PCA 2010: Rekordfeld und flachere Payout-Struktur

Daniel Negreanu
"Ich bin stocksauer."

1529 Spieler sorgten für das bisher größte Teilnehmerfeld des PokerStars Caribbean Adventure. Davon werden 224 Spieler ins Geld kommen - deutlich mehr als im letzten Jahr. Einige Top-Profis ärgern sich über verlorenen Value am Finaltisch.

Als der Kanadier Poorya Nazari im letzten Jahr gegen 1346 Spieler bestand, erhielt er dafür 3 Mio. Dollar. In diesem Jahr wird der Gewinner „nur" 2,2 Mio. erhalten, und dass, obwohl fast 200 Spieler mehr dabei sind.

Grund dafür ist neben der flacheren Auszahlungsstruktur (ca. 15% statt der früher üblichen 10% ITM) auch eine höhere Auszahlung an die, die es gerade so schaffen, in die Geldränge zu kommen. Statt $12.500 werden dieses Jahr ca. $15.000 ausgeschüttet.

Mark Newhouse
Newhouse - Eine dumme Idee?

Die Profis

Nicht alle Spieler sind mit dieser Regelung zufrieden. Team PokerStars Pro Daniel Negreanu fand deutliche Worte: „Das ist furchtbar, ich bin stocksauer", sagte er. „Jetrzt müssen wir alle noch härter arbeiten und noch mehr Spieler überleben, um dann weniger Geld zu bekommen. Eine bescheuerte Idee."

Auch Mark Newhouse, der kürzlich die Sunday Million gewann, äußerte sich kritisch: „Ich halte das für eine dumme Idee. Wir haben mit miondestens $4 Mio. gerechnet, und jetzt das. Man sollte annehmen, dass der erste Preis größer werden soll und nicht kleiner. Das wäre auch besser für Poker."

Ganz anderer Meinungist Barry Greenstein, denn die „Verluste" des Gewinners helfen ja schließlich den anderen Geldgewinnern. „Ich glaube, die Entscheidung ist für Poker insgesamt positiv. Natürlich will der Gewinner mehr Geld haben, aber mal ehrlich, was ist besser für PokerStars? Für einen Online-Pokeranbieter wird es sich auf Dauer auszahlen, wenn man möglichst viel Geld an möglichst viele Spieler vergibt.

Barry Greenstein
Greenstein - Möglichst viel Geld für möglichst viele Spieler.

Außerdem spielen in diesem Turnier viele Online-Qualifikanten mit, für die jeder Cash ein Erfolgserlebnis ist, auch wenn es nur gerade so ins Geld gereicht hat. So entstehen mehr Erfolgsgeschichten. Es ist schon etwas Anderes, wenn wie im Bellagio jeder Spieler $10.000 aus eigener Tasche bezahlt. Da macht eine steilere Auszahlung mehr Sinn, aber hier ist meiner Meinung nach die richtige Entscheidung getroffen worden."

In diesem Jahr sind fast die Hälfte der Spieler Online-Qualifikanten.

Der Turnierleiter

Der Turnierleiter und Live-Poker-Experte Neil Johnson erläutert die Entscheidung: „Mehr Spieler erhalten mehr Geld. Das ist besser für den ROI der einzelnen Spieler und für die Ökonomie von Poker im Allgemeinen."

What It All Comes Down To
$1,9 Mio. Differenz zwischen Platz 1 und 3.

Außerdem wies Johnson darauf hin, dass PokerStars im vergangenen Jahr $3 Mio. für den Sieger garantiert hatte. Deshalb mussten alle anderen Stufen angepasst werden, was u. A. dazu führte, dass die Differenz zwischen Platz 1 und Platz 3 schon $1,9 Mio. betrug.

Aufgrund dieser Schieflage der Auszahlung einigten sich die letzten drei Spieler denn auch flugs auf einen Deal. Dass es bei großen Preispools zu Deals kommt, wird von den Kritikern an dieser Stelle wohl übersehen. Dabei ist das durchaus keine Ausnahme, denn es geht hier um Summen, die auch Profis nicht kalt lassen.

„Egal, wie viel Geld Sie besitzen, hier möchten Sie keinen Coin Flip mehr riskieren", erklärt Johnson. „Wir wissen doch sowieso, dass die letzten Spieler sich einigen werden, deshalb können die Payouts von PokerStars auch ruhig ein bisschen flacher sein."

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Rincewind 2010-01-08 13:49:41

Eigentlich doch nicht schlecht. Ich habe jedenfalls noch keinen FInaltisch bei der Sunday Milion gerailt, wo nicht irgendwann gedealt wurde.