Am Limit – Viktor Bloms Erfolg bei der neuen High-Stakes-Mode

Verfolgt man derzeit die teuersten Partien im Internet, fällt auf, dass es einmal mehr einen Paradigmenwechsel gegeben hat. Nachdem früher Limit Hold’em die beherrschende Pokervariante war, setzte mit dem Pokerboom Mitte des ersten Jahrzehnts im neuen Jahrtausend die große Zeit von No-Limit Hold’em ein.

Entsprechend wurden auch die meisten Nosebleed-Cashgames in der Variante ausgetragen, in der alljährlich der nominelle Weltmeister bei der WSOP gekürt wird. Ende des ersten Jahrzehnts kam dann ein neuer Trend auf.

Immer mehr High Roller wechselten zur Actionvariante Pot-Limit Omaha, in der bis heute die größten Online-Pots ausgetragen wurden.

Der fetteste aller Zeiten, ein missglückter Bluff von Viktor „Isildur1“ Blom gegen Patrik Antonius, betrug über 1,3 Millionen Dollar und wird als Rekordhalter vermutlich nicht so schnell abgelöst werden.

Seit neuestem nun findet man immer mehr High Roller an Tischen mit Limit-Varianten. Gespielt wird Omaha Hi/Lo oder die nicht nur für viele Europäer exotische Variante Triple Draw Lowball, bei der er es darum geht, durch dreimaliges Tauschen eine möglichst niedrige Hand zu bilden.

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Hi/Lo und Triple Draw - Viktor Blom testet neue Varianten.
 

Dass viele High Roller ständig auf der Suche nach neuen Varianten sind, in denen sie sich einen Vorteil gegen die stärksten Spieler der Welt versprechen, ist durchaus einleuchtend, doch dass ausgerechnet der Großmeister der Fold Equity, Viktor „Isildur1“ Blom, vermehrt dort sein Glück sucht, überrascht dann doch.

Im Zuge seines atemberaubenden Laufs im Jahr 2013, der Blom derzeit rund 3,5 Millionen Dollar Gewinn einbrachte, holte sich der Schwede mehr als die Hälfte seines Plus bei Omaha Hi/lo und Triple Draw Lowball.

Allein die Blinds sind für Normalsterbliche schwindelerregend. $1500/$3000 bei Triple Draw Lowball und $2000/$4000 bei Omaha Hi/Lo sind die bevorzugten Grundeinsätze Bloms, und mit Ben „Sauce123“ Sulsky, Gus Hansen, Alex „Alexonmoon“ Luneau oder Alexander „PostflopAction“ Kostritsyn findet er dabei immer mindestens einen Gegner.

Da die genannten Varianten aufgrund ihrer Setzstruktur nach dem Flop kaum Fold Equity bieten, ist es umso erstaunlicher, dass sich bisher gerade ein Spieler wie Viktor Blom pudelwohl zu fühlen scheint.

Wer ihn etwa beim Omaha Hi/Lo beobachtet, wird feststellen, dass Blom auch hier vom Button mit jeder Hand raist und die Initiative übernimmt. Was Blom bei den Hebelvarianten NLHE und PLO auszeichnete, scheint also auch bei den Limit-Varianten zu funktionieren – steter Tropfen höhlt den Stein.

Da die Konkurrenz aber bekanntlich nicht schläft, könnte Bloms unfassbarer Lauf schon bald beendet sein. Beim Schweden ist derzeit eine größere Bankroll zu holen, und es wäre schließlich nicht das erste Mal, dass er sein gesamtes Geld loswird.

Patrik Antonius
$1,3 Mio. mit einer Hand - Patrik Antonius.
 

Wie seinerzeit die Spielgemeinschaft Brian Hastings und Brian Townsend die Strategie Bloms exakt sezierte und diesen anschließend um mehrere Millionen und letztlich sein gesamtes Spielkapital erleichterte, werden die heutigen High Roller alles daran setzen, die schwedische Internetlegende in seinen neuen Lieblingsvarianten auf dem falschen Fuß zu erwischen.

Wiederholt sich die Geschichte wie so oft, wird Blom auch dieses Mal alle Gewinne sukzessive unters Volk der High Roller verteilen, bis nichts mehr übrig ist, und sein Glück mithilfe seines Sponsors dann woanders versuchen.

Es gibt ja noch Varianten wie Badugi oder das gute alte Seven Card Stud, in denen er noch eine jungfräuliche Bilanz aufzuweisen hat. Doch vielleicht gibt es auch eine Überraschung, und Viktor Blom entwickelt sich zu einem langfristigen Gewinner.

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VAdi 2013-01-17 06:16:52

Und warum spielt er jetz 2-7 und nicht was mit no limit? wird irgendwie nicht erklärt.