Habemus Hellmuth – WSOPE 2012

phil hellmuth 13 bracelets

Phil Hellmuth gewinnt und wird der erste Spieler, der den WSOP Main Event in Las Vegas und in Europa gewinnt. Watson duselt sich im High Roller gegen Juanda zum Sieg.

Das Monster schreibt Geschichte. Wieder einmal. Phil Hellmuth hat in der Nacht sein 13. Bracelet gewonnen, den WSOPE Main Event für sich entschieden und den schweren Gegner Sergej Baranow auf Platz 2 verwiesen.

„Ich bin überwältigt“, sagte ein von sich selbst erstaunter Hellmuth nach dem Finale. „Ich versuche, mir klarzumachen, dass das hier wirklich passiert.“

Es sind wohl weniger die €1,02 Mio. Euro, die Hellmuth seiner Bankroll hinzufügen darf, es ist wohl mehr der Umstand, wie weit sich Hellmuth nun von dem Rest der Pokerwelt entfernt hat.

„OMFG“, twitterte Liv Boeree, „Ich weiß nicht wie er das macht. Aber er macht es.“

Mit dem Sieg konnte Hellmuth auch die Führung in der Tabelle zum „Player of the Year“ übernommen. Nur Greg Merson ist noch theoretisch in der Lage, ihm diese zusätzliche Trophäe wieder zu entreißen.

Spektakuläres Finale

„Ohne jeden Zweifel war das das beste Turnier, das ich jemals gespielt habe“, resümiert Hellmuth.

Dabei war der Finaltisch nicht ohne Höhen und Tiefen. Hellmuth begann den letzten Tag als Chipleader, doch es gab Momente, da verlor er doch die Fassung.

Als Baranow zum wiederholten Mal Bets auf mehreren Straßen ohne eine Hand bezahlte und dann auf dem River noch eine Gewinnerkarte traf, ließ sich Hellmuth entgeistert auf den Boden fallen und blieb dort minutenlang jammernd liegen.

Baranow quittierte die Vorstellung mit Applaus, in den das ganze Publikum freundlich einfiel. Natürlich fiel Hellmuth nicht vom Stuhl, wenn ihm ähnliche Suck-outs gelangen.

Mercier und Cheong scheitern

Der Finaltisch fand leider ohne deutsche Beteiligung statt. Bester Deutscher war Philipp Gruissem, der hernach allerdings den Finaltisch des High Roller Events erreichte (s. u.).

Mit dem wiedererstarkten Jason Mercier, Christopher Brammer und dem November Niner Joseph Cheong war der Finaltisch trotzdem top besetzt.

Mercier ging als Shortstack an den Tisch und suchte früh nach einer Möglichkeit, seinen Stack zu verdoppeln. Das misslang, und Mercier verließ als Erster den Tisch und als Achtplatzierter das Turnier.

wsope main event final table
Der Main Event Finaltisch.

Brammer erreichte den fünften Platz, riskierte dann sein Turnier mit K-T, verlor aber gegen Baranows A-J.

Joseph Cheong sah mit Baranow und Hellmuth zwei Big Stacks zu seiner Linken und konnte gegen diese nie ernsthaft etwas ausrichten.

Er wurde Vierter und überließ den letzten Lokalmatador den Kampf gegen die beiden Chipleader.

Albertini hielt sich lange. Er spielte vorsichtig, verdoppelte gegen Baranow, bekam ein paar gute Hände zur richtigen Zeit und spielte diese stark.

Leider genügt das nicht immer. Hellmuth fühlte sich schließlich mit Pocket Siebenen stark genug, um ein All-in des Franzosen zu bezahlen. Albertini hielt Buben. Auf dem Board geschah nichts Spektakuläres – jedenfalls nicht bis zum River.

Dort erschien eine der beiden anderen Siebenen. Hellmuth blieb zwei Sekunden lang regungslos sitzen und gratulierte dem Franzosen dann zu seinem großartigen Turnier.

Heads-up

Hellmuth und Baranow hatten sich den ganzen Abend über beharkt, in diesem für Pokerspieler typischen Tonfall, der irgendwo zwischen freundlich und bösartig hin- und herwabert.

