Triple Barrel – Team PokerStars schrumpft, WPT contra EPT, Runner Runner im Kino

Sandra Naujoks
Bye, bye, Sandra.

Heute kümmern wir uns in der Triple Barrel um den Ausstieg zweier deutscher Spieler aus dem Team PokerStars, um die erstaunliche Terminansetzung der WPT World Championship und um den Kinostart eines verheißungsvollen Pokerfilms in Deutschland.

1) Naujoks und Ruthenberg scheiden aus dem Team PokerStars aus

Sie gehören zu den ersten deutschen Pokerspielern, die nach dem Einsetzen des Pokerbooms auch hierzulande große internationale Erfolge feiern konnten.

2008 holte sich Sebastian Ruthenberg innerhalb von drei Monaten ein Bracelet bei der WSOP und einen EPT-Sieg in Barcelona.

Landsfrau Sandra Naujoks konterte diese Erfolge direkt danach – erst schnappte sie sich den Europameistertitel in Baden, ehe sie im Jahr darauf als erste Deutsche die heimische EPT in Dortmund gewann.

In Zeiten des Booms war es damals eine Selbstverständlichkeit, dass die beiden vom Branchenprimus PokerStars einen Platz in dessen Profiteam angeboten bekamen.

Seitdem, und erst recht nach dem Abtreten der einstigen Vorzeigefrau Katja Thater, war vor allem Sandra Naujoks das Gesicht von PokerStars und im männerlastigen Pokerbusiness die Werbefigur schlechthin.

Sebastian Ruthenberg
Bracelet-Gewinner Sebastian Ruthenberg in unauffälliger Tracht.

Damit jedoch ist jetzt Schluss. In einer denkbar knappen und damit typischen Presseerklärung gab PokerStars bekannt, dass „die Sponsoringverträge von Sandra Naujoks und Sebastian Ruthenberg zum 1. Oktober 2013 ausliefen und nicht verlängert wurden“.

Während der aus Hamburg stammende Sebastian Ruthenberg bereits seit einigen Jahren nur noch sporadisch spielte und 2011 seinen letzten Cash erzielt hatte, erreichte die Berlinerin Sandra Naujoks in diesem Jahr immerhin noch drei Platzierungen im Preisgeld bei Turnieren der European Poker Tour.

Durch die beiden Abgänge schrumpft das Team PokerStars Germany weiter und besteht mit Jan Heitmann, George Danzer und Michael Keiner nur noch aus drei Spielern. Hinzu kommt mit Natalie Hof das neue weibliche Gesicht des Branchenführers als Friend of PokerStars.

2) WPT vs. EPT – Kriegserklärung oder Versehen?

Bereits letzte Woche gaben wir den neuen Terminplan der World Poker Tour für die zweite Saisonhälfte bekannt, in dem aber ein kleines, nicht ganz unwichtiges Detail fehlte – der Termin des krönenden Saisonabschlusses der WPT, der World Championship, die seit 2002 ausgetragen wird.

Dieser wurde nun bekannt gegeben, und kaum war er in der Welt, löste er auch schon großes Kopfschütteln aus. Zwischen dem 22. und 26. April 2014 soll das wichtigste Turnier der WPT über die Bühne gehen, doch genau in diesem Zeitraum (23. April bis 3. Mai) feiert auch die European Poker Tour mit ihrem Grand Final in Monte Carlo ihren Jahresabschluss.

adam pliska
Wen kann Adam Pliska (rechts) für die WPT begeistern?

Das klingt nach einem herben Versehen oder aber einer Kriegserklärung an den europäischen Konkurrenten.

Die Spieler jedenfalls waren überhaupt nicht „amused“ und gaben teilweise schon bekannt, dass sie die WPT dann eben ausfallen lassen würden.

Der Präsident der WPT, Adam Pliska, sieht die Sache aber ganz entspannt. Laut ihm sei „die Überschneidung nur gering und die Spieler könnten beide Turniere wahrnehmen“.

Außerdem befinde er sich in enger Absprache mit den Verantwortlichen der EPT und man sei immer auf der Suche nach der besten Lösung für die Spieler.

Mit Verlaub, Herr Pliska. In Zeiten, in denen die großen Turniere ohnehin mit Spielerrückgängen zu kämpfen haben, mutet die Entscheidung der WPT wie ein Witz an und wird sicher nicht dafür sorgen, dass die Teilnehmerzahlen bei den beiden Großveranstaltungen steigen werden.

3) Runner Runner endlich in deutschen Kinos

Es ist viel geredet, gemunkelt und spekuliert worden, doch heute ist es endlich so weit. Der neue Pokerfilm von den Machern von Rounders kommt heute in die deutschen Kinos und feiert damit für das deutsche Publikum Premiere.

RunnerRunner1

Mit Justin Timberlake und Ben Affleck wirken zwei absolute Top-Stars aus Hollywood, dank ihrer dürfte dieser Film ein sehr breites Publikum erreichen, das weit über die Pokerfans hinausgeht. Die Geschichte des Streifens ist simpel.

Ein Student, gespielt von Justin Timberlake, finanziert sich sein Studium mit Online-Poker, verliert alles und reist zum Betreiber nach Costa Rica, weil er sich betrogen fühlt. Dort lernt er seinen neuen Chef (Ben Affleck) kennen, der allerdings einigen Dreck am Stecken hat.

Daraus entspinnt sich eine spannende Geschichte, über die hier natürlich nichts verraten wird.

Vor zwei Wochen kam Runner Runner in die amerikanischen Kinos und schlägt sich beim Publikum bislang achtbar, die Kritiken sind allerdings eher bescheiden.

Die meisten Pokerfans dürfte dies nicht abschrecken – in der Szene gilt Rounders aus dem Jahr 1998 als absoluter Kultfilm (aber nicht überall), und der stammt ebenfalls aus der Feder von Brian Koppelman und David Levien.

 

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