Online High Stakes Poker – die Höhepunkte des Jahres 2011

High Stakes Poker

Auf den höchsten Limits des Online-Poker wurden auch in den vergangenen zwölf Monaten wieder Hundertausende Dollar umgesetzt. Welche Sessions die höchsten Umsätze brachten, welche Spieler die teuersten Tische vor und nach dem Black Friday dominierten und welche Sternschnuppen am High Stakes-Himmel leuchteten und wieder verglühten, erfahrt Ihr hier in unserem Jahres-Rückblick.

Januar – Patrik Antonius zerstört Kagome Kagome

Eine Nachricht aus der Welt vor dem Black Friday, die bezüglich der Zahlen mittlerweile fast fantastisch anmutet. Mitte Januar duellierten sich Patrik Antonius und der deutsche Limit-Spezialist Kagome Kagome im $3.000/ $6.000 Limit Holdem. Der Finne hatte sich nach harten Verlusten gegen Kagome auf die Spielweise eingestellt und dominierte die Session. Beim vorhergehenden Aufeinandertreffen hatte Antonius schon $221k Profit gemacht. Bei der ersten großen Session des Jahres 2011  waren es dann weitere $410k.

Patrik Antonius
Patrik Antonius.

Februar – Viktor Isildur1 Blom, Gus Hansen und Urindanger legen los

Der zweite Monat des Jahres begann auf den High Stakes mit einem beeidruckenden Upswing vom gerade erst „enttarnten“ Schweden, Viktor Blom. $550k Profit machte er in nur 36 Stunden. Und das an den vergleichsweise niedrigen $25/$50 Tischen. Die 350.000 Dollar Gewinn allein auf diesem Limit entsprachen sage und schreibe 70 Standard Buy-ins. Auf den wirklichen High Stakes war mittlerweile die Zeit von Gus Hansen angebrochen. Schon im Januar hatte er eine Million Dollar Profit in den Bilanzen vorzuweisen.

Richtig aufs Gas getreten hatte allerdings Di Urindanger Dang, welcher sich mittlerweile von den High Stakes zurückgezogen hat. Zunächst hatte der Amerikaner beim King-Size Cash-Game in Macau satte 1,2 Millionen Dollar verloren, um dann Online um so mehr aufs Gas zu treten. Bei FullTilt gewann er als Urindanger rund 900.000 Dollar, und auf PokerStars standen für seinen PS-Nick ilvdnfl weitere 800.000 Dollar Profit zu Buche. Zusammengerechnet kam Dang damit im Januar auf 1,7 Millionen Dollar Gewinn.

Februar – Sternschnuppe compris sorgt für erste Überraschung

Keine sechs Wochen war das Jahr alt, da tauchte auf den Nosebleed-Limits der erste „Querschläger“ auf. Ein schwedischer Spieler mit dem Nick compris swingte sich durch die teuersten Tische, dass sogar einstmals ebenfalls mysteriöse Vorgänger, wie Isildur1, martonas oder jungleman12 erblassen konnten.

Während die Schweden bei der gleichzeitig stattfindenden EPT Kopenhagen mit einem fulminanten Auftreten die Schlagzeilen beherrschten, sorgte Landsmann compris  an den $100/$200 6-max PLO Tischen für Furore.  Innerhalb von 24 Stunden und 4.266 Händen gewann er sagenhafte 701.056 Dollar!!! Das entsprach einer Gewinnrate von fast 35BB pro 100 Hände. Unfassbar. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern verschwand compris danach aber wieder in den Weiten des High Stakes-Universum und ward nie wieder gesehen.

Phil Ivey
Phil Ivey.

März – die letzten großen Online-Auftritte von Phil Ivey

Oft hatte sich Phil Ivey auch vor dem Black Friday nicht mehr auf den Online-High Stakes blicken lassen. Zwischen Mitte Februar und Mitte März allerdings verbreitete er noch einmal nach alter Manier Angst und Schrecken. Als Erster musste Kagome Kagome dran glauben, dem Ivey im $3k/ $6k FLHE eine halbe Million Dollar abnahm.

Damit war der Meister, der noch nie ein Online-Jahr mit Verlust beendet hatte für 2011 Break Even. Im März ging es dann richtig rein in die schwarzen Zahlen. Im $500/ $1000 Cap PLO machte „Stone Cold Nuts Ivey“ seinem Namen alle Ehre. In nur einer Session knöpfte er in 130 Händen Scott URnotINdanger2 Palmer $340k und danach in weiteren 600 Händen Daniel jungleman12 Cates $635k ab.

Ivey hatte damit lediglich zwei Monate und etwas mehr als 100 Sessions benötigt, um sich auf zwei Millionen Dollar Jahres-Gewinn zu schießen. Dabei verzichtete er komplett aufs Multitabling und spielte in der Regel lediglich einen Tisch.

März – was erlaube XWINK

Der kanadische Mr.X, XWINK beherrschte im März über mehrere Tage die High Stakes-News.

