Mario Basler: „Die 50+1-Regel wird in zwei, drei Jahren fallen.“

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Mario Basler und Poker - Eine Affäre oder eine längere Beziehung? (Hier in Rozvadov)

Nicht nur Profi-Pokerspieler zog es dieser Tage nach Barcelona, auch der eine oder andere Fußballer wurde von 888 eingeladen und hatte Spaß an dem Make it Big Event an der spanischen Küstenmetropole.

Der ehemalige deutsche Nationalspieler, Bundesligaprofi und spätere Trainer Mario Basler war einer der prominentesten Gäste und wir haben uns mit ihm und dem Management von 888 über Fußball, Weltmeisterschaftsprognosen und am Ende auch ein wenig über Poker unterhalten.

PokerZeit: Hast du den letzten Bundesligaspieltag verfolgt?

Mario Basler: Naja klar, die haben hier das Spiel Hamburg gegen Wolfsburg gezeigt. Bei den Wolfsburgern war im Grunde im Laufe der Saison schon abzusehen, dass es bis zum Ende gehen wird und das hat sich ja dann auch bewahrheitet. Und jetzt ist eben eine Mannschaft Sechzehnter geworden, die vor ein paar Wochen noch gar nicht damit gerechnet hat.

Gemessen an der Leistung haben am letzten Spieltag aber auch die beiden Mannschaften gegeneinander gespielt, die es verdient hatten, Sechzehnter zu werden.

PokerZeit: Ist Wolfsburg für die Negativüberraschung der Saison?

Mario Basler: Wenn man einen so großen Etat hat wie der VfL, ist das schon sehr überraschend. Im Grunde waren diese Saison fünf Mannschaften da unten drin, mit denen keiner gerechnet hat: Schalke, Gladbach, Leverkusen, Wolfsburg und Hamburg.

PokerZeit: Wer hat dich in dieser Saison am meisten positiv überrascht?

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Mario Basler und Will Kassouf am Pokertisch in Barcelona

Mario Basler: Leipzig, klar, die haben total positiv überrascht. Hoffenheim hat mich mit dem vierten Platz überrascht. Aber auch ganz klar der 1. FC Köln, die haben eine sensationelle Runde gespielt. Werder Bremen hat eine sensationelle Rückrunde gespielt. Auch Freiburg hat mit dem 7. Platz noch eine Chance auf Europa. Das waren für mich die großen positiven Überraschungen.

PokerZeit: Wie siehst du die Umgehung der 50+1-Regel und die große Antipathie die Mannschaften wie Leipzig und Hoffenheim entgegen schwappt?

Mario Basler: Also ich hab keine Antipathie. Es ist doch so, wenn Mateschitz bei 10 anderen Vereinen anruft und sagt: „Hier ich geb' euch 130 Millionen“ - die würden das auch nicht ausschlagen.

Das ist immer so eine zwiespältige Sache und jeder regt sich drüber auf. Aber Leverkusen hat schon seit Jahren Bayer hinten dran und man sieht es ja, dass man damit nicht automatisch für die Championsleague qualifiziert ist. Und Wolfsburg spielt um die Relegation. Von daher hab ich damit keine Probleme und ich glaube, über kurz oder lang wird die 50+1-Regelung fallen, umgangen wird sie ja schon. Ich denke, in zwei, drei Jahren wird es diese Regel nicht mehr geben.

PokerZeit: Ist diese Regel denn nicht sinnvoll?

Mario Basler: Ja, darüber kann man ja diskutieren. Die Kluft zwischen ganz oben und ganz unten oder auch dem Mittelfeld wird immer größer. Wir sind inzwischen das einzige Land, welches eine solche Regel noch hat. Aber ich glaube eben, dass diese Regelung in zwei, drei Jahren nicht mehr greifen wird.

Bayern München hat den Großteil seiner Anteile verkauft, ob das Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg oder RB Leipzig ist, selbst Hannover 96 ist seit Jahren abhängig von Martin Kind – da kann man auch diskutieren, ob da nicht seit Jahren die 50+1-Regel umgangen wird. Also meiner Meinung nach wird sie fallen.

PokerZeit: Hast du eigentlich einen Lieblingsverein?

