No-Limit-Strategie: Positionsspiel

Event 32 Pot Limit Hold'em

Jeder, der mehr als nur ein paar Hände No Limit Hold'em gespielt hat, kennt zweifellos das Mantra „die Position ist entscheidend".

Allerdings verstehen nur wenige, was daran so entscheidend ist, oder besser gesagt, in welchen Situationen und auf welche Weise die Position ihren größten Einfluss auf eine No Limit Partie hat.

Es gibt mehrere Situationen, in denen die relative Position eines Spielers einen besonderen Einfluss ausübt - sowohl auf den Handverlauf als auch auf den Ausgang. Dies gilt insbesondere, wenn man:

  • ein Set floppt.
  • einen Draw spielt.
  • komplizierte oder gefährliche Hände spielt (Potkontrolle)
  • nach Möglichkeiten für einen Bluff sucht.
  • den Turn spielt.

Teil 1: Positionsspiel mit einem Set auf dem Flop

Um es möglichst einfach zu halten, beschränken wir uns in der Analyse auf das Heads-up-Spiel und diskutieren die unterschiedlichen Spielweisen in Abhängigkeit davon, ob wir Position haben oder nicht.

Es ist riskant, einen Pot ohne Position aufzubauen

Grob gesagt ist der schlechteste Zeitpunkt dafür, ein kleines Pocket Paar zu spielen, wenn man in den Blinds sitzt und ein Raise aus später Position erfolgt. Im Heads-up ist es schwierig, genug Geld mit einem gefloppten Set zu machen, um die Verluste auszugleichen, wenn dies nicht klappt.

Wenn man das Glück hat, ein Set zu floppen, aber keine Position hat, wie baut man dann den Pot auf? Darauf gibt es keine einfache Antwort.

Wenn man den Flop check-callt, wird dies wahrscheinlich als stärker interpretiert, als wenn man einfach nur in Position callt. Ein Checkraise auf dem Flop könnte den Gegner vertreiben und begrenzt den gewinn damit auf ein Minimum.

Wenn man sich entscheidet, den Flop zu check-callen, ist es Zeit, sich die richtige Spielweise auf dem Turn zu überlegen. Ein check könnte den Gegner dazu veranlassen, hinterher zu checken, sodass der Pot nicht wächst. Ein Checkraise auf dem Turn (falls der Gegner setzt) demonstriert Stärke und wird deshalb nur einen mittelgroßen Pot gewinnen. Die einzige vernünftige Alternative dazu ist allerdings eine Bet auf dem Flop.

Leider sind inzwischen viele gute Spieler mit dieser Spielweise vertraut und setzen möglicherweise sehr vorsichtig fort. Selbst wenn sich der Gegner zu einem Checkraise veranlasst sieht, wird ein Call alle Alarmglocken bei ihm läuten. Auch eine Bet auf dem Flop und eine weitere auf dem Turn wirken sehr verdächtig.

Kurz gesagt, es gibt keine sichere Methode, viel Geld in den Pot zu bekommen, wenn man keine Position hat. Grundsätzlich rate ich dazu, in einer solchen Situation auf dem Flop zu setzen und dann (wenn möglich) den turn zu checkraisen.

Wenn man der pre-Flop der Aggressor ist

Wenn man selbst vor dem Flop erhöht hat, wird es etwas einfacher, den Pot aufzufüllen. Stellen Sie sich vor, Sie erhöhen pre-Flop mit Pocket Achten. Der Button bezahlt und der Flop fällt J 8 3. Wie kann man nun die Größe des Pots maximieren?

Da sie vor dem Flop erhöht haben, ist es ganz normal, auch auf dem Flop zu setzen. Setzen Sie am besten genauso viel wie bei einer normalen Continuation Bet, also etwa zwei Drittel des Pots. Das könnte den Gegner zu einem Raise veranlassen, wenn er glaubt, dass Sie den Pot verfehlt haben.

Nehmen wir an dieser Stelle jedoch einfach an, dass der Gegner callt. Der Turn ist die 6.

Häufig hängt die richtige Spielweise davon ab, wie gut man den Gegner lesen kann. Auf einem solchen Flop sind drei Handranges beim Gegner wahrscheinlich: Top Pair (meist mit mittelmäßigem Kicker wie J-9 oder J-T (da er auf dem Flop nicht erhöht hat), ein Pocket Pair unter dem Buben oder einen Straight Draw (häufig mit T-9).

