Poker Babes und warum sie dem Spiel gut tun

Sandra Naujoks
Sandra

Schöne Frauen und Poker - das ist nicht unbedingt ein Widerspruch, wie etwa beim Eishockey, aber man bringt die beiden auch nicht unbedingt miteinander in Verbindung.

Allerdings gibt es eine ganze Menge Frauen in dem Spiel, die an der Vorherrschaft der Männer rütteln.

Es ist noch keine zwei Wochen her, da gewann Sandra Naujoks die EPT Dortmund 2009 und setzte sich dabei in einem Teilnehmerfeld von 667 Spielern durch. Beileibe nicht ihr erster Erfolg, denn sie triumphierte erst Ende Oktober 2008 bei der Poker EM in Baden bei Wien.

Kurz zuvor erreichte Vanessa Rousso das Finale bei der NBC National Heads-up Poker Championship und erregte daneben mit einigen Bildern im Badeanzug, in dem sie sich in einer Zeitschrift präsentierte, nicht nur Aufsehen.

Tiffany Michelle machte als letzte Frau im WSOP Main Event 2008 auf sich aufmerksam. Zusammen mit Erica Schoenberg und Evelyn Ng soll sie demnächst im Knockout Magazine zu sehen sein.

Sie sind sexy, cool und erfolgreich, live und im online, und sie sind ein Beweis dafür, dass Poker den verrauchten Hinterzimmern, Zigarrendunst und Whiskydunst längst entwachsen ist.

Schönberg erklärte, es mache doch einen großen Unterschied, wenn eine Zeitschrift wie das Knockout Magazine lieber Pokerspielerinnen ablichten wolle als die üblichen Models.

Erica Schoenberg
Spitzname: Poker Babe.

„Wenn die Jungs einfach nur schöne Mädchen sehen wollen, können sie ja ins Maxim schauen oder sich einen Katalog von Victoria's Secret schnappen, aber so hören und sehen sie etwas von den Frauen, die wirklich im Spiel sind", sagte Schoenberg.

„Es gibt nicht so viele attraktive junge Pokerspielerinnen, die bereit sind, so etwas zu tun", fügt Tiffany Michelle hinzu.

Aber wenn mehr junge Pokerspielerinnen in den Medien auftauchen, macht das Poker auch wiederum attraktiver, und zwar auch für Frauen.

„Ein Kartengeber hat zu mir gesagt, dass heute garantiert wieder mehr Frauen Poker spielen würden, wenn ich den Finaltisch erreicht hätte", erzählt Michelle.

Die etwas längere Fernsehpräsenz hätte ausgereicht, um mehr Frauen dazu zu bewegen, es mal mit Poker zu probieren.

„In meinem Bekanntenkreis höre ich jetzt häufiger, dass die Ehefrauen oder Freundinnen sich mehr für Poker interessieren."

Schoenberg ist ebenfalls der Meinung, dass die Darstellung „echter" Pokerspielerinnen gut für das Spiel und gut für die Frauen im Spiel ist, auch wenn dies in einem Männermagazin geschieht.

„Man sieht überall Poker Sites und Anzeigen mit schönen Frauen, und man weiß natürlich dass die nicht wirklich spielen", sagte Schoenberg dazu. „Aber in der Zeitschrift werden Pokerspielerinnen gezeigt, die es wirklich gibt. Mit uns könnten Sie bald tatsächlich an einem Tisch sitzen."

Tiffany Michelle hat in den letzen Jahren über $350.000 bei Pokerturnieren gewonnen, Sandra Naujoks hat innerhalb eines halben Jahres mit ihren beiden Turniersiegen bereits die Eine-Million-Euro-Grenze durchbrochen.

Auf Erica Schoenbergs Konto wurden schon über $700.000 an Pokerprämien überwiesen. Sie erreichte bereits fünf Mal die Geldränge bei der WSOP, ebenso wie bei der WPT.

Vanessa Rousso
Vanessa „Lady Maverick" Rousso.

Vanessa Rousso gewann über 1,3 Mio. Dollar in Preisgeldern in Live-Turnieren, einen Teil davon bei ihrem kürzlichen Triumphzug durch die NHUPC. Sie schlug nacheinander Doyle Brunson, Phil Ivey, Paul Wasicka und Daniel Negreanu und wurde erst im Finale von Huck Seed gestoppt.

Ihre größten Gewinne hat sie jedoch mit Online Poker erzielt. Bei der PokerStars WCOOP 2007 erreichte sie im Main Event den zweiten Platz und gewann damit $700.000. Ihr Gesamtgewinn liegt also bereits jenseits der Schallgrenze von $2.000.000.

„Meine Leidenschaft neben dem Spiel ist es, Pokerunterricht zu geben", erklärte Rousso, die inzwischen ein eigenes Pokercamp in Florida betreibt. „Es ist toll zu sehen, wie den Spielern plötzlich ein Licht aufgeht, wenn sie etwas Neues gelernt haben."

Trotz all dieser Erfahrungen hat es eine Frau in der Pokerbranche oft nicht leicht. Rousso meint dazu, dass sie sich oft ausgeschlossen fühlt, weil sie eine Frau ist. Auch in den Foren muss sie oft sehr unangenehme Beiträge lesen.

„Letztlich ist es aber ein Vorteil, am Pokertisch eine Frau zu sein", erläutert Rousso. „Ich kann es immer ausnutzen, als Stereotyp unterschätzt zu werden."

Tiffany Michelle
Respekt, Tiffany!

Auch Tiffany Michelle ist dieser Meinung, fügt aber an, dass es doch letztlich Respekt ist, den jeder Spieler einfordert.

„Mir ist schon klar, dass alles, was einem am Tisch einen Vorteil verschafft, gut ist, aber schlussendlich wollen wir doch alle einfach nur als gute Spieler angesehen werden."

 

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