Mike Sexton: "Es bricht mir das Herz, die WPT zu verlassen"

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Mike Sexton und die WPT

Mike Sexton und die World Poker Tour. Ganze 15 Seasons lang gehörten diese Marken zusammen wie ein Pocket-Pair Aces. Als Sexton letzten Monat bekanntgab, dass er die WPT verlässt und Präsident von PartyPoker wird, war das ein Schock für die Pokerwelt.

Der Karriereschritt überraschte vor allem, da Sexton als Spieler bei der WPT gerade seine beste Season hingelegt hatte. Er gewann einen Titel und erlangte so den Eintritt für das exklusive Tournament of Champions.

Unsere Partnerseite PokerListings hat Sexton in der Pause des WSOP $1.500 No-Limit Hold’em getroffen und mit ihm über den Weggang von der WPT gesprochen.

PokerListings: Du und die WPT waren jahrelang mehr oder weniger ein und dasselbe. Warum die Entscheidung, die WPT zu verlassen?

Mike Sexton: Es gab eine Gelegenheit bei PartyPoker. Sie haben mir die Position des Chairman angeboten. PartyPoker gehörte einst die WPT und veranstaltete Events für sie. Die beiden Unternehmen sind dann auseinander gegangen.

Die WPT wird sich verändern und versuchen, mit allen Online-Pokerrooms zusammenzuarbeiten. PartyPoker macht ein eigenes Ding mit der partypoker LIVE Tour.

Es gab Events, die zeitlich zusammen fielen und in Konkurrenz zueinander standen. Es gab die WPT Amsterdam und gleichzeitig lief das PartyPoker LIVE in Montreal. Es wird einfach zu viele Interessenkonflikte gegeben.

Sexton
"Es bricht mir das Herz"

Es bricht mir das Herz, die WPT zu verlassen, weil ich von Anfang an dabei war und sie einfach liebe. Die Gelegenheit, Chairman bei PartyPoker zu werden, war aber einfach zu gut.

PokerListings: Für dich müsste es doch jetzt lockerer sein? Ein bisschen weniger reisen…

Mike Sexton: Naja, ein bisschen weniger aber die Trips werden länger sein, da ich viel nach Übersee muss.

PartyPoker geht in die richtige Richtung, ich mag die Einstellung des Managements und wie sie im Bezug auf das Pokerspiel denken.

Die Spieler finden es auch wieder gut, wir bekommen eine Menge Support. Ich bin der festen Überzeugung, dass die PartyPoker LIVE Tour die größte der Welt werden kann. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt und froh, bei PartyPoker zu sein.

PokerListings: Du hattest ein unglaubliches Jahr bei der WPT und hast am Ende sogar einen Titel geholt. Ist es schön, auszusteigen, wenn man an der Spitze ist?

Mike Sexton: Ja, es war schon super, ein gutes Jahr als Spieler zu haben, deswegen habe ich die WPT aber logischerweise nicht verlassen.

Das Beste ist, dass ich jedes Jahr das WPT Tournament of Champions spielen kann und das finde ich aufregend.

PokerListings: Wirst Du ansonsten noch WPT-Events spielen?

Mike Sexton: Ich werde einige spielen können. Zum Beispiel das im Bellagio und das Tournament of Champions. Vielleicht noch ein paar mehr. Ich hoffe, dass mein Terminplan es mir erlaubt, meinen Titel in Montreal zu verteidigen. Ich glaube an Titelverteidigung, mal sehen, was passiert.

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Sexton bei seinem WPT-Sieg in Montreal

PokerListings: Kannst Du uns etwas über deine neue Rolle bei PartyPoker erzählen? Es scheint, als sei momentan eine aufregende Zeit für das Unternehmen…

Mike Sexton: Sie machen viele spannende Sachen. Momentan haben wir eine Liste mit zehn Dingen, die wir erreichen wollen und mein Ziel ist es, dass wir es schaffen.

