„Genau das, was ich auch machen will“

Martins Adeniya
Martins Adeniya.

Martins Adeniya ist eines der jüngsten Mitglieder im neuen Team von Full Tilt. Wie kommt ein Börsenhändler auf die Idee, seine Karriere zu opfern, um Pokerprofi zu werden?

Eigentlich sieht Adeniya fast zu gesund und entspannt aus. Der neue „Botschafter“ für Full Tilt Poker hat gerade eine Online-Session hinter sich, als wir ihn im „Village“ treffen, dem extra für das Galway Poker Festival errichteten Spielort an der irischen Westküste.

Hier wird derzeit nicht nur jede Menge Poker gespielt, sondern auch Videospiele, Billard und Backgammon.

„Insgesamt kann man sich hier nicht beklagen, außer vielleicht über das Wetter. Es ist ziemlich kalt hier“, sagt Adeniya.

Der Engländer ist schon seit einiger Zeit auf dem Live-Cicuit unterwegs. Mehrere Male war er ganz nah dran am großen Erfolg.

Bei der EPT London 2009 wurde er Siebter, bei einem FTOPS Main Event erreichte er sogar Platz drei, und es folgten eine Reihe Events, in denen er lange auf einen Titel hoffen konnte.

Für einen internationalen Titel hat es aber auch nach vier Jahren Profidasein nicht gereicht. Warum tut sich einer so etwas an, der vorher in der Londonder City auf dem Börsenparkett viel Geld verdient hat?

Wegen noch mehr Geld.

MA: „Meine Karriere verlief eigentlich erfolgreich. Ich hatte meinen Abschluss an einer der besten Universitäten Großbritanniens gemacht, hatte eine gute Endnote, einen Job in der City ... aber dann begann ich mich zu sehr auf Poker zu konzentrieren.

galway
Galway - "Es ist ziemlich kalt hier."

Ich wollte immer so viel Geld wie möglich verdienen. Als ich im Fernsehen Leute wie Gus Hansen oder Phil Ivey sah, hat mich das ziemlich beeindruckt. Ich dachte, das ist genau das, was ich auch machen will.“

PL: Und dann hast du den Job aufgegeben?

MA: Nein, dann wurde ich Dritter im FTOPS Main Event und gewann 180.000 Dollar.

Da wusste ich, dass ich von Poker leben konnte. Aber ich blieb noch seitere sechs Monate in meinem Job, obwohl meine Gedanken schon ganz woanders waren.

Sollte pokertechnisch alles schiefgehen, habe ich damit aber eine Basis gelegt, auf der ich wieder aufbauen kann.

Allerdings würde ich nicht mehr für Andere arbeiten, sondern mein eigenes Ding durchziehen. Ich will mein eigener Chef sein. Daran habe ich mich gewöhnt.

PL: Warum hat Full Tilt gerade dich verpflichtet?

MA: Ich glaube, meine Kollegen (Dermot Blain, Ben Jenkins, Sinem Melin – d. Red.) und ich sollen die Lücke zwischen Freizeitspielern, also den Online-Qualifikanten und den Profis schließen.

Wir repräsentieren hier Full Tilt, wir wissen, wie alles funktioniert, was in der Vergangenheit passiert ist und was in der Zukunft passieren soll. Wir sind also eigentlich typische Durchschnittsspieler, und wir freuen uns über jeden Kontakt.

Andererseits spielen wir auch gegen Gus Hansen und Viktor Blom, der bald ankommen wird. So bilden wir zusammen mit den großen Namen ein Team, das gemeinsam arbeitet.

PL: Es gibt Leute, die nicht glauben, dass neue „Botschafter“ auch neue Spieler anlocken.

MA: Ich glaube, dass wir als Team attraktiv genug sind, um immer mehr Spieler dazuzuholen.

PL: Woher kommen die stärksten Spieler?

MA: Es gibt in allen Ländern starke und schwache Spieler, aber kaum ein Land, das besonders herausragt.

Außer Deutschland vielleicht. Das sind wohl im Moment die besten.

In Galway findet derzeit das erste Full Tilt Poker Festival statt. PokerZeit/PokerListings ist vor Ort und berichtet täglich. Und danke für das Kompliment.

Das Interview führte Giovanni Angioni.

PL: Woher kommen die stärksten Spieler?

MA: Es gibt in allen Ländern starke und schwache Spieler, aber kaum ein Land, das besonders herausragt.

Außer Deutschland vielleicht. Das sind wohl im Moment die besten.

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