Phil Jordan & das Königreich der Pokerwelt

Phil Hellmuth

Was haben Johnny Chan und Phil Hellmuth gemeinsam? Klar: beide waren einmal die Herrscher auf dem Poker-Olymp und beide laufen seit geraumer Zeit ihrem eigenen Mythos hinterher. Dass sie das Maul aber immer noch weiter aufreißen können als der Rest bewiesen sie erst kürzlich. Phil machte seinem Spitznamen „Hellmouth" alle Ehre und verglich sich mit Michael Jordan und Johnny der „Orient-Express" erklärte Macao zum bald größten Königreich der Pokerwelt.

Ein bekannter deutscher Kolumnist sagte einmal, Altherrenhumor gleiche der Angstblüte absterbender Bäume. Damit ist nichts anderes gemeint, als dass vor dem Gang ins Jenseits noch einmal das schönste Kleid getragen wird.

Ob Johnny Chan und Phil Hellmuth schon mit einem Fuß in ihrem ganz persönlichen Pokergrab stehen, ist noch nicht gewiss, aber die Blüten der Angst scheinen sie auf jeden Fall schon mal auszutreiben.

Für den Poker Rüpel Hellmuth ist der Anlass dazu ganz konkret. Vor ein paar Wochen war nämlich ein Buch von Poker-Autor Dusty „leatherass" Schmidt erschienen, dass Hellmuth und ein paar Anderen den Gang in die Poker-Rente anzuempfehlen schien. Unter dem Titel „Dont listen to Phil Hellmuth - Correcting The 50 Worst Pieces Of Poker Advice You've Ever Heard" (dt. „Hör nicht auf Phil Hellmuth - Korrekturen zu den 50 unsinnigsten Pokerweisheiten, die du je gehört hast") hatte der Autor Sprüche, Ratschläge und Weisheiten bekannter Pokerspieler und Kommentatoren zusammengefasst, sie auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft und in den meisten Fällen als bloßes Geschwafel entlarvt.

Phil Hellmuth, der in diesem Werk ganz besonders viel Prügel bezog, hat sich nun auf seiner facebook-Seite zu dem Buch geäußert.

„Wenn ich nichts von Poker verstehe", so Phil in seiner unnachahmlichen Art „dann versteht Michael Jordan nichts von Basketball." Es war ein klassischer Poker Brat O-Ton a la „Ich kann Kugel ausweichen" oder „Wenn es beim Poker nicht auch um Glück ginge würde ich immer gewinnen."

Ganz falsch liegt Phil Hellmuth mit seinem Vergleich zum größten Basketballer aller Zeiten indes nicht. Zum einen hat er elf Bracelets und Jordan nur sechs Championsringe und zu anderen scheint auch er ähnlich wie der 47-jährige Jordan im Profigeschäft längst nicht mehr mithalten zu können.

Ein wenig wolkiger mit seinen Vergleichen ist da Johnny Chan. Beim Pokern selbst ist der einst gefürchtete Orient-Express ein wenig zahnlos geworden und so versucht er sich im neuen Markt in Asien zu positionieren. Und weil auch dort das Klappern zum Geschäft gehört, erklärte er kürzlich großspurig: „Macao wird schon bald das größte Königreich in der Pokerwelt sein."

Zwar hat genau dort vor ein paar Wochen das teuerste Live Cash-Game der jüngeren Geschichte stattgefunden, aber vom größten „Königreich des Poker" scheint man realistisch gesehen immer noch Meilen entfernt zu sein.

Im Forum von 2+2, wo der Satz eine kleine Kontroverse ausgelöst hat, gibt ein User zu bedenken, dass man wohl kaum vom „largest kingdom" sprechen könne, wenn dort 35 Dollar max auf jede Hand Rake genommen werde. Das könne man nur dann nicht als Problem betrachten, wenn man entweder auf den Nosebleed-Limits Zuhause sei oder keinen Wert darauf lege ein winning Grinder zu sein.

Andererseits, so ein anderer Diskutant sei Chan Asiate und „das Rake ist so ungefähr das Letzte, was einen asiatischen Gambler interessiert."

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Brother 2011-07-19 17:55:36

Phil Hellmuth kann im Profisport nicht mehr mithalten? Aaah, nachdem ich diese öffentliche Meinung kenne, ist die 2011 WSOP eine umso größere Genugtuung... *gg*

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