PLO – Nichts für Dummies 4: Überschätzen Sie die Asse nicht

Vierter Teil unserer Strategieserie für alle, die PLO von Grund lernen und profitabel spielen möchten.

Unten auf dieser Seite finden Sie die Links zu allen Teilen der Serie.

Pocket Asse sind in der Variante Omaha eine ziemlich heikle Angelegenheit.

Anfänger überschätzen ihre Asse häufig und neigen dazu, sie komplett zu überspielen.

Ein Paar reicht bei Omaha selten, um eine Hand zu gewinnen.

Omaha ist nunmal ein Post-Flop-Spiel, und in einer Deepstack-Partie ist es sogar sehr schwierig, mit einem Paar Assen überhaupt bis zum Showdown zu kommen – ganz zu schweigen davon, damit auch zu gewinnen.

Die Asse zu spielen ist ziemlich schwierig, aber mit ein paar kleinen Tricks können Sie vielen Schwierigkeiten aus dem Weg gehen.

phil hellmuth 2915
He Jungs, ich hab' Asse!
 

Pot-Commitment ist das Ziel

Asse spielen sich in PLO am besten, wenn die Stacks relativ klein sind und/oder wenn man einen großen Teil seines Stacks vor dem Flop in die Mitte bekommt.

Mit Assen wollen wir uns pot-committen, um auf jedem Flop sofort all-in zu gehen.

Wie groß der Anteil unseres Stacks sein muss, den wir schon vor dem Flop in die Mitte schieben, ist eine Frage des Standpunkts, aber im besten Fall ist unser All-in auf dem Flop weniger als eine Potsize-Bet.

Eine andere Frage ist, wie wir es hinbekommen, pot-committed zu sein. Achten Sie genau auf Ihre Stackgröße und auf die aller Gegner.

Hat der erste Pre-Flop-Raiser einen kleinen Stack, können Sie direkt erhöhen, wenn Sie davon ausgehen können, heads-up zu spielen, denn dann können Sie sich gegen seinen Stack auf jeden Fall committen.

Man kann mit den Assen auch limpen, wenn man davon ausgehen kann, dass später noch erhöht wird, um dann eine checkraise Potsize-Bet abzufeuern, mit der man einen großen Teil des eigenen Stacks in den Pot bekommt.

He Leute, ich hab' Asse!

Achtung: Sie müssen sicherstellen, dass Sie mit dieser Bet bereits committed sind.

Nichts ist schlimmer als ein großer Pre-Flop-Raise, mit dem man sich nicht committed, und dann auf dem Flop nicht zu wissen, wo man steht.

Wenn es mit dem Commitment nicht klappt, ist es besser, nur zu callen und die Asse zu verstecken, um sich den Flop anzusehen.

Haben Sie einen Raise oder Re-Raise gespielt und dem Tisch damit mitgeteilt, dass Sie Asse halten, aber nicht genug gesetzt, um committed zu sein, bringen Sie sich in eine extrem gefährliche Situation.

Alle am Tisch wissen nun, dass Sie Asse halten und können sich entsprechend darauf einstellen, während Sie keine Ahnung haben, was die anderen halten.

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Nicht alle Asse sind gleich.
 

Dann können Sie nur Vermutungen anstellen, weshalb es häufig besser ist, mit Assen ein Raise nur zu bezahlen und die Asse verdeckt zu spielen, wenn man keine große Pre-Flop-Bet ansetzen kann.

Nicht alle Asse sind gleich

So wie manche Rundowns besser sind als andere, sind auch manche Asse besser als andere.

Nur weil Sie Asse halten, haben Sie damit noch lange keine gute Hand.

Okay, Asse sind zunächst mal Favorit über die meisten anderen Hände, aber man muss damit erst einmal zum Showdown kommen.

Gute Asse

Merken Sie, wie langsam in dieser Artikelserie die zentralen Themen deutlich werden?

Die besten Hände haben nicht nur eine Gewinnmöglichkeit. Sie hängen nicht nur von einem Aspekt der Hand ab, sondern haben viele Facetten.

Gute Pocket Asse haben immer noch etwas dabei, was ebenfalls gewinnen kann, z. B. einen Nut Flush Draw, einen Straight Draw oder eben etwas Anderes.

Gute Asse sehen z. B. so aus:

  • A A T J
  • A A K Q
  • A A 5 5

Es ist ganz einfach, die Qualität eines Paar Assen zu bewerten.

Asse sind zwar an sich schön anzusehen, aber in Omaha brauchen sie einen Plan B.

patrik antonius 13548
Kennen Sie die Stärke Ihrer Asse?
 

Wenn Sie ein wirklich starkes Paar Asse halten, brauchen Sie sich auch keine Sorgen mehr darum zu machen, dass der Tisch von Ihren Assen erfährt, denn Sie haben ja noch ein paar andere Eisen im Feuer.

Schlechte Asse

Schlechte Asse sind genau das Gegenteil. Sie sind einfach nur Asse.

Sie besitzen keinerlei zusätzliches Potenzial, und im Showdown werden einfach nur ein Paar Asse den Pot gewinnen müssen.

Ein Beispiel für schlechte Asse:

A A 7 2

Diese Asse sind schwierig zu spielen und sehr schwach.

Wenn Sie sich damit nicht committen können, dann callen Sie besser und verbergen Sie die Asse.

Fallstudie:

$1/$2 PLO, $400 effektive Stacks. Es gibt zwei Limper vor dem Button, dieser erhöht auf $6.

Sie halten A A 4 9 im SB.

Wie gehen Sie vor?

In diesem Spot sollten Sie fast immer nur callen.

Ihre Asse sind ziemlich mies, sie haben keine Position, und die Stacks sind deep, also können Sie sich auf keinen Fall committen.

Sehen wir uns die Situation noch einmal mit ein paar kleinen Veränderungen an.

viktor blom3
Es ist ein schmaler Grat zwischen großartig und furchtbar.
 

$1/$2 PLO, Stack $50. UTG erhöht auf $6, zwei Spieler callen.

Sie sitzen immer noch im SB mit A A 4 9.

Jetzt sind aber $21 im Pot und Sie können maximal $27 setzen.

Wie gehen Sie vor?

Hier können Sie sich ganz einfach pot-committen und über 50% Ihres Stacks in den Pot bringen.

Also setzen Sie Pot und schieben Sie den Rest auf jedem Flop in die Mitte!

Zusammenfassung

Asse sind in Omaha ein schmaler Grat zwischen großartig und furchtbar.

Asse bringen jeden Anfänger in Schwierigkeiten, und zwar häufiger als jede andere Hand.

Wer von Hold’em zu Omaha wechselt, begeht oft den Fehler zu glauben, dass Asse so etwas wie die Stone Cold Nuts sind, dabei sind sie nur eine Hand von vielen.

Wenn Sie jedoch klug mit der Hand umgehen, die Stärke der Asse richtig einschätzen, die Position und Stackgrößen mit einbeziehen, werden Sie insgesamt ein tieferes Verständnis für die Variante Omaha entwickeln.


PLO – Nichts für Dummies: die Serie

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