Wenn Sie ein zweites Mal setzen, wird Ihr Gegner dann mit Top Pair und mittelmäßigem Kicker bezahlen? Oder mit Medium Pair? Und wenn Sie checken, wird er setzen?

Im Allgemeinen ist es schwierig, in dieser Situation ausbezahlt zu werden. Einem Straight Draw möchte man keine Free Card geben, aber man möchte auch keinen Gegner verlieren, der ein Pocket Pair oder Top Pair mit mittelmäßigem Kicker spielt (das Pocket Pair hat nur zwei Outs, das Top Pair ist bereits drawing dead).

Ein Set in Position macht mehr Profit

Wenn man ein Set in Position floppt, ist es viel einfacher, Geld in den Pot zu bekommen. Deshalb ist es profitabler, kleine und mittlere Pocket Pairs aus später Position zu spielen.

Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund dafür, warum man Pocket Pairs besser aus später Position spielen sollte. Man hat einfach eine bessere Übersicht, wenn noch mehr als ein Gegner in der Hand ist. Im Allgemeinen sind Pocket Pairs gegen einen Gegner profitabel (mit Position), aber sie sind noch viel profitabler, wenn  zwei oder Mehr Gegner in der Hand sind.

Der Hauptgrund dafür ist nicht, wie die meisten Spieler denken, weil mehr Spieler Geld pre-Flop in den Pot setzen und sich damit die Odds für das Floppen eines Sets verbessern. Wichtiger ist aber, dass die Bets auf Flop und Turn tendeziell größer sind.

Wenn vier statt nur zwei Spielern den Flop sehen, wird häufig riskanter gesetzt.

Wenn Sie vor dem Flop raisen

Wenn Sie pre-Flop erhöhen und dann ein Set treffen, sind Sie offenkundig in einer sehr guten Situation.

Wenden wir uns noch einmal dem Beispiel von vorhin zu: Sie haben mit Pocket Achten erhöht und der Flop fällt J 8 3. Wenn Ihr Gegner setzt, haben Sie zwei Möglichkeiten, den Pot aufzubauen. Entweder Sie raisen oder Sie warten darauf, was Ihr Gegner auf dem turn macht.

Setzt Ihr Gegner noch einmal, müssen Sie entscheiden, ob es vorteilhafter ist, den Turn zu raisen (meistens ist dies der Fall, vor allem, wenn ein Draw auf dem Board liegt), oder nur zu callen und den River abzuwarten.

In keinem der Fälle müssen Sie sich darum Sorgen machen, Ihren Gegner durch eine zweite (oder dritte) Bet aus erster Position zu vertreiben oder den Flop zu check-callen und dann den Turn zu betten oder (wenn möglich) zu checkraisen. Stattdessen beobachten Sie einfach, was der/die Gegner tun.

Wenn der Gegner pre-Flop setzt

Dies ist eines der profitabelsten Szenarios in Hold'em. Der Gegner erhöht pre-Flop und Sie callen in Position. Sie floppen ein Set und der Gegner muss zuerst handeln. Da Ihr Gegner vor dem Flop der Aggressor war, wird er wahrscheinlich eine Continuation Bet auf dem Flop ansetzen. Damit haben Sie mehrere Möglichkeiten, den Pot aufzubauen.

Gegen einen soliden, aggressiven Spieler ist es manchmal am besten, sofort den Flop zu raisen, vor allem, wenn der Flop unzusammenhängend ist und keine hohen Karten auftauchen. Das veranlasst manche Gegner dazu, ein hohes Paar zu repräsentieren und zu re-raisen.

Wenn er dieses Paar tatsächlich hat, wird er natürlich auch re-raisen. diese Strategie funktioniert am besten gegen einen guten, aggressiven Spieler. Eine mögliche Alternative ist der Call auf dem Flop und dann der Angriff auf dem Turn.

Denken Sie daran, ein Set auf dem Flop ist eine besonders profitable Situation. Wenn Sie etwas besser darauf achten, in welcher Position Sie Ihre kleinen und mittleren Paare spielen und Ihre Position nutzen, können Sie Ihre Profite maximieren und eine potenzielle Kostenstelle ausschalten.

Im nächsten Artikel werden wir uns der Rolle der Position bei Draws widmen.

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