Negreanu unterstützt Ivey: Tiltwares Stellungnahme „erschreckend niveaulos“

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Vor zwei Tagen wurde bekannt, dass Phil Ivey eine Klage gegen Tiltware angestrengt hat. Jetzt äußern sich die ersten Profis.

In einem persönlichen Statement bekagte Ivey vor allem die Passivität und Zögerlichkeit, die Full Tilts Softwareunternehmen Tiltware an den Tag gelegt hat, als es um die Rückzahlung der Spielereinlage nach dem Schwarzen Freitag ging.

Ivey ging sogar so weit, die WSOP 2011 komplett zu boykottieren, weil so viele Spieler ihr Geld immer noch nicht zurückbekommen hatten.

Der beliebte kanadische Profi Daniel Negreanu zeigte sich schwer beeindruckt davon, wie Ivey seine Karten ausgespielt hatte.

„Ich bewundere ihn dafür, dass er etwas Großes und für ihn so Wichtiges wie die WSOP aufgibt, weil er glaubt, damit das Richtige zu tun“, erklärte Negreanu.

Selbst der Full-Tilt-Pro-Kollege Eric Froehlich konnte nicht umhin, Ivey seinen Respekt auszusprechen: „Er widersetzt sich aus persönlichen Gründen, aber auch zu Gunsten Anderer, und das halte ich für eine gute Sache“, sagte er.

„Er tritt in mehrfacher Hinsicht ein für seine eigenen Belange und für die Probleme,  mit denen er derzeit zu tun hat. Sich so zu präsentieren ist eine starke Aktion.“

„Ich könnte nicht mit einem Aufnäher durch diese Hallen laufen, der ein Unternehmen bewirbt, das seine Spieler von den Turnieren fernhält.“ – Daniel Negreanu

Gestern reagierte Tiltware mit einer eigenen Stellungnahme, in der Iveys Klageschrift als „Leichtfertig und eigennützig“ bezeichnet wurde.

Außerdem wurde Ivey beschuldigt, der Firma eine größere Geldsumme zu schulden sowie die bitte von Tiltware um Unterstützung bei der Rückzahlung der Gelder an die Spieler abgeschlagen zu haben.

Negreanu hat sich in dieser Sache seine eigenen Gedanken gemacht. „Es ist doch interessant, dass Tiltware Ivey als eigennützig bezeichnet, aber einen Monat lang keine Stellung zu den Rückzahlungen genommen hat“, kommentierte er.

„Das Statement ist für mich erschreckend niveaulos. Eigentlich sollte das keine große Überraschung sein, aber wie man mit dieser Sache umgeht, hat überhaupt keine Klasse.“

Auf die Frage, ob er an Iveys Stelle dieselbe Position eingenommen hätte, erklärte der Kanadier: „Ich könnte nicht mit einem Aufnäher durch diese Hallen laufen, der ein Unternehmen bewirbt, das seine Spieler von den Turnieren fernhält. Niemals.“

Robl bezeichnet Iveys Stellungnahme als „egoistisch“

Nicht jeder ist auf Ivey Seite. Andrew Robl veröffentlichte z. B: einen längeren Blogeintrag, in dem er erläuterte, dass dies der falsche Spielzug zur falschen Zeit gewesen sei.

„Phil Iveys Erklärung ist reiner Eigennutz“, schreibt Robl. „Er versucht, seinen eigenen Arsch zu retten und sich aus den rechtlichen und Rückzahlungsproblemen, mit denen Full Tilt zu kämpfen hat, herauszuziehen.

Phil Ivey gehört zu den größten Anteilseignern bei Full Tilt und hat von dem Business so stark profitiert wie kaum ein anderer.“

Robl fuhr fort, wenn Ivey wirklich Spielern zu ihrem Geld verhelfen wollte, dann würde er die Millionen, die ihm die Firma eingebracht hat, einsetzen und an die Spieler auszahlen, so wie es Tom Dwan versprochen hat, falls Tilt zu einer Rückzahlung nicht in der Lage sein sollte.

Stattdessen habe Ivey laut Robl das image und den Ruf von Full Tilt zu einem kritischen Zeitpunkt schwer beschädigt.

Letztlich war Robl aber zuversichtlich, dass FT die Spieler letztlich auszahlen werde.

Nach vier Tagen WSOP ist damit zumindest eines klar: Ob Ivey nun vor Ort ist oder nicht, er bzw. seine Stellungnahme hat einen großen Einfluss auf den Turniersommer, nach dem vieles nicht mehr so sein wird, wie es war.

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