Nationalrat lässt Pokerturniere in der Schweiz wieder zu

Turnier Sporthalle
Niedrige Buy-ins wieder erlaubt - Pokerturnier in Turnhalle.

Erst hü, dann hott. Zwei Jahre nach dem Verbot aller privaten Pokerturniere werden diese „für niedrige Buy-ins“ nun wieder erlaubt. Die Abstimmung endete mit einer überwältigenden Mehrheit.

Mit 165 zu 2 Stimmen entschied die Große Kammer des Schweizer Parlaments zugunsten der Einlassung der Rechtskommission.

Damit konnten sich die Befürworter um Sprecher Lukas Reimann klar gegen die Casinolobby durchsetzen, die bis zuletzt versucht hatte, das Verbot aufrechtzuerhalten. Unterstützung hatte sie auch vom Bundesrat bekommen.

Als Sprecherin fungierte Justizministerin Simonetta Sommaruga, die gegen die Einlassung der „offenbar spielfreudigen Rechtskommission“ plädierte.

Dabei wurde vor allem die schlechte Rendite, die die Casinos seit dem Richterspruch vor zwei Jahren einfahren konnten, zum wichtigsten Argument für die Pokerfreunde. Letztlich bieten die Casinos keine Niedrigpreisturniere an, weil sie damit kaum Rendite erzielen können.

Außerdem kritisierte Reimann, dass die bisher geltende Regelung Spieler in die Casinos zwänge, die damit Suchtgefahren stärker ausgesetzt seien als bei privat veranstalteten Turnieren, wo keine Spielautomaten und andere Casinospiele mit deutlichem Hausvorteil lockten.

Pokerturniere um kleine Einsätze – darunter versteht man in der Schweiz nun offiziell alles unter 100 Franken Startgeld – sind aber genau das, was die Hobbyspieler wollen, die in den letzten zwei Jahren das Spielen praktisch vollständig aufgegeben hatten.

Neben ihnen waren die Hauptleidtragenden die Veranstalter, die zu tausenden ihre Arbeitsplätze verloren. Zwar fanden auch weiterhin Pokerturniere statt, allerdings galten diese offiziell als illegal, womit sich die Hobbyspieler bei jeder Teilnahme strafbar machten.

Die Liberalisierung der Gesetzgebung muss nun noch vom Ständerat abgesegnet werden, bevor am 11. März eine Volksabstimmung über die Revision von Spielbanken- und Glücksspielgesetz bei den Eidgenossen stattfindet.

Als unverhältnismäßig bezeichnete Reimann auch das Vorgehen der Polizei gegen kleine Pokerturniere. In Herisau z. B. hatte die Polizei eine Razzia durchgeführt und alles, was ihr verdächtig schien, beschlagnahmt. Die Beute der Ordnungshüter: Frotteehandtücher.

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare