Weltmeister Pius Heinz und die deutsche Pokerszene

Pius Heinz

Seit knapp einem halben Jahr ist Pius Heinz nun der ungekrönte König aller Klassen der Pokerwelt. Ein Rückblick und Ausblick auf die Entwicklung auch in Deutschland.

Seit fünf Monaten ist Pius Heinz einer der bekanntesten Pokerspieler der Welt. In dieser Zeit war fast ununterbrochen weltweit unterwegs, um das beliebteste Katenspiel der Welt standesgemäß zu repräsentieren.

Ein Leben, das Spuren bei einem 22-Jährigen hinterlässt. Sein Hauptaugenmerk ist aber immer sein Heimatland geblieben.

PL.com: Bald geht es mit der nächsten WSOP wieder los. Wie hat sich dein Leben seit dem Triumph im November verändert?

PH: Mein Privatleben ist praktisch unverändert geblieben. Ich glaube, ich bin ziemlich genau derselbe geblieben, der ich war.

Was meinen Beruf angeht, hat sich aber alles komplett verändert. Vor dem Main Event war ich vollkommen unbekannt, und jetzt kennt mich jeder in der Szene.

Ich komme mehr rum als früher, reise viel, gebe viele Interviews und mache viele Photos. Ich habe heute einen ganz anderen Blickwinkel auf die Pokerwelt.

Früher war ich nur ein Spieler, aber jetzt weiß ich auch, wie die Medien arbeiten und wie die ganze Branche im Hintergrund funktioniert.

Manchmal ist es schon anstrengend, mit der ganzen Aufmerksamkeit und der Verantwortung umzugehen, aber es ist auch eine phantastische Erfahrung. Ich möchte sie auf keinen Fall missen.

wsop main event 2011 final table champion pius heinz
Genieß es, solange du kannst.

PL.com: Der Weltmeister wird immer auch als eine Art Poker-Botschafter angesehen. Was hast du getan, um ein guter Botschafter zu sein?

PH: Ich habe mich definitiv auf Deutschland konzentriert, weil ich glaube, dass ich dafür auch die Verantwortung trage. Poker hat dort nicht nur ein positives Image, und ich möchte helfen, so viel ich kann.

Ich habe viele Interviews gegeben und war in einer Reihe von Fernsehshows, und ich habe mein möglichstes getan, um zu zeigen, dass Poker ein tolles Spiel mit vielen verschiedenen Facetten ist.

In Deutschland herrschen noch immer viele stereotype Meinungen vor, dass Poker ein Spiel für Kriminelle ist und so etwas. Dagegen wollte ich etwas tun.

PL.com: Wie hat die deutsche Pokerszene auf deinen Sieg reagiert?

PH: Es gab keinerlei Eifersucht, und die ist in Deutschland eigentlich weit verbreitet, aber obwohl ich als 22-Jähriger so viel gewonnen habe, habe ich nur positive Erfahrungen gemacht.

Es hat Eindruck gemacht, dass ein bescheidener und halbwegs intelligenter junger Mann sich in den Mainstream-Medien so positiv über Poker geäußert hat. Ich hoffe, ich habe Poker in Deutschland gut repräsentiert.

PL.com: Was ist die größte Veränderung in deinem Leben?

PH: Die Freiheit. Ich habe Freiheit und Sicherheit für mein Leben gewonnen. Im Grunde habe ich ausgesorgt, wenn ich es nicht ganz dämlich anstelle. Das ist etwas Besonderes für einen 22-Jährigen, und dafür bin ich sehr dankbar.

PL.com: Freust du dich darauf, in diesem Sommer wieder nach Las Vegas zu fahren?

PH: Na ja, in Deutschland kennen mich jetzt viele, aber in Las Vegas kennt mich wahrscheinlich jeder. Kann also sein, dass alles ein bisschen zu verrückt wird. Ich hoffe, dass ich nicht immer eine halbe Stunde brauche, um vom Eingang des Rio zum Spielsaal zu kommen.

Aber Vegas ist auch der Ort, dem ich alles zu verdanken habe, also freue ich mich natürlich darauf. Außerdem habe ich ja erst ein Bracelet gewonnen, und es gibt ja so viele.

PL.com: Wer sollte in diesem Jahr den Main Event gewinnen?

PH: Ich glaube, am besten wäre, wenn endlich einmal eine Frau gewinnt. Vor allem, wenn sie gut aussieht.

PL.com: Welchen Tipp hättest du für den kommenden Sieger?

PH: Genieß es, solange und soviel du kannst.

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare