„Richtig gute Spieler haben es leichter gegen mich“

Martin Staszko

Martin Staszko wurde aus dem Nichts bei der WSOP Vizeweltmeister und gewann $5,4 Mio. Jetzt kehrt er als Star in seine Heimat zurück. Dem sympathischen Tschechen ist der Trubel fast zuviel.

Als Staszko vor einem halben Jahr zum ersten Mal ein Flugzeug in die USA bestieg, war er international vollkommen unbekannt. Jetzt ist sein Bekanntheitsgrad fast so hoch wie der von Karel Gott.

Dabei ist Staszko kein Amateur, der einfach nur Glück gehabt hat. Mit einer Geschichte wie der von Darvin Moon ist seine nicht zu vergleichen. Seinen Fabrikjob hat der Tscheche schon vor fast zwei Jahren aufgegeben, um sich vollständig seiner Pokerkarriere widmen zu können.

Seinen ersten erwähnenswerten Cash erzielte der Tscheche bei der EPT Deauville im Januar 2010. Im Main Event erreichte er Platz 11. Es folgte ein 10. Platz bei den Unibet Open in Prag, bevor er sich für den Generalangriff auf die WSOP bereit fühlte.

Dabei war Staszko überdurchschnittlich erfolgreich. Schon vor dem Main Event hatte er bei vier Events die Geldränge erreicht. Der plötzliche Starruhm hat ihn überwältigt.

„Ja, ich bin schon ein Star, aber es ist eine ziemlich schwierige Zeit für mich. Es gibt viel zu viele Interviewanfragen, und ich habe unglaublich viel zu tun.“

„In den ersten zwei Wochen hatte ich 50 Interviews am Tag. Jetzt ist es etwas besser, nur noch 20 pro Tag. Außerdem musste ich in einer Reihe von Fernsehshows auftreten. Letztlich waren es so viele Anfragen, dass ich einige davon absagen musste.“

Nicht nur bei den Interviews hat Staszko längst die Übersicht verloren. Manchmal weiß er gar nicht mehr so genau, wo und was eigentlich gespielt wird.

„Ich habe in England bei irgendwelchen Championships mitgespielt, danach bei der tschechischen Meisterschaft in Prag mehrere Side Events in Hold’em und Omaha, aber nicht den Main Event, weil ich dafür gar keine Zeit hatte. Und jetzt spiele ich hier die WPT und danach die EPT. Wenn diese beiden Großereignisse vorbei sind, werde ich wieder verstärkt online spielen.“

Dann habe ich endlich wieder meine Ruhe, scheint das zu heißen.

Trotzdem, für Staszko wird nichts wieder so sein wie vorher. Als einer der November Nine hat er nun die sprichwörtliche Zielscheibe auf der Stirn. Das hat Vor- und Nachteile, wie der Vizeweltmeister mit der ihm eigenen Mischung aus Bescheidenheit und Selbstsicherheit feststellt.

„Für die wirklich guten Spieler ist es jetzt eigentlich einfacher, gegen mich zu spielen, weil sie wissen, dass ich gut spiele. Vor der WSOP hatte ich einen Vorteil, weil mich niemand kannte.“

„Heute spielen meine Gegner vollkommen unterschiedlich gegen mich. Manche Spieler haben Angst vor mir und folden fast alles, andere wollen unbedingt meine Chips und folden gar nichts. Am Tisch hat sich vieles geändert.“

Als Multimillionär könnte Staszko sich jetzt zurücklehnen und das Leben genießen. Könnte, wohlgemerkt, denn der Terminkalender des frisch gebackenen Team PokerStars Mitglieds lässt weder Ruhephasen noch Shopping-Touren zu:

„Ich weiß gar nicht, was ich mit dem Geld machen soll. Ein Auto, ein Haus? Ich hatte ja noch gar keine Zeit, darüber nachzudenken. Vielleicht nach der EPT.“


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