PLO – Nichts für Dummies 6: Den Flop hart treffen

Omaha bedeutet, den Flop hart zu treffen. Knallhart. Sechster Teil unserer achtteiligen PLO-Strategieserie.

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Wir wir im Kapitel über Pre-Flop-Play bereits besprochen haben, wollen wir nicht nur den Flop treffen, sondern auch noch einen Plan B haben.

In der Realität passiert das leider nicht so oft, wie wir das gerne hätten. Das heißt aber nicht, das wir grundsätzlich check-folden sollten.

Genau wie in Hold’em muss man seine Hand genauer betrachten, die Textur des Boards analysieren, die Betgröße desGegner einbeziehen, ebenso wie seinen Spielstil und noch einiges mehr. Erst dann entscheiden wir, ob wir weiterspielen oder nicht.

Für Erfahrung gibt es keinen Ersatz. Je mehr Flops man sieht, desto besser kann man sich auf das Spiel einstellen.

Straight Draws/Wraps

Ein Wrap ist ein Straight Draw mit mehr Outs als ein Open-Ender.

Open-Ender haben acht Outs (je vier oben und vier unten), Wraps haben jedoch bis zu 20 Outs!

Deswegen sind hohe Rundowns so stark. Baut man sich damit die nut Straight oder auch eine kleinere, macht man damit eine Menge Geld.

Man muss lernen, die Stärke der eigenen Draws zu erkennen. Es ist nicht nur wichtig, wie viele Outs man für die Straight hat, sondern auch, welche davon die Nuts bauen und welche nicht.

Ein Beispiel:

Mit J T 9 7 auf einem Flop 8 9 3 haben wir drei Buben, drei Siebenen, vier Sechsen und vier Damen als Outs.

Martins Adeniya
Erkennen Sie die Stärke Ihrer Draws.
 

Das sind insgesamt 14 Outs, und jedes davon bringt uns die Nuts.

Sehen wir uns nun A 7 6 5 auf demselben Flop 8 9 3 an.

Unsere Outs sind vier Zehnen, drei Fünfen, drei Siebenen und drei Sechsen, also insgesamt 13 Outs. Aber wie viele davon sind wirklich Nuts Outs?

Nur drei geben uns die Nut Straight. Alle anderen bauen schwächere Straßen, mit denen wir „gecoolert“ werden könnten.

Wichtig ist auch, darauf zu achten, ob wir auf einem Doppel-flushdraw-Board spielen. Damit werden unsere Straight Draws enorm abgewertet.

Eine Straight zu treffen, wenn jemand andres einen Flush hat, ist ziemlich unanagenehm.

Wenn man bei Omaha nicht zu den Nuts zieht, kann das teuer werden. Achten Sie nicht nur auf Ihre Straight Outs, sondern auch darauf, wie viele davon Nuts Outs sind.

Flush Draws

Auch hier gilt als Faustregel, wenn man nicht zu den Nuts zieht, sollte man einen plan B haben.

Zieht man zu den Second Nuts oder schlechteren Händen, und unser einziger Plan, um den Pot zu gewinnen besteht darin, den Flush zu treffen, geraten wir schnell in Schwierigkeiten.

Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass einer unserer Gegner zu den nuts zieht, aber selbst dann haben wir ziemlich schwache Implied Odds.

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Wenn Sie nicht zu den Nuts ziehen, sollten Si eeinen Plan B haben.
 

Im Gegensatz zu Hold’em, wo man auch mit schlechteren Händen ausbezahtl werden kann, klappt das bei Omaha nur selten.

Einen Flush zu treffen, der schwächer als der Nut Flush ist, sollten Sie nicht einmal als Plan A einsetzen. Das geht nämlich meistens auf mehrere Arten schief.

Dagegen sind Nut flush Draws sehr starke Hände, vor allem, wenn sie noch einen Plan B haben.

Wenn Sie irgendetwas plus einen nut Flush Draw halten, ist das auf jeden Fall eine starke Hand.

Überprüfen sie mal ein wenig die Equitys, indem Sie ie Hände in einen Odds Calculator eingeben. Es wird Sie überraschen, wie sich einzelne Hände gegeneinander ausnehmen.

Z. B.: A J T 9 gegen 7 7 K 5 auf einem Board 7 8 2.

Der Wrap Flush Draw liegt gegen das fertige Set mit 50,33% sogar knapp vorn.

In Hold’em kann man mit einem Draw niemals gegen ein Set vorne liegen, in Omaha ist das aber möglich.

Sets

Sets sind trotzdem auch bei Omaha eine starke Hand.

Sets werden zu Full Houses, und Full Houses sind Hände für ganz große Pots.

Aber seien Sie gewarnt. Für Omaha gilt nicht, dass man mit einem Set möglichst sein ganzes Geld in die Mitte bekommen sollte, wie das bei Hold’em der Fall ist. Mit Bottom Set haben manche Spieler schon viel Geld verloren.

Für Sets gilt genau wie für die anderen Omaha-Hände: Erst ein Plan B macht das Set zu einer richtig starken Hand.

Scott Seiver
Sets sind gut, ein Plan B ist besser.
 

Zwei Paare

Zwei Paare sind in omaha nicht wirklich eine starke Hand.

Manchmal werden Sie gewinnen, aber meistens werden die Pots nicht besonders groß sein.

In Omaha gewinnt man große Pots mit großen Händen, und was bei Hold’em eine Bank ist, braucht für Omaha noch nicht mal mittelmäßig zu sein

Mehr Karten bedeuten mehr Chancen, Fehler zu machen. Ein Grund mehr, als Anfänger möglichst tight zu spielen, das gilt erst recht außer Position.

Fehler kosten Geld. Man sollte einen Plan haben, bevor man sich an den Tisch setzt, nur die Hände spelen, die auf dem richtigen Flop auch richtig treffen können, und dann für den Turn den Plan weiterverfolgen.

Auch der River ist dann einfacher zu spielen. Zwingen Sie Ihren Gegner, mehr Fehler zu machen als sie selbst.

Fallbeispiel:

$200 PLO, effektive Stcks $200. Sie erhöhen mit 5 6 3 4 vom Button auf $5. Der Big Blind bezahlt.

Der Flop fällt 8 5 3.

viktor blom2
Fehler können teuer werden.
 

Wie gut ist Ihre Hand?

In dieser Situation haben Sie nicht eine starke, sondern mehrere mittelmäßige Hände.

Sie halten einen Open-Ender, aber nur auf einer Seite zu den nuts. Daneben halten Sie einen schwachen Flush Draw sowie Bottom Two Pair.

Jede einzelne dieser Hände ist für sich genommen zu schwach, um weitergespielt zu werden, aber zusammengenommen sind sie natürlich stärker.

Kann schon sein, dass der Gegner einen besseren flush Draw hat, oder zwei bessere Paare, oder einen besseren Straight Draw, aber es ist unwahrscheinlich, dass er jede Ihrer Hände geschlagen hat.

Deswegen ist Ihre Hand in dieser Situation sogar relativ stark.

Zusammenfassung:

Ein Thema zieht sich wie ein roter Faden durch die Omahastrategie.

Je schwächer die Made Hand, desto besser muss der Draw sein. Je schwächer der Draw, desto stärker muss die fertige Hand sein.

Ist die Hand irgendwo dazwischen, ist man mit einem Fold häufig besser bedient, vor allem, wenn es viel Action gibt.


PLO – Nichts für Dummies: die Serie

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