Omaha oder Omaha Hi/Lo?

Gus Hansen

Viele Spieler kennen Omaha und die grundlegenden Spielstrategien, wissen aber wenig darüber, wie man ein Split Game spielt.

In diesem Artikel werde ich die Parallelen und Unterschiede zwischen den beiden Omaha-Varianten erläutern. Um Platz zu sparen und Missverständnisse zu vermeiden, verwende ich die Bezeichnungen Omaha (für Omaha high) und Omaha 8 (für Hi/Lo split).

Handauswahl

Zwar bestehen Parallelen in der Auswahl zwischen Omaha und Omaha 8, aber auch gewaltige Unterschiede.

In Omaha versuchen Sie, möglichst viele Draws zu den Nuts zu bekommen. Dafür eignen sich am besten Suited Asse, hohe Connector und hohe Paare. Die besten Omaha-Starthände sind AA-KK double-suited und A-A-J-T double-suited.

Bei Omaha 8 suchen Sie nach dem Nut High Draw mit einer zusätzlichen Chance auf die Low Hand, um den ganzen Pot gewinnen zu können. Auch hier sind suited Asse die beste Ausgangssituation, aber anstatt der hohen Beikarten ziehen Sie niedrige vor. Die beiden besten Starthände sind A-A-2-3 double-suited und A-A-2-4 double-suited.

Wie Sie sehen, sind suited Asse in beiden Varianten besonders stark. Beide Omaha-Varianten sind Nut-Spiele, d. h. wenn sie Draws zu den Second Nuts oder schlechteren Händen spielen, verlieren Sie Geld. Als Amateur sind Sie nicht in der Lage, die Karten und Spielweisen Ihrer Gegner professionell zu lesen, deshalb können sie es sich nicht leisten, zu schlechteren Händen als den Nuts zu drawen.

 

David Benyamine
Full Tilt Pro David Benyamine, der Ausreisser vermeidet

Für Anfänger ist die Handauswahl in Omaha 8 viele einfacher als in Omaha. In Omaha 8 beschränken Sie sich fast ausschließlich auf Hände mit einem suited Ass (z. B. A-2s) und zwei dazu passenden Beikarten.

Vermeiden Sie Hände mit einem Ausreißer, also einer Karte, die Ihre anderen Karten nicht ergänzt.

A-K-3-4 ist viel stärker als A-K-2-9. Ein Ausreißer verschafft Ihnen einen Riesennachteil, denn Sie spielen praktisch mit drei Karten gegen vier. Wenn Sie beginnen, Omaha 8 zu spielen, suchen Sie nach Händen mit einem Ass, einer 2 oder 3 sowie einer weiteren Karte in der Farbe des Asses für den Nut Flush Draw.

In Omaha gibt es mehr Hände, die Sie in große Schwierigkeiten bringen können. vierfach-Connectors (z. B. T-J-Q-K) können sehr lukrativ sein, aber auch sehr teuer werden, je nachdem, wann und wie Sie sie spielen.

Das beste Beispiel für gefährliche Hände ist eine Hand wie 5-6-7-8. Treffen Sie nun einen Flop mit 9-T, haben Sie zwar ein starken Wrap Draw, sind aber mit fast allen Ihrer Outs drawing dead gegen eine Hand wie 9-T-J-Q.

Wenn Sie mit Omaha anfangen, bleiben Sie ausschließlich bei Händen, die Ihnen die Nuts verschaffen können. Man kann das gar nicht genug betonen. In einer Omaha-Partie benötigt man meistens mindestens eine Straight, um zu gewinnen, die Stärke von Pocket Paaren ist also dramatisch geringer als in Hold'em.

Ein professioneller Omaha-Spieler wird Ihnen gerne bestätigen, dass ein Paar Damen nichts Besonderes ist und dass man damit nur selten einen Raise bezahlen sollte. Ein Set ist in Omaha nicht halb so viel wert wie in Hold'em, und ein Overpair ist ebenfalls kein Ruhekissen.

