Hanowski vs.Becker - Banker vs. Tennisstar

hanovski becker

Spätestens seit dieser EPT-Saison ist Martin Hanowski in der deutschsprachigen Poker-Community ein Begriff. Der einstige Investment-Banker aus Frankfurt a.M. fällt durch seine blonde Haarpracht aber vor allem durch seine geschliffenen Statements vor der Kamera aus dem Rahmen. An Tag 1A saß er lange Zeit mit PokerStars Pro Boris Becker am TV-Tisch. Für Hanowski ein eher alltägliches Vergnügen.

Einen Job hat der gebürtige Rheinländer gerade nicht. Ein Problem ist das für Martin Hanowski aber keineswegs. Als die internationale Finanzwirtschaft noch rauschende Feste feierte, hatte auch der junge Investmentbanker sein Stück vom Kuchen abbekommen.

Das Leben fühlt sich seitdem etwas unbeschwerter an. Da gibt es Zeit und auch Geld, um das ein oder andere Major-Pokerturnier mitzunehmen.

Ein professioneller Spieler ist er dadurch allerdings noch nicht. „Ich spiele Poker nur aus Spaß. Zum Leben brauche ich das nicht“, lässt Hanowski wissen. Die EPT in Berlin habe eben gut in den Kalender gepasst.

Früher habe er bevorzugt die 1000er und 2000er-Turniere gespielt. Mit Erfolg, wie seine Hendon Mob-Statistik verrät. Doch das rechnet sich auf die Dauer nicht mit den Reisekosten. Und so ist Martin Hanowski 2011 eine Etage nach oben gestiegen.

Mittlerweile hat er einen zweiten Platz beim $5.000 Bellagio Cup ($170.000) und einen dritten Platz beim £2.000 UIKPT-High Roller Event 2013 ($62.000) vorzuweisen. Ein EPT Main Event bringt den Frankfurter deshalb nicht aus der Fassung.

Martin Hanovski
Poker nur zum Spaß - Martin hanowski.

Auch nicht, wenn er gleich am Anfang mit Tennisstar und PokerStars Pro Boris Becker und später mit ihm an den TV-Tisch gesetzt wird. Nach Level 4 sieht Martin Hanowski trotzdem ziemlich genervt aus.

„Ich habe einen extrem tighten und damit auch langweiligen Tisch erwischt. Hier passiert einfach rein gar nichts.“ Und auch der, auf dem Tennisplatz einstmals so explosive Becker kann zum Entertainment Hanowskis nicht viel beitragen.

„Boris ist wirklich nett. Er ist freundlich zu den Dealern und strahlt auch ansonsten mehr die Ruhe eines Zen-Mönches aus. Aber er spielt eben auch ganz normales ABC-Poker. Es ist technisch einwandfrei, aber Überraschungen erwartet man nicht. Wenn er bettet, hat er eine Hand, und vor großen Bluffs braucht man eher keine Angst zu haben.“

Viel Action hat Martin Hanowski von seinem prominenten Mitspieler nicht bekommen. Eine Hand hat er sich aber trotzdem gemerkt:

Martin Hanovski
Hanowski am Feature Table.

„Boris openraiste und ich callte am Button. Ich hatte König Bube suited und der Flop kam mit As König Sieben rainbow. Von Boris kommt nun keine Contibet und ich weiß schon, dass er wohl kein As hält, checke aber mit dem König auch erstmal. Dann kommt eine Zehn, ich bette, er callt.

Der River bringt auch nichts Interessantes und wir beide checken. Er hält König Dame. Da spielt er eben ganz normal nach ABC-Handbuch.“ Er gewinnt aber auch die Hand.

Der frühere Investment-Banker weiß. wie man bei EPT Main Events regelmäßig casht:

„Es gibt immer ein paar ungeduldige Aggro-Spieler, die dich auszahlen. Für den Sieg oder selbst die Teilnahme am Final Table muss man allerdings deutlich mehr zeigen. Obwohl ein Martin Schleich bei der EPT in Barcelona vor zwei Jahren gezeigt hat, dass eigentlich jeder gewinnen kann.“

Mittlerweile, so Martin Hanowski hätten selbst die Skandinavier begriffen, dass man mit einer eher passiven Spielweise länger im Turnier-Zirkus durchhält. Lediglich die Russen, Araber und Isrealis würden noch wirklich verrückte Purzelbäume schlagen.

„Dort musst du auch in der normalen Gesellschaft den Macker markieren. Viele Spieler aus diesen Ländern sind außerdem Geschäftsmänner, denen es beim Poker eher um den Spaß geht. Das Wort „Fold“ kennen die meisten gar nicht.“

Trotzdem: Den ersten Starttag der EPT Berlin 2013 überlebte Martin Hanowski nicht, während sein Tischnachbar Boris Becker am TV-Table durchhielt.

Mit noch etwas mehr als 5000 Chips war Hanowski auf einem Flop von J-T-8 und Q-J all-in gegen Landsmann Matthias Kurtz. Matthias zeigte A-J und nahm den Frakfurter vom Tisch.

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