Mario Basler: So etwas gibt’s ja eigentlich nicht. Klar, zu Kaiserslautern hab ich eine besondere Beziehung, weil ich aus der Pfalz bin. Ansonsten sind es die Vereine, bei denen ich gespielt habe: Bayern, Bremen und auch Hertha sind so meine Vereine.

PokerZeit: Blickst du eigentlich auf einen Verein mit Groll oder negativen Gefühlen zurück?

Mario Basler: Nicht auf einen Verein.

PokerZeit: In Deutschland haben wir ja 80 Millionen Bundestrainer. Du bist glücklicherweise einer der kompetenteren von ihnen. Wir hältst du es mit kritischen Kommentaren, die Jogi Löw über sich ergehen lassen muss? Und wie sind unsere Aussichten beim Confed Cup?

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Der Confed Cup ist belanglos

Mario Basler: Wenn du Trainer bist, musst du natürlich die ganzen Bundestrainer in Deutschland über dich ergehen lassen und darfst das nicht so ernst nehmen. Man kann es sowieso nicht jedem recht machen.

Der Confed Cup ist für mich belanglos und überhaupt nicht aussagekräftig. Eigentlich will den doch keiner spielen, aber fünf Länder müssen eben. Ich weiß noch aus unserer Zeit, dass sich jeder davor gedrückt hat, da hinfahren zu müssen.

PokerZeit: Ist das nicht eigentlich ein ganz gutes Vorbereitungsturnier?

Mario Basler: Nein. Ich glaube, dass es wichtiger ist, den Stammspielern, insbesondere von Vereinen wie Dortmund oder Bayern eine Pause zu geben.

PokerZeit: Nächstes Jahr fahren wir als Titelverteidiger nach Russland, wie sehen unsere Chancen da aus?

Mario Basler: Wir haben als Deutschland immer eine Chance. Aber das ist eben nicht so einfach, denn andere Länder wollen auch gewinnen. Andere Länder haben sich auch verbessert, jüngere Spieler im Team und in den letzten Jahren viel im Nachwuchsbereich getan.

Aber wir haben trotzdem eine realistische Chance, wieder Weltmeister zu werden.

PokerZeit: Championsleague-Endspiel: Ist Real Madrid für dich der Favorit?

Mario Basler: Ich glaube, dass Juventus Turin gewinnen wird. Die haben über das ganze Jahr in der Championsleague und Meisterschaft gezeigt, dass sie quasi keine Gegentore kassieren. Über die gesamte Championsleague waren es nur drei. Dazu schießen sie viele Tore und sind defensiv wie offensiv eine ausgeglichene Mannschaft. Deswegen sind sie im Endspiel mein Favorit.

PokerZeit: Strebst du jetzt eigentlich eine Zweitkarriere als Pokerspieler an?

Mario Basler: Also das macht unglaublich viel Spaß, aber Pokerprofi werde ich mit Sicherheit nicht.

PokerZeit: Du warst im Februar in Rozvadov, jetzt bist du hier, also ein gewisses Interesse steckt dahinter, oder?

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"Quatsch, wir zocken nie um viel Geld. Höchstens um 3000 Mark!"

Mario Basler: Ja klar, Interesse ist da. Poker ist ein schöner Sport, ein schönes Spiel und ich will hier vor allem Spaß haben.

PokerZeit: Bist du erst kürzlich damit in Kontakt gekommen oder begleitet dich Poker schon länger?

Mario Basler: Das war heute erst mein zweites großes Turnier, das ich mitgespielt habe.

PokerZeit: Und in Rozvadov war das erste? Wie ist 888 denn auf dich gekommen?

888: Mario hat früher im Mannschaftskreis ja schon ab und zu gepokert und deswegen gibt es da eine gewisse Affinität zum Spiel. Wir haben gar keine professionellen Absichten dahinter, wir wollten einfach nur schauen, wie es ist, sich auf dem Niveau zu messen. Deswegen war Mario in Rozvadov. Das hat ihm Spaß gemacht und uns als Veranstalter auch und deswegen gab es eine neuerliche Einladung für Barcelona.

PokerZeit: Und werden weitere Events folgen?

Mario Basler: Wenn es die Möglichkeit gibt, auf jeden Fall. Im Sommer fahre ich mit 888 nach Las Vegas zur WSOP. Da ist das Main-Event geplant und das wird sicherlich eine ganz einmalige Atmosphäre. Ich war erst einmal da und das ist schon 15 Jahre her.

 

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