Nach vielen Stunden Finaltisch wurde das Finale ein kurzes. Baranow ging all-in, Hellmuth hielt A-T, erklärte, „Ich gewinne das Ding hier und jetzt“, und annoncierte Call. BAranow zeigte A-4.

Kein Treffer auf dem Board, Hellmuth gewann das Turnier mit Ass hoch.

Damit ist Phil Hellmuth mit jetzt 13 Bracelets der alleinige Herrscher im Pokerolymp.

Doyle Brunson und Johnny Chan liegen mit je zehn Bracelets auf den Plätzen. Beider haben aber schon seit sieben Jahren kein Bracelet mehr gewonnen.

mike watson
Mike Watson - glücklicher High Roller GEwinner.

Dagegen scheint Hellmuth erst jetzt auf dem Höhepunkt seines Könnens. Neun Finaltische in den letzten beiden Jahren lassen kaum Gegenargumente zu.

Payouts am Finaltisch:

1. Phil Hellmuth, €1.022.376
2. Sergej Baranow, €632.593
3. Stéphane Albertini, €423.360
4. Joseph Cheong, €292.320
5. Chris Brammer, €207.648
6. Paul Tedeschi, €149.184
7. Stéphane Girault, €108.864
8. Jason Mercier, €84.672

Mike Watson und Fortuna vs. Juanda

Mike „SirWatts“ Watson entschied den Majestic High Roller für sich und kassierte ebenfalls eine Million Euro.

John Juanda sah bis kurz vor Schluss wie der Sieger aus. Er wurde Zweiter und erhielt dafür €600.000, hatte allerdings auch drei Rebuys und damit €150.000 bezahlt.

Bei fast gleich großen Stacks traf Watson mit A-J auf Juandas A-K. Diese Hand hätte eigentlich die letzte sein sollen, aber ein Bube auf dem Turn stellte die Weichen um.

Kurz danach war es vorbei.

Auf dem dritten Platz landete Richard Yong, der Juanda das zweite Rebuy erst ermöglich hatte.

Reinkemeier und Gruissem am Finaltisch

Philipp Gruissem und Tobias Reinkemeier sind ausgewiesene High Roller Spezialisten. Diesem Ruf wurden sie auch in Cannes wieder gerecht.

Beide erreichten Finaltisch und Geldränge. Gruissem selbst nahm dann bei noch fünf Spielern Reinkemeier vom Tisch, verlor aber kurz danach einen Coin Flip und seine Chips an den späteren Sieger Mike Watson.

Payouts am Final Table:

1. Mike Watson, €1.000.000
2. John Juanda, €600.000
3. Richard Yong, €400.000
4. Philipp Gruissem, €275.000
5. Tobias Reinkemeier, €200.000
6. Jani Sointula, €160.000
7. Steve O’Dwyer, €130.000
8. David Benefield, €115.000

Ein sensationelles Finale mit einem Überraschungssieger und einem Rekordmeister beenden die WSOPE in Cannes.

Die Teilnehmerfelder waren kleiner, aber hochklassig. Grund dafür war der Mangel an Online-Satellites, der hier auf einen französischen Pokerraum beschränkt war.

wsope
Die WSOPE 2012 war ein Event von höchster Qualität.

Zwar wünscht sich der Veranstalter natürlich volle Turniere, besieht man sich aber die hohe Qualität, die hier erreicht wurde, sieht es ein wenig so aus, als sei den Franzosen das gelungen, was Epic Poker eigentlich zum Ziel hatte:

Turniere, in denen die besten gegeneinander antreten.

Der Pokertross zieht nun weiter nach Italien, wo die EPT San Remo bereits begonnen hat.

PokerZeit/PokerListings wird auch hier wieder live vor Ort sein und täglich berichten.

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Comebacker 2012-10-05 05:51:00

Der alte Sach zeigt den Nerds noch regelmäßig, wo der Hammer hängt.

AssaufdemFluss 2012-10-05 05:49:58

Hellmuth, du coole Sau!