: Viel Feind, viel Ehr.

Mein Mann kann

Keine Poker-Show, sondern eine Spielshow, in der irgendwie auch Poker vorkommt, ist „Mein Mann kann" auf Sat1. Jedenfalls, wenn man Wurstwassertrinken, Golfballspucken und Mit-High-Heels-herumrennen als „Spiele" bezeichnen möchte.

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Das bisschen Haushalt... Foto: Sat1/Stefan Pick.

Vermutungen, an der Show sei nichts echt, sondern alles vorhergeplant, und das Regelwerk in seiner Undurchsichtigkeit außerdem höchstens noch mit dem von „Tutti Frutti" vergleichbar, kontern die Kommentatoren auf YouTube souverän, so wie djBlechkopf: „Wen jucken die Regeln? Ich guck die Sendung nur wegen Britt! Scheiße, ist die geil!!"

Kein Wunder, dass die Sendung schon bei der zweiten Ausstrahlung auf über 11% Markanteil zulegen konnte.

Man setzt eben Prioritäten, wenn man im Prekariatsfernsehen bestehen will. Für den Anspruch spricht auch das nebenstehende, merkwürdig irritierende Foto, in dem sich wohl der unwiderstehliche Sex-Appeal des „Hausfrauenreports" aus den 1970ern mit der kühlen Erotik knallharter Geschäftsfrauen von heute verbinden soll.

Muss aber nicht.

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Dealer EM in Berlin.

Die EM der Dealer

In Berlin findet Ende August die einzige Poker Challenge statt, bei der nur Dealer anwesend sind. Das was für die WSOP der Auftaktevent der Casinoangestellten ist, ist in Europa die Shuffle Master Poker Challenge. Schon zum 15. Mal treffen sich die Kartengeber aus ganz Europa, um ihren eigenen Champion auszuspielen.

Schon zweimal kam der Sieger aus Deutschland. Sasha Firth aus dem Casino Bad Homburg gewann 2001 im holländischen Nijmegen, und 2004 setzte sich Michael Meyer, ebenfalls Casino Bad Homburg, in Wien durch.

In diesem Jahr wird die Veranstaltung in der Spielbank Berlin am Potsdamer Platz ausgetragen. Mit einem Buy-in von nur €50 + €2,5 ist es allerdings noch ein weiter Weg bis zum $500 Event Nr. 1 der alljährlichen World Series.

David Ulliott
Devilfish als Autor.

Devilfish in Buchform

Dave Ulliott hat seine Biografie geschrieben. Im Vergleich zu dem zugegebenermaßen ziemlich coolen Titel „Checkraising the Devil" von Mike Matusow nimmt sich „The Life and Times of a Poker Legend" allerdings eher schwachbrüstig mit Tendenz zur Arroganz aus.

Andererseits ist Ulliott auch eine ziemlich schillernde Figur (mit Neigung zu dem einen oder anderen Gefängnisaufenthalt), der nicht umsonst den Ruf genießt, nichts anbrennen zu lassen. Außerdem hat er mehrere gescheiterte Ehen hinter sich, war Boxer und Safecracker und gab sich zeitweise als Fahrlehrer aus, um Mädchen kennen zu lernen, weshalb das Buch einen gewissen Unterhaltungswert haben dürfte.

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Jetzt bei Full Tilt - Annette Obrestad.

Betfair Poker gibt Eigenständigkeit auf

Mit bis zu 40% Rakeback hatte Betfair zuletzt versucht, sich auf dem Online-Pokermarkt zu etablieren. Jetzt ist das Experiment offenbar gescheitert, und der Anbieter wird in die Ongame-Gruppe eingegliedert.

Ongame bietet im Gegensatz zu Betfair kein Rakeback an, bereits bestehende Spieler sollen das Rakeback jedoch weiterhin bekommen-

Vor drei Jahren sah die Situation bei Betfair noch deutlich besser aus: Man hatte den aufstrebenden Neustar Annette Obrestad als Gewinnerin der ersten WSOP Europe unter Vertrag genommen, bei der man als Hauptsponsor aufgetreten war. Obrestad spielt inzwischen für Full Tilt.

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