Martin Jacobson: „Ich fühle mich dazu verpflichtet etwas zurückzugeben”

Martin Jacobson

Wir baten den neuen Weltmeister Martin Jacobson beim €50.000 Super High Roller Event der EPT Prag zum Interview. Wir haben ihn zu seinem grandiosen Triumph beim WSOP Main Event, und ob sich sein Leben seitdem verändert hat, befragt. Außerdem verriet uns der sympathische Schwede das Geheimnis seines Erfolgs.

PZ: Zunächst einmal herzliche Gratulation zum Gewinn des WSOP Main Event! Stehen die Sponsoren jetzt Schlange bei dir?

MJ: Es gibt zwar Angebote, aber ich habe mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken darüber gemacht. Momentan versuche ich einfach den Sieg und all die Erfahrungen, die er mit sich bringt, in vollen Zügen zu genießen.

PZ: Du hast viel Lob aus der Pokercommunity für deine Performance bei den November Nine bekommen, und es gab so gut wie keine Kritik.

MJ: Ja, das Feedback war großartig und ich weiß die positive Resonanz wirklich zu schätzen. Ich glaube, die Leute haben gemerkt, dass ich in den letzten Jahren wirklich hart gearbeitet habe, und es ist umso schöner zu sehen, dass es sich gelohnt hat.

PZ: In der Vergangenheit hattest du viele Deep Runs und bist häufig kurz vor dem ganz großen Erfolg gescheitert. Jetzt hast du den wichtigsten Titel gewonnen, den es im Poker gibt.

MJ: Ja, das ist ein unglaublich gutes Gefühl, welches sich mit Worten gar nicht beschreiben lässt.

PZ: Was war das Entscheidende bei deinem Triumph?

MJ: Vermutlich die Tatsache, dass ich vor dem Final Table nicht einmal Gefahr lief all meine Chips zu verlieren. Rückblickend bin ich einfach sehr gut durch das Turnier gekommen.

Der neue Weltmeister Martin Jacobson
Martin Jacobson nach seinem Sieg beim WSOP Main Event 2014.

PZ: Was war der Moment der dir am meisten in Erinnerung geblieben ist?

MJ: Die letzte halbe Stunde, bevor der Final Table begann. Wir standen vor dem Gebäude gemeinsam mit Ryan Riess und hatten alle vier Monate lang auf diesen Moment gewartet.

Das war einfach ein sehr aufregender, ganz spezieller Moment.

PZ: Wie hat sich dein Tagesablauf seitdem geändert?

MJ: Eigentlich kaum. Der Sieg hat mein Leben nicht wirklich verändert, da es mir nie ums Geld ging.

PZ: Wirklich?

MJ: Am Anfang meiner Karriere ging es mir natürlich ums Geld, da man versucht hat mit Poker seinen Lebensunterhalt zu verdienen, aber sobald man das geschafft hat ändert sich das.

Bulletproof Coffee
Der sagenumwobene "Bulletproof Coffee" ist eines der Geheimnisse des Erfolgs.

Ich hatte das Glück, dass mir dies schon vor Jahren gelungen ist. Natürlich gibt es nirgendwo mehr Geld zu gewinnen als beim Main Event, aber es verändert mein Leben nicht. Das Einzige, was sich verändert ist, dass man sich über die Höhe der Buy-Ins keine Gedanken mehr muss.

PZ: Freust du dich darauf in Zukunft ein Botschafter des Pokersport zu sein?

MJ: Auf jeden Fall. Zwar würde ich mir diese Rolle ehrlich gesagt selbst nicht aussuchen, aber ich denke mittlerweile bin ich bereit etwas zurück zu geben.

PZ: Ist der Bulletproof Coffee das Geheimnis deines Erfolgs?

MJ: Definitiv (lacht)! Um ehrlich zu sein ist es eine Kombination aus vielen Dingen und das ist eines davon.

PZ: Jeder sagt der Kaffee schmeckt abscheulich.

MJ: Ich liebe den Geschmack.

PZ: Gibst es noch weitere Mittel, die du zur Leistungssteigerung benutzt?

MJ: Ja, ich habe vor kurzem damit begonnen das Nahrungsergänzungmittel CILTEP zu nehmen.

Es ermöglicht die Konzentration über viele Stunden aufrechtzuerhalten und ich verwende es seit Beginn der World Series. Nachdem ich den Final Table erreicht habe, habe ich die Firma kontaktiert und gefragt, ob sie mich sponsern würden, und gesagt, dass ich ihr Produkt gerne promoten würde. Sie stimmten zu, und so kam ich zu einem Sponsor.

REG
Auch Martin Jacobson spendet mittlerweile einen Teil seiner Gewinne an das Charityprojekt "REG" von Philipp Gruissem und Igor Kurganov.

PZ: Und was ist mit dem in Schweden so beliebten Snus?

MJ: (lacht) Ich habe es einmal in der Grundschule ausprobiert, aber das ist nichts für mich.

PZ: Du trägst seit kurzem auch einen Patch von REG.

MJ: Ich habe mich vor dem WSOP Final Table registriert.

PZ: Vor dem WSOP Final Table? Also wusstest du, dass du einen Teil deines Gewinns spenden wirst. Das ist sehr anständig von dir.  

MJ: Wie gesagt, ich denke es ist Zeit etwas zurückzugeben. Versteh mich nicht falsch, ich respektiere den Wert von Geld, aber er ist für mich nicht so hoch wie für andere Menschen.

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