Poker Boulevard - die Woche im Rückspiegel

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Al Bundy war der Meister der bequemen Handhaltung.

Von Händen in der Hose, Nominierten für die Hall of Fame, erfolglosen Braceletgewinnern, erfolgreichen EPT-Gewinnern, Monty Python, der WSOP und den Geheimnissen der Chip-Baumeister.

Der (vorerst) letzte Eklat des Luke Schwartz

Eigentlich sollte ja das Spiel im Vordergrund stehen, wenn die erste PartyPoker WPT London an diesem Wochenende ins Finale geht, aber solange Luke Schwartz im Turnier ist, geht es halt immer auch um Luke Schwartz.

 

Eigentlich ist es auch noch gar nicht so lange her, dass Luke Schwartz wegen eines Gurkensandwiches Casinoverbot bekam (so was kann auch nur in England passieren), aber für Luke Schwartz ist ein Rauswurf offenbar das normale Verlassen eines Casinos.

Aus dem Turnier schied Schwartz an Tag 3 mit einem Coin Flip aus, nichts Ungewöhnliches also, aber das Casino verließ er unter Flüchen und häufiger Verwendung des F-Worts. Grund dafür war, dass er an Tag 2 des Turniers wohl sehr viel Zeit mit den Händen in der Hose verbracht hat, „um sich neu zu ordnen", wie es ein Mitspieler ausdrückte. Ein Spieler erklärte, er wolle aus hygienischen Gründen keine Chips mehr anfassen, die Schwartz zuvor berührt hatte.

Daraufhin wurde Schwartz offiziell vom Personal gebeten, die Hände aus der Hose zu lassen. Schwartz nahm es mit dem ihm eigenen, typischen Humor: Er wurde stinksauer, beschimpfte Personal und Spieler und schrie „Ich bin gesperrt, F... it! Na und. Das kenne ich schon.", als er aus dem Spielsaal stürmte.

 

Wer kommt in die Hall of Fame?

Zwei Monate lang wurde gewählt, und aus 102 anfangs nominierten Spielern haben sich zehn Favoriten herauskristallisiert. Wer von ihnen letztlich in die Poker Hall of Fame aufgenommen wird, entscheiden nun die 16 noch lebenden Mitglieder sowie ein ebenso großes Komitee von Medienvertretern.

Der Gewinner wird der 39. Spieler sein, der in die Ruhmeshalle aufgenommen wird. Als Voraussetzung gilt, dass der Spieler über längere Zeit, auf höchstem Niveau und gegen die besten Spieler der Welt bestehen konnte, sich um Poker verdient gemacht hat und konstant Erfolg hatte.

Die zehn Kandidaten, von denen sich einer hinter solchen Legenden wie Wild Bill Hickock, Johnny Moss, Doyle Brunson und Phil Hellmuth einreihen wird, sind:

Chris Ferguson, Barry Greenstein, Jennifer Harman, Dan Harrington, Phil Ivey, Linda Johnston, Tom McEvoy, Daniel Negreanu, Scotty Nguyen und Erik Seidel.

Fürwahr eine auserlesene Liste.

 

WSOP-Bracelet-Banker verzockt Millionen

Er gewann das HORSE Event der WSOPE 2008 und setzte sich dabei am Finaltisch gegen vier Braceletgewinner (John Juanda, Howard Lederer, Phil Ivey und Runner-up Ivo Donev) durch: Sherkhan Farnood aus der ewigen Krisenregion Afghanistan, was nicht nur in London Aufsehen erregte. £77.000 waren die Belohnung.

Ein hübsches Sümmchen, vor allem, wenn man sie mit den 140 Mio. Dollar vergleicht, die Farnood, der im Hauptberuf Banker ist, mit Investitionen in Immobilien in Dubai in den Sand gesetzt hat (das Wortspiel sei entschuldigt). Schuld war die Immobilienblase, die auch das Wüstenreich nicht verschont hat. Seinen Job bei der Kabul Bank ist Farnood damit los. Allerdings wird die Bank mit Drogenhandel und den Taliban in Verbindung gebracht, also ist das nicht das Schlimmste.

Zeit für eine Zweitkarriere, vielleicht am grünen Tisch? Er hat ja beweisen, dass er es kann. Immerhin stehen weitere fünf WSOP-Cashes in seinem Lebenslauf.