Bluffs in Omaha 8

Obwohl die beste Low-Hand die Hälfte des Pots gewinnt (wenn Sie nicht verstehen, was das ist, lesen Sie den betreffenden Artikel), konzentrieren Sie sich auf die High-Hand in Omaha 8 und halten sich die Chance auf einen Draw zum besten Low offen, um den ganzen Pot zu gewinnen.

 

John Juanda
Full Tilt Pro John Juanda, der auch Ausreisser vermeidet

Sie glauben gar nicht, wie oft Anfänger in Omaha 8 den folgenden Fehler begehen: sie versuchen, auf dem River zu bluffen. Wenn Sie ein starkes High repräsentieren, aber nichts haben, ist ein solcher Bluff immer ein Fehler.

Der Grund dafür ist einfach: Der Gegner hat nur zwei Möglichkeiten. Entweder setzt er Sie auf einen Bluff oder er glaubt Ihnen und setzt Sie auf ein starkes High und bezahlt mit einem schwachen Low, um den halben Pot zu bekommen. Oft genug ist ihr schwaches Low dann mit einem High kombiniert, dass gut genug ist, um Ihren Bluff zu schlagen und den ganzen Pot zu gewinnen.

Denken Sie daran, dass Ihr Gegner in Omaha 8 nicht folden wird, wenn er ein gutes Low hält, also bluffen Sie nicht mit heißer Luft. Anfänger sollten auch dann nur zu einem Semi-Bluff greifen, wenn sie die Nuts für eine Hälfte des Pots halten und einen Gegner aus dem Pot drängen wollen, um diesen ganz zu gewinnen.

Bluffs können auch in Omaha effizient sein, erfordern aber fortgeschrittene Kenntnisse. Bei all den verschiedenen möglichen Kombinationen in einem Spiel mit vier Karten hat eigentlich immer ein Gegner etwas auf der Hand, mit dem er bezahlen kann - jedenfalls viel öfter als in Hold'em.

Solange Sie nicht in der Lage sind, Ihre Gegner korrekt zu lesen, orientieren Sie sich am Board und achten Sie auf das Setzverhalten. Sie werden sehen, dass Bluffs sich nur selten auszahlen.

Draws und Viertelpots

Es ist zwar möglich, dass zwei Spieler die identische beste Hand halten, geschieht aber nur selten. Wenn Sie zu den High Nuts ziehen, gewinnen sie normalerweise die Hälfte des Pots.

In Omaha 8 gewinnt das Low meistens der Spieler, der A-2 hält. Deshalb geschieht es des Öfteren, dass mehrere Spieler A-2 halten und den Low-Pot teilen.

Viertelpots gibt es nur in Hi/Lo-Varianten, allerdings nur selten in Stud Hi/Lo. In keiner Variante gibt es so viele Viertelpots wie in Omaha 8.

Anfänger überspielen ihre Nut Lows häufig, weil sie glauben, sie hätten den halben Pot sicher. Im besten Fall kommen sie heads-up in den Showdown.

Zum Beispiel: Ein anderer Spieler bettet, so hoch er kann, und Sie bezahlen mit Ihrem Nut Low. Im Showdown zeigt Ihr Gegner nicht nur das beste High, sondern hält ebenfalls A-2 für Low, sodass der Low Pot geteilt wird. Damit haben Sie den halben Pot bezahlt, bekommen aber nur ein Viertel zurück.

Je mehr Spieler im Pot sind, desto geringer wird Ihr Anteil. Es ist von entscheidender Bedeutung, das Low als nichts Anderes als einen Bonus für das beste High zu betrachten.

Beziehen Sie Viertelpots in Ihre Berechnungen ein. Wenn sie high und low die Nuts halten und das high offensichtlich ist (z. B. mit drei Karten einer Farbe auf dem Flop), wird Sie ein anderer Spieler oft nur auf das High setzen und mit einem guten Low auszahlen.

In einer Situation wie dieser müssen sie den Pot aufbauen, wo weit es geht. jeder Spieler, der glaubt, er habe sich den halben Pot schon gesichert, wird bis zum River bezahlen.

Gemeinsam ist beiden Varianten, dass es sich um Nut Games handelt. Bleiben Sie bei Ihrer Handauswahl konsequent und spielen Sie solide, tight und streng nach Lehrbuch.

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