Neuer Deutscher Poker Meister - Florian Feldner

Willi-Breuer
"Dr. Big" Willi Breuer wurde Vizemeister.

Ob Fußball, Eishockey oder Tischtennis - der Titel eines deutschen Meisters hat normalerweise Gewicht. Beim Poker ist das etwas anders. Die Deutschen Pokermeisterschaften stehen seit ihrem Bestehen in massiver Kritik. Auch die 18. Auflage, ausgetragen in den vergangenen Tagen in der Spielbank Warnemünde hatte mit etlichen Problemen zu kämpfen. Am Ende war zumindest der Final Table hochklassig. Deutscher Meister wurde allerdings ein Newcomer.

Was war nicht auf die Veranstalter der Deutschen Pokermeisterschaften eingedroschen worden: Warnemünde sei zwar wunderschön, läge aber zu weit ab vom Schuss. Es sei nicht genug Werbung gemacht worden, da die Events der Vorjahre so gut gelaufen wären. Die anderen Casinos hätten Warnemünde in der Luft hängen lassen, da die Satellites nicht konsequent promotet worden wären. Und letztendlich: Was wäre schon eine Deutsche Meisterschaft wert, die sich auf eine Hand voll Casinos im Norden der Republik beschränkt? Da hätte ja die German Poker Tour im CCC Salzburg einen hören Stellenwert.

Klingt alles nach dem bekannten Tadel für das staatliche Spielbanken-System in Deutschland. Dabei wird allerdings leicht vergessen, dass die Deutsche Meisterschaft hinsichtlich ihrer Organisation sowie ihrer Spielstruktur und dem angebotenen Service seit zwei Jahren auch von den anspruchsvollen Poker Pro's gelobt wird. Konsequenterweise waren die Veranstaltungen 2008 und 2009, jeweils in Hamburg bis auf den letzten Platz ausverkauft.

 

logo-dpm 32 Spieler an Tag 1A - Trauerspiel am Ostseestrand.

Wie ein nicht ausverkauftes Poker-Turnier aussehen kann, erlebten die Organisatoren nun bei der DPM2010. Lediglich 32 Spieler verloren sich an Tag 1A im wunderschönen Bauhaus-Casino zu Warnemünde. Es war nur zu fair gegenüber den Teilnehmern von Tag 1B, dass nur zehn den Tag überleben sollten.

Auf 160 Spieler hatten die Organisatoren die DPM 2010 beschränkt. Und wenigstens die Teilnehmerzahl am zweiten Starttag verhinderte das Totaldesaster. Insgesamt nahmen 105 Spieler teil. Der Preispool hatte am Ende eine Höhe von 210.000 Euro.

Und auch wenn ein Großteil der deutschen Pokerspieler ihrer nationalen Meisterschaft nicht die Ehre erweisen wollten, allein das Line-up und die Action des Final Table werteten das Turnier am Ende noch mal gewaltig auf.

Da war zum einen Lennart Holz, der Titelträger des vergangenen Jahres.  Fast hätte es für ihn zur Titelverteidigung gereicht. Er musste sich letztlich aber mit Platz 3 zufrieden geben. Direkt vor ihm hatte es Jan Peter Jachtmann erwischt, der 2008 in Hamburg Vizemeister geworden war.

Im Heads Up standen sich schließlich Willhelm „Dr. Big" Breuer und der Berliner Newcomer Florian Feldner gegenüber. Feldner, der noch nie ein ähnlich großes Turnier gespielt hat, lag in Chips klar vorn. Ein Deal ergab: 60.000 für ihn, 48.000 für Breuer. Das Heads-up war somit eine schnelle Angelegenheit. Auf einem Board mit einer Drei entschloß sich Willi Breuer zur Attacke und ging mit K 3 all-In. Florian Feldner callte mit Pocket-Fünfen, die auch hielten.

Der Deutsche Pokermeister 2010 heißt somit Florian Feldner.

Die nächste DPM findet 2011 in der Spielbank seiner Heimatstadt Berlin statt. Es bleibt zu hoffen, dass das Turnier dann wieder der Größe seines Namens entspricht.

Hier noch die Payouts des Final table:

 

1 Florian Feldner €66.000
2 Willi Breuer €42.000
3 Lennart Holz €29.000
4 Jan Jachtmann €21.000
5 Sotirios Liakopoulos €17.000
6 Jens Fuchs €12.000
7 Martin Oettel €8.000
8 Thomas Scheld €6.000
9 Yildiray Cam €4.000
10 Ashkan Fayaz €3.000

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