November Nine Sam Holden – Der arbeitslose Brite

Samuel Holden

Nur ein Jahr nach Beginn seiner Karriere steht Sam Holden im Finale des wichtigsten Pokerturniers der Welt. Pius Heinz ist der Spieler, vor dem er am meisten Respekt hat.

Der 22-jährige Engländer wird den Finaltisch des WSOP Main Events mit 12.375.000 Chips beginnen. Er ist damit der Shortstack am Tisch. Trotzdem sind ihm bereits $782k sicher. Sollte er die Geschehnisse noch zu seinen Gunsten wenden können, stehen $8,7 Mio. Gewinnprämie im Raum.

Holden flog schon am Tag nach der WSOP nach England zurück. Inzwischen hatte er bereits Auftritte in britischen Massenmedien wie der Sun und dem Mirror.

„Es war phantastisch. Ich versuche, es voll auszukosten“, sagte der 888-Profi, den wir in seiner Wohnung in Canterbury erreichten.

„An so etwas bin ich natürlich nicht gewohnt. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartete. Der Finaltisch bei der WSOP ist der Traum jedes Pokerspielers.“

Holden wuchs in Herstmontceux auf, einer Kleinstadt nahe Eastbourne in East Sussex. Wie die meisten Kinder war er in einem Sportverein, konnte sich aber auch mit der Schule anfreunden.

„Ich war nie besonders gut in einer bestimmten Sportart, aber ich mochte Mathematik und Statistik.“

Das war einer von vielen Gründen, warum Holden sich sofort für Poker interessierte. Im Fernsehen sah er Poker erstmals während seiner Zeit an der Universität in Kent.

„Karten- und Strategiespiele haben mir schon immer Spaß gemacht. Außerdem bin ich ziemlich ehrgeizig.“

Holden begann Online-Poker um Spielgeld, um die Regeln zu lernen und sich die grundlegende Strategie anzueignen. Es dauerte nicht besonders lange, bis Holden mit seinen Freunden sprach und zum ersten Mal Geld einzahlte.

„Ich habe wohl drei Mal eingezahlt und jedes Mal mein Geld innerhalb von ein paar Monaten verloren.“

Dann machte es endlich Klick, und Holden begann, die Mikro-Levels zu schlagen. In seiner letzten Zeit an der Universität gewann Holden bereits so viel Geld, dass er seinen Nebenjob in einem Pub kündigen konnte.

Online-Poker bestimmte mehr und mehr seinen Tagesablauf, und als Holden schließlich sein Examen in Forensik abgelegt hatte, war ihm bereits klar, dass er professionell spielen wollte.

Seine Eltern waren davon erwartungsgemäß nicht begeistert, ließen ihn aber gewähren und wurden schließlich seine Unterstützer.

„Eigentlich wollte ich an die Uni zurück und den Magister machen. Aber dann begann ich, gutes Geld zu verdienen, und ich hatte eine Menge Spaß dabei. Als meine Eltern dann sahen, dass ich meine Rechnungen bezahlen konnte, waren sie auch beruhigt.“

Online konnte Holden in diesem Jahr bereits einen großen Erfolg verzeichnen: Er erreichte den Finaltisch der Sunday Million und wurde am Ende Fünfter für über $50k.

In seinen ersten drei Events bei dieser WSOP konnte er die Geldränge nicht erreichen, ließ sich davon aber nicht beirren.

„Ich wusste, dass im Main Event viel möglich ist, und ehrlich gesagt hatte ich ein höheres Spielniveau erwartet. Natürlich hatte ich auch Glück mit den Table Draws.“

Holden ist der Shortstack am Finaltisch, lässt sich aber davon nicht aus der Ruhe bringen: „Ich bon vom Online-Poker gewohnt, 25-30 BB zu spielen. Ich gehe mit 24 BB an den Tisch. Das gibt mir genügend Raum zum Spielen, und ich werde nicht voreilig meine Chips riskieren.“

Über sein Chancen im Finale sagt Holden: „Der ganze Tisch ist sehr stark, und es kann alles Mögliche passieren. Wenn ich einen Spieler nennen müsste, der mich besonders beeindruckt hat, dann ist es Pius Heinz. Er hat insgesamt sehr wenige Hände zeigen müssen, und das ist immer ein Zeichen von Stärke.“

Wieso wird er „der arbeitslose Brite“ genannt?

„Ich arbeitete zum ersten Mal mit einem Massenmedium zusammen“, lacht Holden. „Die Geschichte, die sie brachten, war in Ordnung, aber dann titelten sie „The Jobless Brit“. Schon im ersten Satz stand dann, dass ich professionell Poker spiele, also widersprachen sie sich da irgendwie selbst."

Sam Holden Kurzprofil

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Frank 2011-08-27 13:56:52

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