 

John Cleese wirbt für William Hill

John Cleese ist einer der größten Komödianten unserer Zeit. Mit der genialen Schauspielergruppe Monty Pythons Flying Circus wurde er schon in den späten 1960er Jahren bekannt, später feierte er noch einmal einen Riesenerfolg mit Ein Fisch namens Wanda, bevor er mit der Rolle des Q in den letzten James-Bond-Filmen und dem Fast kopflosen Nick in den Harry-Potter-Verfilmungen quasi für sein Lebenswerk geehrt wurde.

Jetzt nutzt der inzwischen 70-Jährige seine Prominenz, um dem britischen Sportwettenanbieter William Hill ein bisschen auf die Beine zu helfen. In England ist das unnötig, deshalb wird die Kampagne auch in Österreich gestartet. Ein Generalangriff auf den Platzhirschen bwin mit Cleese als „Trägerrakete", so Geschäftsführer Thomas Schmidbauer.

Dort sieht man die Initiative allerdings gelassen: „William Hill wird man auch nach der Marketingkampagne nicht wirklich kennen", ließ bwin CEO Norbert Teufelberger in einem Interview mit der österreichischen Presseagentur lakonisch verlauten. Warum Cleese sich als Werbefigur verdingt, ist nicht bekannt. Das Geld kann es doch eigentlich nicht mehr sein. Cleese lebt heute im kalifornischen Santa Barbara.

 

Toby Lewis gewinnt EPT Portugal

Wieder kein doppelter Preisträger. Rob Hollink aus Holland hätte der erste Spieler werden können, dem es gelingt, zwei EPT Main Events zu gewinnen. Daraus wurde jedoch nichts. Hollink, der schon als Shortstack an den Finaltisch gekommen war, schied auf Platz 7 der insgesamt 384 Spieler aus, die den portugiesischen PokerStars EPT Event für sich entscheiden wollten.

Auch Teddy Sheringham, der sich seine Buy-ins u. A. bei Manchester United und Nottingham Forest erspielt hat, konnte sich am Ende nicht zum Sensationssieger krönen. Er erreichte Platz 5 und verdiente sich damit eine Menge Respekt, gehört er  doch zu den Ex-Sportprofis, die sich nicht wie manch andere alles vom Sponsor PokerStars bezahlen lassen.

Trotzdem gewann am Ende einer der drei Engländer am Finaltisch das Turnier: Toby Lewis, 20 Jahre alt und aus Southampton stammend, schlug im Heads-up den Online-Qualifikanten Martin Jacobson, 23, aus Schweden. Jacobson hatte das Feld zwei Tage lang als Chipleader angeführt. Für seinen Sieg kassiert Lewis €468k, Jacobson bleiben €300k.

Für einen Rekord sorgte Luca Pagano, der zum 16. Mal in einem EPT Event die Geldränge erreichte. Der €10.000 High Roller Event fand 16 Teilnehmer. Es gewann Raffaele Gerbi aus Italien.

EPT Vilamoura Main Event Final Table Payouts:

  1. Toby Lewis, GB, €467.836
  2. Martin Jacobson, S, €297.985
  3. Jason Lee, USA, €186.241
  4. Sam Trickett, GB, €139.681
  5. Teddy Sheringham, GB, €93.121
  6. Frederik Jensen, DK, €74.496
  7. Rob Hollink, HOL, €55.872
  8. Sergio Coutinho, POR, €37.248

 

Der Mythos des Baumeisters

Sie türmen ihre Chips zu Säulen und Pyramiden, zu geometrischen Gebilden oder chaotischen Haufen. Der Chipstapel ist die Kathedrale des Pokerspielers, und sein Bau wird mit fast religiöser Inbrunst vorangetrieben.

Warum Spieler ihre Chips so anordnen, wie sie es tun, erklärt Norbert „The Brain" Jäger in seinem neuen Beitrag über „Hochstapler und Tiefstapler". The Brain selbst ist, soviel sei verraten, ein Vertreter der berüchtigten Keilformationsbauer. Außerdem: The Brain swingt und singt "Mountain Mama". Oder so.

 

WSOP im Fernsehen

Der amerikanische Sender ESPN hat mit der Übertragung des WSOP Main Events 2010 begonnen. Wir sammeln alle Episoden und stellen Sie nacheinander ins Netz. Die neuesten Folgen finden Sie hier, und wie alles begann, sehen Sie in den ersten beiden Folgen.

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