Ferguson-Anwalt: „kein Pyramidenspiel“ – gibt es französische Investoren?

ftp hearing

Zwei Full Tilt Poker vertretende Anwälte haben den Vorwurf strikt zurückgewiesen, das Unternehmen sei ein weltweites Pyramidenspiel.

Ian Imrich ist Anwalt in Los Angeles. Er vertritt Chris „Jesus“ Ferguson und veröffentlichte nun eine Pressemitteilung, in der er den Gebrauch dieses Begriffs ans „unvorsichtig und hetzerisch“  bezeichnete.

„Während die Regierung offensichtlich Anstoß an den Vorgängen bei FTP nimmt, gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass man die globalen Aktivitäten des Online-Pokeranbieters in irgendeiner Form als Pyramidenspiel interpretieren könnte“, schreibt Imrich.

Jeff Ifrah, bis vor Kurzem noch Anwalt von FTP bei der Anhörung vor der Alderney Gambling Gaming Commission (AGCC), schlug in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters in die gleiche Kerbe.

„Ich wehre mich energisch gegen den Vorwurf, FTP habe wie ein globales Pyramidenspiel gearbeitet“, sagte Ifrah am Mittwoch. „FTP hat Fehler gemacht, aber ich kann keine Anzeichen entdecken, die die Anschuldigung des Justizministeriums bestätigen, es handele sich um ein Schneeballsystem.“

Der Unterschied zu FTP bestehe darin, erläutert Imrich, dass ein Pyramidenspiel „auf einem Anlagebetrug beruht, bei dem versprochene Gewinne an bestehende Investoren aus den Investitionen neuer Investoren bezahlt werden“.

Full Tilt sei davon weit entfernt gewesen, vielmehr habe man dort so gehandelt wie in einer „problematischen Bank“, sagte Irfah dem Wall Street Journal. Das größte Problem bei Full Tilt Poker sei schlicht „Missmanagement“.

Retten Franzosen Full Tilt?

Vor dem Hintergrund der erweiterten Zivilklage durch Staatsanwalt Preet Bahara wurde die Anhörung in London zwischen FTP und der AGCC inzwischen beendet. Eine offizielle Stellungnahme steht noch aus.

In einer Email an ein Mitglied des 2+2-Forums ließ Ifrah durchblicken, dass es FTP vor allem darum ging, eine weitere Frist von 30 Tagen bewilligt zu bekommen, um Gespräche mit einer potenziellen Investorengruppe abzuschließen.

In einem Interview mit dem Egaming Review erläuterte Ifrah weiter, dass derzeit eine Übernahme verhandelt würde und eine beiderseitige Absichtserklärung besteht, in der die Bezahlung der Geldstrafe an das Justizministeriums ebenso wie die Rückzahlung aller Spielereinlagen weltweit festgelegt wird. FTP hat die Existenz dieser ABichtserklärung bestätigt.

Einem Artikel der französischen Nachrichtenseite mediapart.fr zufolge soll Laurent Tapie in die Übernahmeverhandlungen involviert sein, der Sohn von Bernard Tapie. Tapie ist bekannt als Spezialist für die Rettung bankrotter Unternehmen.

Seit den 1980er Jahren hat Tapie schon mehreren Dutzend Firmen geholfen, darunter war auch die Rettung von Adidas in den frühen 1990er Jahren.

 

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare