Mittlere oder untere Pärchen im Flop spielen

Cash Flow

Wie spielt man Middle Pair oder Bottom Pair auf dem Flop?

Einleitung

Wenn Sie mit einer Ihrer Karten (Hole Cards) auf dem Flop nicht die höchste, sondern mittlere oder niedrigste Karte treffen, spricht man von Middle bzw. Bottom Pair. Zum Beispiel: Sie halten A -4 und der Flop zeigt Q 4 2 oder Q 7 4.Beide Paare sind grundsätzlich ähnlich zu behandeln, daher gehen wir auf die kleineren Unterschiede hier nicht näher ein. Anfänger spielen gerade solche Hände häufig falsch. Man kann sich jedoch mit ein wenig mathematischer Hilfe recht einfach verbessern.

Wir gehen in jedem der unten angeführten Szenarien von einem Multiway-Pot (mehrere Gegner) aus sowie davon, dass mindestens einer Ihrer Gegner ein höheres Paar hält.

Grundlagen

Sie müssen davon ausgehen, dass Sie nur fünf Outs haben, das heißt, dass es nur fünf Karten im Deck gibt, mit denen Sie Ihre Gegner noch schlagen können. Damit sind Sie auf dem Turn (die vierte Karte auf dem Board) auf jeden Fall 8:1-Außenseiter. Sie benötigen mindestens Two Pair oder einen Drilling, um zu gewinnen. Vergleichen Sie diese Situation bitte mit einem Gut Shot Straight Draw, bei dem Ihnen eine Karte zur Straße fehlt. Mit einem solchen Draw hätten sie vier Outs, allerdings auf eine sehr gute Hand. Sie brauchen grundsätzlich sehr gute Odds, um mit Middle oder Bottom Pair auf dem Flop fortzusetzen. Folgende Überlegungen sind zu berücksichtigen:

    1. Wenn einer Ihrer Gegner zwei Paare oder einen Drilling gefloppt hat, tendieren Ihre Gewinnchancen praktisch gegen null.
    2. Ihr Gegner könnte zu einer Straight oder einem Flush ziehen, also zu Händen, die Ihre auf jeden Fall schlagen.
    3. Selbst wenn sie auf dem Turn ein zweites Paar oder einen Drilling treffen, kann einer Ihrer Gegner Sie noch immer mit höheren Two Pair oder einem höheren Drilling schlagen.

     

    Wann Sie eine Fortsetzung Ihrer Hand in Erwägung ziehen sollten:

      1. Wenn Ihr Kicker (die Beikarte zu Ihrer Hand) höher ist als die höchste Karte auf dem Board, kann ein Call gerechtfertigt sein.
      2. Wenn der Pot so groß ist, dass Sie 12:1 Odds haben, kann ein Call ebenfalls gerechtfertigt sein.
      3. Wenn Sie sich zu einem Call entschließen, hinter Ihnen aber noch einmal erhöht wird, ändern sich nicht nur Ihre Odds, Sie geraten auch in eine unangenehme Situation. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie solche Hände nur in später Position spielen.
      4. Wenn Sie annehmen, dass Ihre Hand die beste ist oder dass Ihre Gegner so schwach spielen, dass sie vielleicht auch mit besseren Händen aufgeben, ziehen Sie einen Raise in Betracht. Selbst wenn einer ihrer Gegner diesen mitgeht, haben sie immer noch Outs auf die beste Hand.

        Wann Sie nicht mitgehen/erhöhen sollten:

          1. Wenn der Flop einfarbig ist, also alle drei Karten dieselbe Farbe haben. Ausnahme: Sie halten einen König oder ein As in dieser Farbe und ziehen damit zum Nut Flush. Sollten Sie zusätzlich Middle oder Bottom Pair getroffen haben, ist das gut, aber vermutlich für den Ausgang der Hand nicht relevant, denn Sie müssen davon ausgehen, dass bei mehreren Gegnern einer bereits einen vollständigen Flush hält. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit einem Paar, zwei Paaren oder auch einem Drilling verlieren.
          2. Wenn auf dem Flop drei aufeinander folgende Karten auftauchen, also beispielsweise 6-7-8, J-Q-K oder 3-4-5. Die Gründe sind praktisch mit denen aus dem vorigen Beispiel identisch (ein Gegner könnte eine fertige Straight halten). Ähnliches gilt für den Fall, wenn der Flop nur hohe Karten zeigt und Sie nicht zumindest einen nach oben und unten offenen Straight Draw halten. Ein Beispiel: Auf dem Flop liegen Q-J-T und Sie halten AT. Das ist eine schwache Hand, auch wenn sie auf den ersten Blick anders aussieht. Vermutlich haben sie vier Outs zu einem Split Pot (die vier Könige), möglicherweise auch zwei Outs zur besten Hand (die zwei Zehnen). Es handelt sich in beiden Fällen aber tatsächlich nicht um vollständige Outs, da zumindest die Könige auch die Hand einer Ihrer Gegner verbessern könnten.
          3. Wenn der Flop zweifarbig und der Pot klein ist. In diesem Fall erhalten Sie nicht die Odds, um einen Call zu rechtfertigen.

            Überlegungen:

            Die folgenden Beispiele zeigen Ihnen, welche Faktoren Sie bei Ihrem Spiel berücksichtigen müssen, wenn Sie Middle oder Bottom Pair spielen wollen.

            Nehmen wir an, auf dem Flop liegen Q 8 2.

            1. Sie halten A 2. Sie haben fünf Outs auf eine mögliche bessere Hand und einen Backdoor Nut Flush Draw.
            2. Sie halten A 2. Die haben bestenfalls vier Outs, da das A bei zwei Herz auf dem Board kein vollständiges Out ist. Sie haben keine Chance auf einen Flush.
            3. Sie halten A 8. Sie können sich höchstens drei Outs geben, da A und 8 keine echten Outs sind.
            4. Sie halten A 8. Einer Ihrer Gegner hält A Q, ein anderer einen Flush Draw. Sie haben höchstens zwei Outs, da die Asse keine Outs mehr sind.
            5. Sie halten A 8, einer Ihrer Gegner hält A Q, ein anderer einen Flush Draw. Hier bleibt Ihnen rechnerisch bestenfalls noch ein Out, da sowohl die Asse als auch die Achten keine Outs mehr sind und Sie selbst bei einem Drilling auf dem Turn noch auf Redraws Ihrer Gegner achten müssen.

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