Nasrs Pocket Rockets stürzen ab

Jerrod Ankenman
Jerrod Ankenman - im dritten Anlauf zum Sieg.

Zwei Asse sorgten für eine Bruchlandung von Nasr el-Nasr. Der Deutsche schied als erster am Final Table des $5000 Shootouts aus. Jerrod Ankenman siegte beim Mixed Event.

Dabei hatte der dritte und letzte Tag von Event Nr. 41 so gut angefangen. Nasr und Traply waren zu Anfang des Spiels die beiden dominierenden Spieler. Mit einer Rieh von Three-Bets und All-ins setzten sie die Gegner unter Druck. Nasr erspielte sich schnell den Chiplead und schien auf dem besten Weg zu seinem ersten Bracelet. Dann kam es zu folgender Hand: Lichtenberger erhöhte aus erster Position auf 60k und Nasr erhöhte vom Button aus ein weiteres Mal, jetzt auf 175k. Lichtenberger wollte sich offenbar nicht weiter drangsalieren lassen und ging all-in. Er konnte natürlich nicht damit rechnen, das Nasr sofort callen und zwei Asse zeigen würde. Lichtenberger war etwas peinlich berührt und zeigte T 9. Während sich die deutschen Fans bereits gegenseitig gratulierten und darauf vorbereiteten, die erste Eliminierung des Abends zu feiern, fiel das Flop: 9 7 6. Nasr stockte der Atem und den Fans blieben die Jubelrufe im Halse stecken, den Lichtenberger floppte Top Pari, Flush Draw und inside Straight Draw. Schon die T auf dem Turn knackte Nasrs Asse, und der River sollte nichts mehr ändern.

Nasr El Nasr
Auch die Asse verlieren manchmal.

Damit verlor Nasr den Großteil seiner Chips. Er versuchte kurz darauf, mit Pocket Dreien noch einmal zu verdoppeln, aber Traply hatte mit Pocket Achten etwas dagegen. So schied Nasr als erster aus, anstatt als Chipleader in das nächste Level zu gehen. Lichtenberger erreichte dagegen sogar das Heads-up und traf dort auf Peter Traply. Der Ungar hatte bereits im EPT Grand Final den letzten Tisch erreicht und damit gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist. Der letzte Zweikampf wurde zu einem hochdramatischen Finale. Zunächst kam es zu einem Coin Flip: Traplys Pocket Sechsen gegen A-Q von Lichtenberger. Der Amerikaner traf das As auf dem Flop, doch eine Sechs auf dem Turn ließ Traply uneinholbar davonziehen. Das Chipverhältnis nach dieser Hand lag etwa bei 25:1 für Ungarn, Traplys Sieg schien nur noch Formsache. Doch es gilt der alte Spruch „a chip and a chair": Lichtenberger traf in der nächsten Hand mit K 7 einen Flush auf dem River und in der folgenden einen Inside Broadway Straight Draw, ebenfalls auf der fünften Straße. In der folgenden Hand ging Traply wieder all-in und Lichtenberger musste seinen ganzen Mut zusammennehmen, bevor er schließlich mit Pocket Dreien callte. Traplys Hand: Pocket ... Zweien!!! Was für eine Konstellation. Lichtenberger verdoppelte ein weiteres Mal und war fast wieder gleichauf.

Dann aber hatten die Pokergötter ein Einsehen. Das Wunder von Lichtenberger fand nicht statt. Als Lichtenberger A J fand und Traply A K, flogen die Chips nur so in die Mitte. Das Board zeigte schließlich A 5 3 Q Q, und Traply gewann das erste Bracelet für Ungarn überhaupt! Nach seinem Sieg zeigte er sich rundum zufrieden, vor allem, weil ihm bisher bei dieser WSOP das Glück nicht besonders hold gewesen war: „Ich habe außer dem $40k jedes No Limit Hold'em Turnier gespielt und bin nicht ein einziges Mal ins Geld gekommen. Es lief wirklich miserabel für mich, aber jetzt ist ein Pokertraum wahr geworden."

Final Table Payouts:

Peter Traply
Traply siegt im eiskalten Las Vegas.

1. Peter Traply - $348.755

2. Andrew Lichtenberger - $215.402

3. Maxim Lykow - $145.062

4. Danny Wong - $105.609

5. Nasr el-Nasr  - $82.697

Event Nr. 42 - $2500 Mixed Event

Gestern hatte es ja so ausgesehen, als ob Jimmy Fricke den letzten Tag wohl als erster beenden müsste. Mit seinem Minimalstack benötigte er schon eine große Portion Kartenglück, um noch länger am Tisch zu bleiben. Tatsächlich aber erhielt Fricke gleich in der ersten Hand (2-7 Triple Draw) eine Superhand und verdoppelte. Er überlebte insgesamt fünf Spieler, bis er dann doch als Final Table Bubble Boy vom späteren Sieger Jerrod Ankenman vom Tisch genommen wurde. Ankenman gewann das Heads-up gegen Sergej Altbregin und konnte damit nach zwei zweiten Plätzen sein erstes Bracelet feiern.

Final Table Payouts:

1. Jerrod Ankenman - $241.654

2. Sergej Altbregin - $149.341

3. Chris Klodnicki - $97.896

4. Jeff Tims - $67.848

5. Jon Turner - $49.568

6. Eric Crain - $38.074

7. Layne Flack - $30.673

8. Dario Alioto - $25.860

Events Nr. 43 - $1000 Seniors No Limit Hold'em und Nr. 44 - $2500 Razz

Das Turnier der reiferen Generation führt Tom Thomas vor Charles Simon an. Nach zwei Tagen sind noch 28 Spieler dabei.

Nur noch 13 Spieler sitzen an den letzten beiden Tischen des Razz-Turniers. In Führung liegt Jeff Lisandro, der offenbar von Tag zu Tag besser wird. Kenna James ist noch dabei, und der Shortstack ist momentan - kaum zu glauben - schon wieder Ville Wahlbeck. Der Finne wird damit zum fünften Mal bei dieser WSOP ins Geld kommen, Lisandro bereits zum sechsten Mal.

Events Nr. 45 - $10.000 PL Hold'em und Nr. 46 - $2500 Omaha Hi-Lo

Das letzte Championship Event vor dem mit Spannung erwarteten $50k H.O.R.S.E. hat begonnen, und 85 der anfangs 275 Spieler werden auch heute Nacht wieder in die Chipstapel greifen. Florian Langmann hält sich noch wacker im Mittelfeld. An der Spitze liegen momentan Michiel Brummelhuis, Toto Leonidas und Kirill Gerasimow.

Als Limit Event hat das Omaha Hi-Lo natürlich nicht so stark unter Spielerschwund zu leiden wie ein NL Turnier. Deshalb sind mit 261 von ursprünglich 425 auch noch mehr als die Hälfte der registrierten Spieler im Turnier.

 

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare