Phil Galfond fordert Reform der Online Cash Games

Phil Galfond
Phil "OMGClayAiken" Galfond.

Als „OMGClayAiken“ und „MrSweets28“ ist Phil Galfond zur Online-Legende geworden und hat fast acht Millionen Dollar Gewinn eingefahren. Darüber hinaus gilt der Erfinder der G-Buck-Theory auch als einer der großen Vordenker des modernen Online-Poker. Seit Anfang des Jahres nun analysiert er in seinem Blog regelmäßig den Stand der Online-Cash Games und fordert deren umfassende Reform.

Das Online-Poker hat sich zum „Schlechteren verändert“, daran lässt Phil Galfond keinen Zweifel. Zwar hat er seine eigene Coaching- und Video-News-Website Bluefire-Poker mittlerweile außer Betrieb genommen, dafür zeigt er sich auf seinem Blog und via Twitter umso gesprächiger und hat jetzt eine umfassende Analyse zum aktuellen Stand vor allem der Online-High Stakes Cash Games geliefert.

Sein Anliegen scheinen vor allem jene Verhaltensweisen zu sein, welche seiner Meinung nach für den Anfang vom Ende der Cash Games verantwortlich sind. Dabei liefert er gleich eine ganze Palette an Themen und Verbesserungsvorschlägen

Zwar beziehen sich Galfonds Analysen und Anregungen vor allem auf die hohen Levels, aber können fast alle seiner Ideen können genauso auch auf die unteren Limits angewendet werden.

Galfonds Gedanken kreisen um drei zentrale Forderungen:

  1. Macht aus Poker wieder ein einfacheres und spaßorientiertes Erlebnis.
  2. Schließt alle die Lücken im System, mit deren Hilfe unehrliche Spieler andere ehrlichere Spieler betrügen können.
  3. Macht die Online-Action wieder flexibler und demontiert die Barrieren, die einen größeren Spielfluss behindern.

Und Galfond wäre nicht der Visionär (für den ihn viele halten), wenn er nicht mögliche Lösungen hinterher liefern würde. Eine betrifft vor allem das Nutzen der so genannten Head-up-Displays, mit deren Hilfe der Spieler wie der Pilot in einem Kampfjet permanent mit Informationen über seine Gegner gefüttert wird.

Um die Wirkung dieses lediglich stumpfen Auswertens von technischen Daten auf das moderne Online-Spiel abzuschwächen, macht Galfond zwei Vorschläge:

  1. Nach dem Vorbild von bodog alle Spieler komplett anonym spielen zu lassen.
  2. Oder den Spielern erlauben, ihre Sreen-Names so oft wie gewünscht zu wechseln.

Der zweite wichtige Vorschlag bezieht sich vor allem auf die Verzögerungen des Online-Spiels durch unendliche Wartelisten. Gerade Spieler, die sich an Dutzenden von Tischen in die Listen eintragen, um dann an keinem der Tische zu spielen, blockieren den ungehinderten Spielfluss. Phil Galfond hat auch dafür eine Lösung parat.

Ähnlich wie in vielen Live-Casinos soll auch Online, sobald vier Spieler auf der Warteliste stehen ein neuer Tisch eröffnet werden.

Ein Problem, für welches auch Phil Galfond keine praktische Lösung anzubieten weiß, ist das so genannte Bum-Hunting, das Suchen der Regulars nach wohlhabenden Fischen und das schon fast schwarmartige Jagen dieser Beute durch mehrere Regulars.

Diesbezüglich gibt er den wettkampf- und spendefreudigen Amateuren nur ein paar Tipps mit auf den Weg. Außerdem appelliert er an den Spaßfaktor beim Pokern. Regulars, so Galfond, die es gar nicht mehr riskieren auch ein bisschen –EV zu spielen, würden damit eigentlich nur signalisieren, dass sie eigentlich über ihrem wirklichen Limit spielen.

Die „lets make some changes“-Blog-Einträge von Phil Galfond haben nicht nur auf der populären TwoPlusTwo-Seite eine rege Diskussion ausgelöst, sondern auch PokerStars zu einem Statement animiert.

 

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Walhalla 2012-01-26 07:31:34

Habe zwar selbst nicht die Bankroll (oder das Können) für die hohen Limits, sehe aber öfters mal zu. Ich frage mich schon lange, wie die High Roller überhaupt GEld machen. an den meisten Tischen passiert doch gar nichts.
Wer setzt sich denn freiwillig an einen Tisch mit fünf Sharks?