Er spielte furchtlos gegen Phil Ivey und Andreas skjervoy Torbergsen und zerstörte den High Stakes-Regular Rui Cao innerhalb von 48 Stunden auf ganzer Linie. $700k lieferte der Franko-Chinese am Ende ab. Während sich XWINK zwischenzeitlich auf ein unglaubliches Plus von zwei Millionen Dollar gespielt hatte, wurde er dann im Limit Holdem ausgerechnet von einem Deutschen gestoppt: O Fortuna PLS spielte mit dem Unbekannten $1k/ $2k Limit Holdem und gewann 120.000 Dollar.

Wenig später war es Cole South, der den XWINK-Heater endgültig abkühlte. Im PLO-Cap schnitt der frühere Cardrunners-Coach $515k aus der gut gefüllten Bankroll des Kanadiers.

Auf den Nosebleed-Limits war der Midstake-Regular kein Unbekannter: 2009 hatte er sich unter XBLINK auf Ulitmate Bet schon einmal von $11 hoch auch auf einen angeblich siebenstelligen Betrag gerolled und war dann blitzartig von der Bildfläche verschwunden. Auch dieses Mal dauerte der XWINK-Spuk nur sieben Tage.

April – mit JayP-AA verirrt sich die nächste Sternschnuppe am High Stakes-Himmel

Im April hatte der Spieler mit dem galaktisch anmutenden Nick JayP-AA seinen Auftritt. Innerhalb von zwei Tagen gewann er über $250.000, um sie ähnlich schnell wieder an den Tischen zu verteilen. Anfang April hatte sich JayP-AA als Zweiter bei der Sunday Million die Grundlage für einen abwechslungsreichen Shot geschaffen.

Daniel Cates
Daniel Cates.

Bei seinem Heater erwischte einen guten Start und schaufelte sich an den $25/ $50 PLO 6max. und den $50/ $100 PLO 6max.-Tischen zwischen dem 10. und dem 12. April über $250.000 auf die Bankroll. Danach trat er, absolute Furchtlosigkeit demonstrierend, gegen Daniel Cates an. Auch der verlor $50k.

Bis zum Wechsel an die $100/ $200 PLO 6max.-Tische war das Jagdverhalten des Unbekannten allerdings ausreichend beobachtet und die Regulars teilten sich den JayP-AA-Kuchen gerecht auf. Ein weiteres Mal wurde der „Eindringling“ auf den höchsten Limits nicht gesichtet.

Mai – erste Monster-Session nach dem Black Friday – Antonius knöpft Cao 1. Mio Dollar ab

Die High Stakes waren nach dem Black Friday deutlich spannungsärmer geworden, da krachten die Profiteure der vergangenen Wochen in einer spektakulären Session aufeinander. In einer seit dem schwarzen Freitag ungewöhnlich hohen Partie im $500/$1.000 Pot Limit Omaha knöpfte der Finne seinem Kontrahenten dabei über 800.000 Dollar ab. Die katastrophalste Session in der Karriere von Rui Cao brachte Patrik Antonius mit 2,7 Millionen Dollar Profit kurzzeitig an die Spitze des Jahres-Leaderboards.

August – Viktor Blom und Ilari Sahamies krachen aufeinander

Nach der WSOP kam es zum grossen Duell der skandinavischen Super-Freaks. Dabei hatte der Finne, der vor dem Black Friday als Ziigmund bekannt war und nun als Ilari_FIN auf PokerStars antrat, den eindeutig besseren Start erwischt. Viktor Blom hatte erst $500k von Ronny 1-ronnyr3 Kaiser, Benjamin Toweliestar Spindler und Niki RealAndyBeal Jedlicka eingesammelt und die sofort wieder im $100/$200 PLO an Sahamies weitergereicht.

Ilari Sahamies
Ilari Sahamies.

Nach dieser Session war der ansonsten schwer gebeutelte Sahamies im Monat August mit 1,6 Mio. Dollar vorn. Aber Blom meldete sich wie immer eindrucksvoll zurück. In nur 24 Stunden blies er seinen Kontrahenten Sahamies während einer dreistündigen HU $100/$200 PLO Partie regelrecht vom Tisch und knöpfte ihm eine Million Dollar ab. Sein unterlegener Gegner hingegen sprach wohl zu Recht vom „biggest Tilt ever“.

In seinem Blog auf coinflip.com schrieb Ilari: „Obwohl ich innerhalb von zwei Tagen schon mit 1,3 Millionen vorn war, fühlte ich mich schon richtig unwohl, als ich die ersten $200k wieder verlor. Warum ich nach $500k Verlust nicht aufgehört habe, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Isildur1 war deutlich besser drauf und ich bin froh, dass das Geld wenigstens bei einem Typ wie ihm gelandet ist und nicht bei irgendwelchen „nit guys“.

September – Ilari Sahamies stellt Alltime-Rekord auf

Nach saftigen Gewinnen in den Tagen zuvor stellte Ilari Sahamies auf PokerStars auch einen All-Time-Rekord auf: er gewann den mit $421k größten Online Pot, der jemals auf der Plattform des Branchenführers ausgespielt worden war. An einem $200/$400 PLO-Tisch hatten Sahamies, Andreas skjervoy Torbergsen und ein Unbekannter namens bernard-bb zusammen gesessen. $60k lagen nach dem Turn in der Mitte.

