Patrick Partouche macht Schluss, gibt sich schuldlos

patrick partouche
Es wird dunkel um Partouche.

Die fünfte Partouche Poker Tour wird auch die letzte sein. Der Gründer Patrick Partouche gab gestern in einer bizarren Rede das Ende der Tour bekannt. Welche Folgen hat das für die ISPT?

Partouche gab seine Entscheidung gestern Nacht während des Events bekannt, nachdem Klagen darüber laut geworden waren, er habe einen Preispool von fünf Millionen Euro garantiert und wolle das Versprechen nun nicht erfüllen.

„Garantiert oder nicht garantiert, was auch immer“, begann Partouche den englischen Teil seiner Rede. „ich kann nicht akzeptieren, dass ich nach 40 Jahren, in denen ich mein Leben und das Leben meiner Familie dem Spiel gewidmet haben als Lügner und Betrüger dargestellt werde.“ […]

„Ich respektiere alle Spieler und Gäste hier, und deshalb verkünde ich hiermit offiziell, dass diese Ausgabe der Partouche Poker Tour die letzte sein wird.“

Auf Nachfrage eines Spieler behauptete Partouche direkt im Anschluss an seine Rede, dass die „fünf Millionen niemals garantiert“ gewesen seien.

Banner auf der Webseite der PPT, die eindeutig den Preispool garantieren, wurden geändert, was aber nicht geändert werden konnte, ist z. B. das Fernsehinterview mit Jean-Jacques Ichai, dem Leiter der PPT, der dort unmissverständlich erklärte:

„Wir begannen mit garantierten zwei Millionen Euro, standen im zweiten Jahr bei drei Millionen, danach vier Millionen und jetzt, im fünften Jahr, bei garantierten fünf Millionen.“

LaurentTapie
Laurent Tapie garantierte offiziell 20 Mio. für die ISPT.

„Wir garantieren nicht nur fünf Millionen, sondern auch, was noch wichtiger ist, eine Million für den Sieger.“

Für den €8500 Main Event der Partouche Poker Tour schrieben sich 580 Spieler ein. Damit fehlten €700k zu den vorgegebenen fünf Millionen.

Anstatt die Differenz auszugleichen, hat man bei Partouche leider versucht, im Stile totalitärer Politiker einfach alles abzustreiten - selbst das, was bereits bewiesen wurde – das Geld einzupacken und sich aus dem Staub zu machen.

Damit wurde vom Gründer und Sprecher Patrick Partouche leider der ungünstigste Weg gewählt. Ein Eingeständnis der Verfehlung hätten die Spieler sicher eher verziehen. Pokerspieler sind nicht grundsätzlich undankbar. Der Event hatte einen wachsenden Teilnehmerpool und war durchaus international beliebt.

Selbst wenn die Veranstalter erklärt hätten, nicht in der Lage zu sein, das fehlende Geld zuzuschießen, wäre die Situation nicht derartig eskaliert, auch wenn der Ruf der PPT natürlich Schaden genommen hätte.

Stattdessen aber dreist zu behaupten, alle Banner, Werbeanzeigen und Fernsehinterviews, aus denen eindeutig hervorgeht, dass der Preispool garantiert war, seien gar nicht existent, bedeutet nicht nur Schaden für den Namen Partouche und das „garantierte“ Ende der Tour. Jetzt nimmt auch die gesamte Branche Schaden. Ohren zuhalten und weglaufen ist keine Lösung.

Es nutzt jetzt jedoch nichts, hysterisch auf Partouche und Ichai einzuprügeln, denn der Schaden ist bereits angerichtet. Vielmehr sollten wir unsere Aufmerksamkeit auf Events richten, die noch folgen sollen, und dabei gilt unser Hauptaugenmerk der International Stadium Poker Tour.

Folgt auf PPT-Erdrutsch die ISPT-Katastrophe?

Schließlich sind hier bereits gefährlich viele Parallelen erkennbar. Auch die ISPT hatte anfänglich einen Preispool garantiert und laviert nun herum. Zwar soll die Garantie gelten, aber nun scheint es mehr um eine ganze Turnierserie zu gehen und nicht um den Main Event.

2012 ispt
So sahen die Banner für die ISPT früher aus.

Einen schlechten Beigeschmack hat dieses Verhalten jetzt schon. Aber die Verbindungen zwischen PPT und ISPT reichen viel tiefer.

Patrick Partouche und die Brüder Prosper und Maxime Masquelier sind in die Organisation beider Events involviert, und das über diesen Veranstaltern ausgerechnet die Tapie-Gruppe als Investor steht, sorgt nicht gerade für eine Stärkung des Vertrauens.

Bernard Tapie, ehemaliger Fußballmanager, Unternehmensberater und vorbestraft wegen Unterschlagung und Bestechung, versuchte vor einem halben Jahr, den angeschlagenen Online-Anbieter Full Tilt zu übernehmen. Die Verhandlungen scheiterten u. A. daran, dass Tapie nicht für die Auszahlung der Spielergelder garantieren wollte.

Dem Tapie-Angebot hing der Ruch an, dass hier nur die Software erworben und weiterverkauft werden sollte.

Die ISPT versprach anfangs ein Turnier mit sogar $30.000.000 Preispool! Es sollte im Mai 2012 stattfinden und $2100 Buy-in kosten. Seither wurde der Start auf mehrfach verschoben, der Preispool erst heruntergesetzt und dann verwässert, und dafür das Buy-in heraufgesetzt und mit Turniergebühren ausgestattet, die man in dieser Höhe sonst nur von Kredithaien kennt. Eine angekündigte Pressekonferenz wurde ohne Angabe von Gründen verschoben.

Im Juni dieses Jahres erklärte Laurent Tapie offiziell, dass 20 Mio. Preispool garantiert seien und man mit mindestens 30.000 Spielern rechne. Als Austragungsort wurde das Wembley-Stadion in London angegeben.

Informationen darüber, wie die technischen Probleme bewältigt werden sollten, gab es nicht.

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Redaktion 2012-09-07 08:35:20

Hi Lars,

der Battle of Malta mit Kara Scott bleibt der beste Event von hier bis zum Saturn!

Larsson 2012-09-07 07:50:33

Super interessant. Und traurig.

Ist der Battle of Malta noch sicher?

/L