Online-Poker und der Staatsvertrag zum Glückspielwesen

Neulich hat man über einen neuen Staatsvertrag zum Glückspielwesen geredet. Da Poker als Glückspiel eingestuft wird, war es durchaus auch ein Schicksalstag für die Online-Poker-Community.

Am 13. Dezember 2006 sollte es soweit sein. Die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer kamen zusammen um über den neuen Staatsvertrag zum Glückspielwesen abzustimmen. In erster Linie geht es hierbei um Sportwetten und Lotterien. Diese Branche hat in Deutschland ca. 35.000 Arbeitsplätze, die auf dem Spiel stehen.

Da aber aus Sicht des Gesetzgebers Poker nach wie vor ebenfalls als Glückspiel eingestuft wird, war es durchaus auch ein Schicksalstag für die Online-Poker-Community. Wären alle 16 Länder bereit gewesen, diesem Vertrag zuzustimmen, hätte ab dem 1. Januar 2008 keine legale Möglichkeit mehr bestanden in Deutschland Online-Poker zu spielen.

Glücklicherweise hat sich das Land Schleswig-Holstein entschlossen, den Vertrag nicht zu unterzeichnen. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Denn im kommenden Jahr wird dieser Staatsvertrag nochmals zu Abstimmung kommen, allerdings erst, nachdem die Europäische Union sich zu diesem Thema geäußert hat. In Italien, beispielsweise, ist Onlinepoker ab dem 1. Januar 2007 vollkommen legal.

Soweit der Stand der Dinge.

Da nun aber jeder einigermaßen engagierte Pokerspieler weiss, dass Poker absolut kein Glückspiel ist, haben sich einige Pioniere daran gemacht, diesen Irrglauben aus den Köpfen der verantwortlichen Politiker zu verbannen. Unter www.pokerspieler.org entsteht gerade die Organisation „Interessenvertretung Deutscher Pokerspieler", deren Ziel es ist, Poker als anerkanntes Strategiespiel einzustufen und somit aus dem Glückspiel-Staatsvertrag heraus zu nehmen.

Sicherlich ist beim Pokerspiel das Glück nicht vollkommen weg zu diskutieren. Auf eine einzige Hand gesehen ist der Glücksfaktor enorm hoch. Aber auf lange Sicht gewinnt nur derjenige, der die besseren Fähigkeiten, bzw. die größere Erfahrung hat. Nicht umsonst sieht man immer wieder die gleichen Spieler an den Finaltischen der großen Turniere sitzen. Und die haben nicht immer nur 2 Asse auf die Hand bekommen, soviel ist sicher.

Wer einzig und allein auf das Glück setzt, kann natürlich auch gewinnen, wird aber langfristig zu den (großen) Verlierern zählen. In der Musikbranche nennt man so etwas ein „One-Hit-Wonder"

Gäbe es im Roulette ebenfalls Turniere, wären die Finaltische jedes Mal mit anderen Spielern besetzt. Es ist kein Roulettespieler bekannt der über einen langen Zeitraum hinweg regelmäßig Gewinne einstreichen konnte. Roulette ist definitv ein Glückspiel bei dem langfristig nur einer gewinnt - die Bank.

Um nun gegenüber den Gesetzesmachern eine starke Stimme zu haben, hoffen die Verantwortlichen der Interessenvertretung natürlich auf einen großen Zulauf an Unterstützern. Und eigentlich sollte jedem Poker-Enthusiasten klar sein, dass es sich lohnt für dieses Ziel zu kämpfen. Mittlerweile haben sich auch einige bekannte Persönlichkeiten der Pokerwelt in den Dienst der Sache gestellt und von ihren Webseiten auf www.pokerspieler.org verlinkt. Wer also auch noch in 2 oder 3 Jahren online Poker spielen möchte sollte unbedingt mal vorbeischauen.

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