Als Präsident werde ich mit den Leuten im Office und den Softwareentwicklern zusammenarbeiten. Ich kooperiere aber auch mit John Duthie bei der LIVE Tour. Ich bin quasi ein Berater mit vielen Befugnissen.

Ich werde auch stets im Namen der Spieler handeln. Ich will, dass die neue Software fertig wird und dass sich der Kundenservice verbessert. Ich will auch, dass das Geld für die Werbung an die Spieler zurückgeht. PartyPoker wird keine Werbung auf Plakaten oder auf Bussen mehr schalten. Das Unternehmen gibt das Geld für die Spieler aus und ich mag es so.

Ich denke, das wird bei den Spielern ankommen und langfristig von dieser Loyalität profitieren. PartyPoker dreht auf, ich mag das, da es 4 bis 5 Jahre lang mehr oder weniger Stillstand gab. In den letzten 18 Monaten ging es steil bergauf und das wird so weitergehen.

PokerListings: Du warst von Anfang an bei PartyPoker dabei. Wie ist es, die Höhen und Tiefen des Unternehmens zu erleben?

Mike Sexton: Momentan ist es sehr cool, ich beobachte all die Veränderungen und stelle befriedigt fest, dass viel in Poker investiert wird.

Es ähnelt der Zeit, als wir die Poker Million gestartet haben. Es war toll, dabei zu sein und die Entwicklung zu sehen.

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Sexton und Buddy van Patten

Jetzt werden wir hoffentlich explodieren, wir wollen nicht mehr und nicht weniger als die größte Pokerseite der Welt werden. Das ist natürlich ein großes Ziel, wir denken aber, dass es machbar ist.

PokerListings: Kannst Du uns etwas über das Rakeback sagen, dass kürzlich bei PartyPoker eingeführt wurde?

Mike Sexton: Klar, es gibt für jeden 40 % und für die Vielspieler haben wir 50 % festgelegt. Das ist eine gute Gelegenheit für die Spieler und sie nutzen es.

Wenn man sich momentan unsere Cashgames und Turniere anschaut… sie gehen durch die Decke und bei der Konkurrenz sieht es eher mau aus. Wir wollen auf jeden Fall so weitermachen.

PokerListings: Du lässt ja auch deinen Kumpel Vince van Patten bei der WPT zurück. Was ist das für ein Gefühl?

Mike Sexton: Ja, wir sind ja wie Johnny Carson und Ed McMahon, wir sind einfach verbunden. Ich hasse es, ihn zu verlassen aber ich und meine Familie konnten die Gelegenheit nicht verstreichen lassen.

Wahrscheinlich ist es das letzte große Ding, das ich in meinem Leben machen werde. PartyPoker zurück an die Spitze zu bringen, ist doch ein toller Abgang und ich werde so in den Sonnenuntergang segeln.

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Tony Dunst

PokerListings: Was sagst Du dem neuen WPT-Kommentator Tony Dunst zum Abschied?

Mike Sexton: Ich ihm nur den Rat geben, dass das Publikum im TV sich stark von dem Publikum in den Livestreams unterscheidet, die er momentan macht.

Im Livestream schauen eher die Freaks zu, diejenigen, die auch online spielen. Im Fernsehen sind die Leute nicht so sehr an Mathematik und komplexer Strategie interessiert, das langweilt und sie schalten ab.

Tony Dunst muss sich klarmachen, dass 90 % seines Publikums normale Durchschnittstypen sind. Er muss aufpassen, dass er nicht zu technisch rüberkommt.

PokerListings: Wirst Du dieses Jahr viel WSOP spielen?

Mike Sexton: Das ist eine gute Frage. Letztes Jahr habe ich ungefähr ein Dutzend Events gespielt. Dieses Jahr werde ich 15-20 absolvieren.

Ich freue mich aber darauf, da ich die ganze Zeit in Las Vegas bin. Das hier ist das fünfte Event, das ich spiele. Ich bin einmal ins Geld gekommen, liege also hinten. Aber die WSOP dauert ja noch ein bisschen…

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