Netzsperre: Schweiz wirft Online-Poker raus

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Am 1. März wurde im Nationalrat der Schweiz mit den Stimmen der Christdemokraten und Sozialdemokraten ein Gesetz erlassen, welches es dem Bund ermöglicht, Online-Casinos im Internet sperren zu lassen.

Zukünftig sollen alle Casino-Anbieter gesperrt werden, die nicht über eine lokale Schweizer Lizenz verfügen. Betroffen davon sind nach dem derzeitigen Stand alle großen Pokerseiten: 888, PokerStars, Party Poker und ein Poker.

Bereits jetzt gilt, dass in der Schweiz nur national lizenzierte Anbieter im Internet Glücksspiel anbieten dürfen. Allerdings operieren PokerStars und Co. mit internationalen Lizenzen und aus Malta oder Großbritannien.

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Schweizer Nationalrat

Der nationalen Casino-Industrie der Schweiz war die Konkurrenz im Internet schon lange ein Dorn im Auge und unter dem Mantel des Spielerschutzes entwarf die Casino-Lobby sowohl die Schweizer Konzessionsgesetze, als auch den Vorschlag zur jetzt beschlossenen Netzsperre.

Zukünftig werden die internationalen Anbieter in der Schweiz nicht mehr erreichbar sein. Über die Netzsperre wird den Internetanbietern vorgeschrieben, die Seiten der Casinos zu sperren, beziehungsweise auf eine Seite der Konzessionsbehörde umzuleiten.

Die Zwangsregelung über Netzsperren ist ein Novum in der Branche und damit wurde ein Präzedenzfall in der Schweiz geschaffen. Weit über die Glücksspielbranche hinaus erregt dieses Gesetz derzeit in der Schweiz die Gemüter. Denn nie zuvor nahm eine Lobbygruppe so starken Einfluss darauf, was in der Schweiz im Internet erreichbar ist und was nicht und noch nie zuvor wurde ein Gesetz beschlossen, welches international operierenden, börsennotierten Unternehmen den Zugang zum Markt über eine Sperre verwehrt.

Entwarnung für die Spieler

Das Pokerspielen selbst ist in der Schweiz nach wie vor straffrei, auch im Internet, bei internationalen, nicht national konzessionierten Anbietern.

Wenn die Netzsperren umgesetzt werden, gibt es für die Spieler eine vergleichsweise einfache Möglichkeit, diese zu umgehen. Entweder richtet man sich ein VPN ein, oder man greift nicht auf die DNS-Server der Schweizer Internetanbieter zurück. Über diese DNS Server wird die Sperre nämlich umgesetzt. Lässt man sich über einen internationalen DNS Server, etwa dem von Google durch das Internet leiten, umgeht man die Netzsperre mit wenigen Klicks am Rechner.

» TechMixx: Windows 10, DNS-Einstellungen ändern, Netzsperre umgehen 

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