Ist Phil Ivey pleite?

Phil Ivey

Das letzte Statement des einstigen Pokerkönigs Phil Ivey stammt vom 31. Mai. Nun aber sorgen Enthüllungen um seine Scheidung von Luciaetta für neue Spekulationen. Hat Ivey einen Scheidungsrichter bestochen? Warum zahlt er seit April seinen Unterhalt nicht? Ist der einstige Multimillionär am Ende sogar pleite?

Er war mal der unumschränkte Herrscher des Highstakes-Poker. Seine Fähigkeiten waren gefürchtet, seine Reputation fast blütenweiß und seine Bankroll schien unendlich groß. Doch seit dem Zusammenbruch des FullTilt-Imperiums, an dem er nicht unerhebliche Anteile besaß, scheint es mit Phil Ivey bergab zu gehen.

Die neuesten, nicht wirklich schmeichelhaften Enthüllungen bringt nun der Scheidungsfall mit seiner Ex-Ehefrau Luciaetta ans Licht. Von ihr wurde Phil Ivey am 29. 12. 2009, nach sieben gemeinsamen Jahren offiziell geschieden. Nun, fast zwei Jahre später geht der eigentlich abgeschlossene Fall in die nächste Runde. Wie das Las Vegas Review-Journal in seiner Sonntagsausgabe berichtete, hat Luciaetta Ivey‘s Anwalt, Bruce Shapiro, dem Obersten Gerichtshofs Nevadas neue Dokumente vorgelegt, nach denen die Objektivität des Vorsitzenden Richters, Bill Gonzales, angezweifelt werden darf.

Phil Ivey soll den Wahlkampf des Vorsitzenden Familienrichters mit Spenden unterstützt haben und sieht sich nun dem Vorwurf der Bestechung gegenüber. Die Dokumente Shapiros besagen, dass Phil Ivey am 17. 4. 2010 eine Spende in Höhe von 5000 Dollar an Gonzales tätigte. Laut Luciaetta Ivey hätten die beiden vorher, abgesehen von Barack Obamas Präsidentschaftskampagne nie aus politischen Gründen gespendet.

Im US-Bundesstaat Nevada stellen Spenden bis zu 10.000 Dollar keinen Gesetzesverstoß dar. Auch ist es zum Beispiel Richtern nicht untersagt Zuwendungen in dieser Höhe anzunehmen. Dennoch muss laut, Bruce Shapiro nun die Objektivität des Gerichts angezweifelt werden. Luciaetta Ivey, der während der Verhandlungen immer wieder Zweifel an der Unvoreingenommenheit des Gerichts gekommen waren, zeigte sich in einem Telefoninterview entsetzt über die neuesten Enthüllungen: „Ich fühle mich hintergangen. Ich bin enttäuscht und angewidert.“

Doch das großzügige Spendenverhalten Iveys ist nicht der einzige Grund zur Klage für seine Exfrau. So soll Phil seit April diesen Jahres keinen Unterhalt mehr an Luciaetta bezahlt haben. Ihr gemeinsames Einkommen 2008, das sich vor allem aus den Sponsorenhonoraren und Anteilen an der Firma TiltwareLLC zusammensetzte, war vom Gericht auf 8 Millionen Dollar festgelegt worden. Daraus ergab sich ein Unterhaltsanspruch Luciaettas, der von Phil Ivey nun seit schon über einem halben Jahr nicht mehr bedient worden ist.

Ivey's Rechtsanwalt David Chesnoff erklärte, sein Klient hätte das Recht auf eine Aussetzung der Unterhaltszahlungen, da er seit April diesen Jahres tatsächlich keine offiziellen Einnahmen aus den angegebenen Geschäften mehr erhalten habe.

Genau diese Erklärung führte nun kürzlich zu ersten Gerüchten über die allgemeine Liquidität Phil Iveys. Einer der sich darüber überaus detailliert äußerte, war Mike Matusows Bruder Scott. In seinem Blog erklärte er gestern:

„Die Gerüchteküche wirft immer mehr Fakten zu einer Zahlungsunfähigkeit Iveys aus. Und es scheint so, als seien die meisten von ihnen korrekt. Fühle ich mich schlecht dabei? Zum Teufel, nein. Ich fühle mit seiner Exfrau, die allerdings hätte wissen müssen, dass sie einen Süchtigen geheiratet hat. Man weiß von wenigstens einem Casino, dem Ivey 10 Millionen Dollar schuldet. Und Phil wäre wirklich gut beraten gewesen diese Klage nicht gegen FullTilt anzustrengen. Nach meinen Quellen hat er damit einen schon mündlichen Deal mit einem Investor kaputt gemacht.“

Wie Scott Matusow außerdem feststellte, schuldet Phil Ivey FullTilt und damit auch seinen immer noch nicht ausgezahlten Spielern weitere 6 Millionen Dollar.

Wahrscheinlich wird sich schon bald herausstellen, ob der einstige König der Nosebleed-Limits wenigstens diesen Betrag noch aus eigener Tasche begleichen kann.

 

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