Pleiten, Pech und Poker

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Ein Mann gewinnt ein Frauenturnier, vier Casino-Manager ziehen den ganz großen Coup durch und die Show „Face the Ace" wird auf $85.000.000 Schadenersatz verklagt!

Gauner sind besonders lustig, wenn sie dreist oder dämlich sind. Brandon McSmith (wenn das wirklich kein Künstlername ist) vereint beide Eigenschaften auf sich. Nachdem die höchst langweilige Fernsehshow „Face the Ace" nun zum dritten Mal ausgestrahlt und wieder einen erfolglosen Kandidaten desillusioniert nach Hause geschickt hat, erklärte sich McSmith (vielleicht ein Verwandter von McFly?) zum eigentlichen Erfinder der Show. Schon vor zwei Jahren hatte er nämlich die Idee, einen hergelaufenen Amateur zu nehmen und diesen dann gegen Profis um einen Platz bei der WSOP antreten zu lassen. Er bot die Idee der Firma Poker Productions an, die jedoch ablehnte. Und jetzt hat genau diese Firma „Face the Ace" ins Leben gerufen, in der man eine Million gewinnen kann, wenn man drei Profis nacheinander schlägt. (Natürlich gelingt das keinem, und deshalb ist die Sendung auch schön billig.) Das kann kein Zufall sein.

Wie bitte, heads-up gegen Profis? Vorsicht Full Tilt, es ist nur eine Frage der Zeit, bis Ihr wegen Eurer Heads-up-Challenge auch in Deutschland mit einer Klage in dreistelliger Höhe überzogen werdet! Also mehrere hundert Euro. Die selbst für amerikanische Verhältnisse aberwitzigen 85 Mio. Dollar, die McSmith wegen der erlittenen seelischen Schäden gerne erstattet haben möchte, sind in Europa wohl nicht zu erzielen.

face the ace
Das Geld ist nicht genug.

Da fällt mir ein, wie wäre es, wenn man ein paar C-Prominente, die es nicht in den RTL-Dschungel schaffen, an einen Pokertisch setzt und gegeneinander spielen lässt, um sie wenigstens zu blamieren, wenn sie schon ins Fernsehen dürfen? Wie bitte, gibt's schon? TV Total? Aber die Idee können die doch unmöglich vor mir gehabt haben. Anwalt, übernehmen Sie!

Der Clou

In dem gleichnamigen, genialen Trickbetrügerkrimi mit Paul Newman und Robert Redford um Poker und Pferdewetten knöpfen die beiden sympathischen Halunken dem Bösewicht am Ende $500.000 ab. Scott Marshall, Jonathan Sanner, Jason Peterson und Thomas Kordick, vier Casino-Manager bei Planet Hollywood in Las Vegas hielten sich für ähnlich clever. Sie wollten die Sonderpreise, die das Casino auszahlt, wenn ein Spieler bestimmte Pokerhände erhält, auf schlaue Weise kassieren: Sie dachten sich Spielernamen aus, füllten die entsprechenden Formulare aus, die das Casino für die Gewinnauszahlung benötigt, einfach selbst aus und unterschrieben sich dann die Papiere gegenseitig. Zwei Tage lang dauerte die Operation. In dem brillanten Plan verstecken sich leider auch zwei winzige Fehler. Erstens: Alle Casinos in Las Vegas sind voller Überwachungskameras; und zweitens: Wenn gleich mehrere Spieler, die noch niemals in Las Vegas in Erscheinung getreten sind, innerhalb von zwei Tagen in ein- und demselben Casino mehrere Sonder-Jackpots gewinnen, erregt das ein gewisses Misstrauen. Alle vier Beschuldigten wurden in Gewahrsam genommen. Ihre Beute betrug 2000 Dollar. Redford und Newman waren irgendwie doch cooler.

Can you do the can-can?
Ladies' Event - auch ein schönes Beispiel für Diskriminierung.

Tootsie

Abraham Korotki hat Event Nr. 7 der Borgata Poker Open und $20.982 Siegprämie gewonnen. Das ist eine schöne Sache für Abraham und an sich nichts Besonderes. Allerdings war Event Nr. 7 ein „Ladies only" Turnier, und 268 der 269 Spieler waren Spielerinnen. Korotki war indes nicht der erste Spieler, der bei einem Damenturnier mitspielte. Auch Pokerautor John Vorhaus und der ehemalige Baseball-Profi Jose Canseco nahmen schon an Ladies Events teil. Es ist nämlich nicht nur so, dass das Management einer freundlichen Anfrage durchaus zugeneigt gegenübersteht. Vielmehr ist ein reines Frauenturnier rechtlich gesehen ein Fall von sexueller Diskriminierung. Es gibt ja auch kein reines Männerturnier. Man stelle sich nur die Klagewelle vor, wenn eine Frau aufgrund ihres Geschlechts von einem Pokerturnier ausgeschlossen würde. In Las Vegas ist inzwischen eine Diskussion darum entbrannt, es überhaupt sinnvoll ist, reine Damenturniere abzuhalten, da es dafür keine rechtliche Handhabe gibt.

 

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