Wie man Overcards auf dem Flop spielt

Einführung

Da Limit Texas Hold'em zu den „großen Spielen" gehört, werden Sie häufig in die Situation geraten, auf dem Flop nur Overcards zu halten. Sehr viele Spieler gehen damit falsch um, deshalb sollten Sie nun prüfen, ob auch Ihr spiel fehlerhaft ist. Das Problem der Overcards liegt darin, dass man häufig zu einer schwachen Hand zieht, die womöglich nicht einmal die Gewinnerhand ist. In vielen Situation ist Ihr Draw vollkommen wertlos und wird Sie mehr Geld kosten als er einbringt. Selbst wenn Sie Ihre Hand noch treffen, werden Sie häufiger verlieren als gewinnen, wenn die Umstände nicht äußerst günstig sind.

Mit anderen Worten: Wenn Sie darauf verzichten, zu Overcards zu drawen, verlieren Sie damit keinerlei Gewinnerwartung. Fast immer handelt es sich dabei um eine marginale Entscheidung, und Anfänger sind besser beraten, ihre Overcards immer zu folden. Andererseits finden Sie auch nicht zum perfekten Spiel, wenn Sie Ihre Overcards auf dem Flop immer folden. Der Trick ist, zu erkennen, in welcher Situation ein Fold korrekt ist und wann nicht. Dieser Artikel wird Ihnen dabei helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Wir werden dabei nicht über die Fälle sprechen, in denen Ihre Overcards durch starke Draws wie open ended Straight-Draws oder weniger starke wie Gut Shot Straight Draws zusätzlichen Wert erhält, sondern über die, in denen Sie bestenfalls 6 Outs haben.

Allgemeine Richtlinien

Zunächst müssen Sie sich vor Augen halten, dass Sie höchstens 6 Outs haben, um Ihre Hand nach dem Flop noch zu verbessern. Damit stehen die Odds etwa 7:1 gegen eine Verbesserung auf dem Turn (12,8% Chance) zu einem Paar. Das ist eine relativ schwache Hand, und meistens benötigen Sie bessere Odds, um fortsetzen zu können. Vergleichen Sie dies mit einem Gut Shot Straight Draw, der zwar nur 4 Outs hat, aber dafür zu einer sehr viel stärkeren Hand zieht, und Sie werden den Unterschied erkennen. Grundsätzlich gilt, dass Sie für einen Draw sehr gute Pot Odds benötigen. Außerdem müssen noch weitere Umstände eintreten, die sich günstig für Sie auswirken. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen:

  1. Gegen Sets, Two Pairs oder Overpairs sind Sie praktisch drawing dead.
  2. Eines Ihrer Outs könnte einem Gegner einen Flush oder eine Straight vervollständigen.
  3. Eines Ihrer Outs könnte einem Gegner das zweite Paar bringen, ein Fall, der besonders häufig eintritt, wenn eine Ihrer Overcards ein Ass ist. Es bleiben mehr Spieler im Pot, wenn sie ein Ass als zusätzliche Karte halten.
  4. Eines Ihrer Outs könnte einem Gegner dasselbe Paar mit besserem Kicker bringen.
  5. Eines Ihrer Outs könnte einem Gegner ein Set vervollständigen.
  6. Eines Ihrer Outs könnte einem Gegner einen Straight oder Flush Draw verschaffen, der Sie auf dem River noch überholen kann.

Wenn Sie sich dazu entschließen, fortzusetzen, sollten Sie zur besten Hand drawen und der Pot groß genug sein, um einen Call zu rechtfertigen. Da beide dieser Kriterien erfüllt werden müssen, tritt die perfekte Situation nur selten ein.

Prüfen Sie die folgenden Faktoren, bevor Sie sich dazu entscheiden, die Hand fortzusetzen:

  1. Die besten Flops für Overcards sind nicht verbunden und nicht gleichfarbig, z. B. 8-5-2, 9-7-3, 7-3-2 oder Ähnliches.
  2. Verbundene, gleichfarbige, gepaarte Flops oder Flops mit ausschließlich hohen Karten. Spielen Sie nur mit einem wirklich starken Draw weiter.
  3. Achten Sie darauf, dass Sie nur wenige Gegner haben, um die Gefahr zu minimieren, drawing dead zu sein oder nur die zweitbeste Hand zu haben.
  4. Backdoor Flush oder Straight Draws erhöhen den Wert Ihrer Hand. Möglicherweise können Sie den Pot mit einem Semi-Bluff auf dem Turn gewinnen, falls dieser Ihnen einen starken Draw beschert.
  5. Der Pot sollte groß sein, was allerdings selten vorkommt, wenn Sie nur wenige Gegner haben (siehe 3.).

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