Geht es noch absurder?

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6 Januar 2014, Von: PokerZeit.com
Geposted in: PokerZeit Blog
Geht es noch absurder?

In der Praxis wird man ein derartiges Turnier am Wochenende vom 10. bis 12. Januar 2014 erleben können. Die Spielbank Berlin plant das zweite „Pokerfloor Allstars-Turnier“. Teilnehmende werden sich auf ein sehr gut organisiertes Turnier mit einem hohen Preispool freuen können.

Bei diesem Turnier werden - wie schon beim Debut Anfang November 2013 - in den drei Berliner Pokerfloors (Potsdamer Platz, Hasenheide, Fernsehturm) Vorrunden für ein Finale am 12.01.2014 am Potsdamer Platz angeboten. Eine ausgezeichnete Idee, eine Veranstaltung in allen drei Pokerfloors zu starten.

Rahmenbedingungen 1: Es gibt zwei Vorrundentage mit je 17 Blindlevels à 20 Minuten. Das Buy In beträgt 90 + 9 €, dafür bekommt jede/r Startende 20.000 Chips. Beginn jeweils  19:00 Uhr, Reservierungen sind nicht möglich.

Am Sonntag, dem 12. Januar findet ab 15:00 Uhr das Finale im Pokerfloor Potsdamer Platz statt.

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Weihnachten mal anders.

Die Spielbank garantiert einen bemerkenswerten  Preispool von 20.000 Euro.

Ich muss jetzt - wieder provozierend und ein wenig ketzerisch - die Frage stellen, wann denn das eigentliche Turnier beginnen soll?

Sind Sie verwirrt, geneigter Leser? Ich bin es auch, denn die Turnierbedingungen schaffen Verhältnisse, die mich den Turnierbeginn nicht erkennen lassen und die mich auch sehr an der Bezeichnung „Turnier“ für die geplante Veranstaltung zweifeln lassen.

Und so kommen wir zu den Rahmenbedingungen 2:

An den Starttagen 1A und 1B sind Re-Entrys möglich. Viele Re-Entrys. Während sämtlicher 17 Blindlevels kann man sich an den beiden Starttagen immer wieder einkaufen. Man könnte sogar am Tag 1 A spielen, x-fach Re-Entrys bezahlen und, falls man x-fach gebustet ist und immer noch nicht genug hat, am Tag 1 B die gleiche Prozedur nochmal ablaufen lassen.

Lässt sich das noch steigern? Selbstverständlich!

Wer an beiden Vorrundentagen auch nach Multi-Re-Entires ausgeschieden ist, der darf zum Finaltag am 12. Januar im „special level“ Nr. 18, das ist das erste Level des Finales, weitere Re-Entrys wagen.

In 25 Minuten werden das vielleicht einige Verwegene noch mehrfach schaffen, auch wenn es wegen des Stack-Blind-Verhältnis von 10:1 dann nicht mehr allzu aussichtsreich sein dürfte. Ach ja, da gibt es ja die 1982er WSOP-Story vom guten alten Jack Strauss, „a chip and a chair“, usw.

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Mehr Entrys, mehr Spaß?

Ich will keine Prognose wagen, ob und wie viele Spieler die absurden Möglichkeiten nutzen werden, die dieses „Turnier“ offenbar bietet.

Aber einige werden es tun, das bestätigt mir bereits erlebtes im Pokerfloor. Und unter solchen Bedingungen ist eine Preisgeldgarantie von 20.000 Euro mit keinerlei Risiko für den Veranstalter verbunden.

Trotzdem wird so die Illusion verbreitet, mit 99 € Startgeld könne man sich ein Stück vom garantierten 20.000-Euro-Kuchen abschneiden.

Selbstverständlich werde ich trotz aller Kritik am Pokerfloor Allstars-Turnier teilnehmen, mit selbstgesetzter Grenze, was die Anzahl meiner Re-Entrys angeht.

- Rainer Gottlieb

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AssaufdemFluss 2014-01-10 08:11:26

@sosick

Du hast die Message klar verpasst. Hier geht's nicht um Spielsüchtige und auch nicht darum, dass alle Pokeranbieter böse sind, sondern dass hier schlecht mit dem Spiel umgegangen wird!
Das Turnierspiel wird durch diese Struktur einfach versaut!

sosick 2014-01-10 01:28:03

klar wird es von den bekannten patienten/spielsüchtigen ohne ende re-entries geben, aber das ist doch gut so...!!!!

Ramon 2014-01-09 11:17:53

Lieber Kalle, es ist ein Genuss, fundierte und konstruktive Kritiken wie Deine zu lesen. Weiter so. Du gehörst zu den Guten. Ramon

kalle 2014-01-07 18:45:23

was fürn scheiß beitrag