Der Norweger Torbergsen ging mit seinen restlichen $10k all in, bernard-bb erhöhte um weitere $80K. Von Ilari kam der Call. Auf dem Turn  lagen schon $60K in der Mitte, die drei oben genannten Spieler waren noch in der Hand. Skervoy setzte seine letzten $10K und war all-in, bernard-bb machte $90K daraus und Ilari FIN callte.

Nach dem River ging auch Mr.X mit seinen verbliebenen 84k all in. Sahamies callte. Showdown: Auf dem Board lagen K 2 3 9 3. Sahamies hielt K 4 A 6. Bernard-bb A 2 A 7. Flush für Ilari_FIN. Der Rekordpot in Höhe von $421K wanderte in die Taschen des Finnen.

garfield25

November – die Auftritte von GARFIELD25 und Massgrinder-Maniac !P0krparty¡

Das Jahr auf PokerStars war für den 43-jährigen Online Pro Peter PS GARFIELD25 Chan wahrlich selten ein Spaß. Ein Loch von knapp $500k hatte er seit Anfang 2011 in seine Bankroll gerissen. Um das zu stopfen benötigte er im November nur ein paar Stunden und etwa 3.000 Hände an den $50/ $100 PLO-Tischen auf PokerStars. Sein größtes Opfer war ausgerechnet PLO-Gott Phil MrSweets28 Galfond, der in nur vier Stunden $167k an GARFIELD25 verlor.

Etwa zeitgleich sorgte Multi-Tabling Maniac !P0krparty¡ für die größten Schlagzeilen.  An den $25/ $50 und $50/$100 PLO-Tischen hatte es der unbekannte Massgrinder aus Kanada geschafft 50.000 Hände in der Woche und 10.000 Hände innerhalb von 24 Stunden zu absolvieren. Zahlen, vor denen selbst Spieler wie Viktor Blom erblassen. Spektakulär auch die Achterbahnfahrt von !P0krparty¡: im September hatte er sich schon einmal den Weg von den $1/ $2–Tischen bis hoch zu den $50/ $100 PLO -Tischen gebahnt.

Dann ging er erst pleite, kam zurück und rollte sich bis zu einer Bankroll von knapp $400k hoch. Genau diese Summe plus weitere 16.000 Dollar verlor er dann an den $50/ $100 PLO-Tischen unter anderem gegen Phil Galfond. Viele hätten gewettet, dass sich der Spieler, hinter dessen Nick man Harry Kaczka vermutet nicht so schnell wieder auf den Nosebleed-Limits blicken lassen würde. Doch die Skeptiker wurden eines Besseren belehrt.

November – die Rückkehr von Patrik Antonius?

Kaum traten die Finnen aufs Gas war auf den High Stakes wieder die Hölle los. Ilari Ilari_FIN Sahamies machte in nur sieben Tagen vor allem in den $100/ $200 PLO-Ring Games eine Million US-Dollar Gewinn und schwang sich mit einem Jahres-Profit von 2,2 Millionen Dollar zu PokerStars erfolgreichsten Spieler des Jahres auf. Einer, der die glänzende Performance von Sahamies noch toppen konnte, war aller Wahrscheinlichkeit nach Patrik Antonius.

fake love

Unter dem Nick Fake Love888, hinter dem der einstige FullTilt Pro vermutet wird, gewann er in nur 12 Stunden $420k und hat sich damit wohl eindrucksvoll auf den Nosebleed Limits zurückgemeldet. Die Finnen dominierten damit wieder die High Stakes und einer, den das wohl besonders geschmerzt haben dürfte, war der Franko-Chinese Rui PepperoniF Cao.

Noch im Sommer hatte er sich über Ilari Sahamies lustig gemacht und ihm geraten noch mal die Schulbank zu drücken. Nun war er seit August mit insgesamt $500k im Brand. Ilari Sahamies hingegen hatte im selben Zeitraum fast 3 Millionen Dollar Plus gemacht.

Dezember – das glänzende Comeback von Isildur1

Genau drei Monate hatte sich Viktor Blom nicht auf den Nosebleed-Limits blicken lassen, dann kam er zurück mit einem großen Knall. Viele Spekulationen hatte es gegeben, um die Gründe der wochenlangen Abwesenheit. Blom sei verärgert gewesen, dass sein Intimfeind Brian Hastings nun auch auf PokerStars spielen dürfe, hieß es von der einen Seite, er hätte sich mit seinem Sponsor PokerStars heillos überworfen, behaupteten andere.

Die Achterbahnfahrt des „King of Swing“ begann mit einer fulminanten Talfahrt. Doch Blom wäre nicht Blom, wenn er aus der Versenkung nicht mit Fanfaren und Trompeten zurückkehren würde. Nach einer zwölfstündigen Schlacht auf den $100/ $200 PLO Limits innerhalb derer der Schwede jeden zerstörte, der dort mit ihm in Feindberührung geriet, hatte Blom nicht nur die $120k wieder drin, sondern auch noch zusätzliche $650k auf seine Bankroll geschaufelt.

 

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare