Tureniec – „Partouche muss rechtliche Schritte unternehmen“

Michael Tureniec
Michael Tureniec.

Das kürzlich aufgetauchte Video zum Finaltisch der Partouche Poker Tour schlägt Wellen. Erste Spieler fordern Konsequenzen.

Michael Tureniec gibt am Tisch so wenig preis wie kaum ein anderer Spieler. Über Stunden sitzt er nahezu unbeweglich am Tisch.

Am Final Table der Partouche Poker Tour 2009 war das bei seinen zwei Mitspielern aus Korsika ganz anders.

Jean-Paul Pasqualini und Cedric Rossi werden beschuldigt, sich per Zeichensprache über ihre Hände gegenseitig informiert zu haben.

Beim so genannten Bauernfunk kommuniziert man per Handzeichen. Ein Griff an die Nase bedeutet z. B., dass man einen Buben hält, eine Berührung der Stirn bedeutet „König“.

Bewiesen ist bisher nichts, aber der schwedische Profi, der damals auf Platz sieben ausschied, hält die Vorkommnisse nicht für einen Einzelfall.

Unser schwedischer Kollege Erik Sylvén hat gestern Abend mit Michael Tureniec gesprochen:

Was halten Sie von dem Video?

Ich war sehr verärgert, als ich das gesehen habe. Ich hatte schon während des Finales einen Verdacht, vor allem, nachdem die beiden erster und zweiter wurden.

pasqualini trips
Pasqualini und seine Handzeichen - Betrug oder Verleumdung?
 

Wie groß ist der Vorteil, den man sich so verschafft?

Es ist natürlich ein Riesenvorteil, wenn man zwei weitere Karten kennt, die damit aus dem Spiel sind. Außerdem kann man so hervorragend einen Spieler in die Zange nehmen.

Pasqualini wäre hier höchstwahrscheinlich mit A-K im cut-off gegen Rossis Asse im Big Blind ausgeschieden, denn Pasqualini war zu diesem Zeitpunkt der Shortstack, während Rossi Bigstack und sehr aggressiv war.

(Die Szene sehen Sie in dem Video ab Minute 4:00. die Red.)

Kommt so etwas häufiger vor?

Ich glaube, dass diese Form von Kollusion immer wieder vorkommt, vor allem live. Es ist aber sehr schwierig, sie zu verhindern, denn sie ist schwer zu erkennen, und man will ja auch niemanden beschuldigen, wenn man nicht absolut sicher ist.

Welche Konsequenzen sollte das für die Spieler haben?

Beide sollten weltweit gesperrt werden. Außerdem muss Partouche rechtliche Konsequenzen ziehen.

Das Video finden Sie hier.

Zur Klarstellung: Das Video zeigt keine eindeutigen Beweise. Die Länge des Videos beträgt knapp neun Minuten, der Finaltisch dauerte 18 Stunden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Da die Aufzeichnungen bereits mehr als der Jahre alt sind, liegen sie auch der Partouche-Gruppe vor und wurden von dieser geprüft. Die Veranstalter erklärten, keine Hinweise auf Kollusion festgestellt zu haben.

Das Video tauchte zuerst bei pokerenligne.com auf. Der Verfasser des zugehörigen Artikels ist auch Autor eines Pokerbuchs.

Jean-Paul Pasqualini hat sich inzwischen offiziell zu Wort gemeldet und alle Vorwürfe abgestritten.

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Gerd 2013-01-31 12:39:45

@Armin

Vielleicht sind es ja nur zwei, und er bewegt sie nur unglaublich schnell :o

Armin 2013-01-31 09:55:43

am besten ist das der Typ scheinbar drei hände hat... da geht das mit der zeichensprache noch viel besser :D

Igor Soukharyev 2013-01-31 07:56:53

Was fehlt noch, sicher zu behaupten: Poker ist keine Sportart. "Fair Play" kann nie garantiert werden.
Und in diesem Sinn ist Poker auch kein Glücksspiel, weil die Gewinnwahrscheinlichkeit - ein absoluter Merkmal der Glücksspiele - auch nicht garantiert werden kann.

Dort, wo Karten, herrscht immer Betrug und Manipulationen. Und in der "Umgebung" finden ständige Spekulationen von Komplizen des Glücksspiel-Businesses statt.

Aber warum sind wir vom Poker so überrascht, wenn der Sport in ganzer Welt zugunsten dem kriminellen Wetten-Lobby ununterbrochen manipuliert wird?