Main Event Tag 2 - Sander auf dem Vormarsch

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Loose Cannon Marc Sander.

Ein Exil-Deutscher sorgt für Furore an Tag 2A, Phil Ivey ist ausgeschieden, Phil Hellmuth und Evander Holyfield im Interview, ein weiteres Aus für das Champion Camp Team.

Quasi aus dem Nichts hat sich der auf Gran Canaria lebende Hamburger Marc Sander in die vorderen Plätze des WSOP Main Events 2010 gespielt. Im Gegensatz zu den meisten eher verkniffenen, angespannten Spielern an seinem Tisch pflegt Sander den offenen, schnellen Stil ohne Rücksicht auf Verluste.

Soll heißen, nicht lange überlegen und schnelle Pot Size Bets machen. Mit dieser Spielweise sind große Swings vorprogrammiert: „Im letzten Jahr hatte ich beim Main Event nach vier Stunden schon 160.000 Chips und war damit massiver Chipleader. Trotzdem habe ich es nicht in den zweiten Tag geschafft."

Am Ende von Tag 2 sitzt Sander mit mehr als 250.000 in den Top Ten des Chipcounts, und wir können nur hoffen, dass die „loose cannon" nicht plötzlich nach hinten losgeht.

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22 schlägt AA - David Benyamine.

David Benyamine gelang es heute, gleich zwei Spieler in einer Hand aus dem Turnier zu nehmen, die überdies auch noch Könige und Asse hielten. Das Geld wanderte auf einem Flop T-T-2 in die Mitte. Benyamines Pocket Zweien waren damit eindeutig die beste Hand. Benyamine konnte sich einen veritablen Stack aufbauen und sieht dem dritten Tag gelassen entgegen.

Phil Ivey ist aus dem Main Event der WSOP 2010 ausgeschieden! Der beste Spieler der Welt suchte mit Pocket Damen die Chance, seinen Chipstack zu verdoppeln. Yuji Masaki war der einzige am Tisch, der zu einem Call bereit war, und seine beiden Gründe hießen Kreuz König und Herz König.

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Das war Tag 2.

Ohne Drama geht es nicht: Nach dem unscheinbaren Flop erschien eine Dame auf dem Turn. Das Publikum brach in Jubelstürme aus, und noch ein letztes Mal waren die Ivey, Ivey, Ivey Rufe zu hören. Auf dem River jedoch - Katastrophe - ein weiterer König. Masaki gewann die Hand, und die Zuschauer schienen mehr zu leiden als Ivey selbst, der ohne große Gemütsregung aufstand und in der Menge verschwand.

Der Zweitplatzierte des vergangenen Jahres Darvin Moon wird seinen Lauf in diesem Jahr ebenfalls nicht fortsetzen. Er verlor zunächst einen Großteil seines Stacks mit J-J gegen A-Q und lief kurz danach mit T-9 gegen Asse. Der Holzfäller ärgert sich über sein Ausscheiden aber nur bedingt. Ein Teil der fünf Millionen, die er im letzten Jahr gewann, wird wohl noch übrig sein.

Ausgeschieden: Phil Ivey, Andy Bloch, Hevad Khan, Darvin Moon, Shannon Elisabeth, Cyndy Violette, Gavin Griffin, Todd Brunson, George Danzer, John Duthie, Freddy Deeb.

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K.O. in Runde 1 - Phil Hellmuth.

„Ich spiele auf höchstem Niveau, aber es läuft nur durchschnittlich"

Phil Hellmuth wird ein weiteres Jahr warten müssen, bis er sein zweites Main Event gewinnt. Dafür entdeckt er inzwischen neue Qualitäten an sich:

„Ich bin inzwischen einer der besten Omaha-Turnierspieler der Welt. Wenn es besser laufen würde, hätte ich hier ein Bracelet gewonnen. Ich war in vier Turnieren nacheinander ganz weit vorn, aber es hat noch nicht gereicht."

Die Gründe dafür sieht Hellmuth vor allem in der Spielstärke bzw. -schwächer der Gegner:

„Wenn ich Schwäche erkenne und einen Gegner all-in stelle, muss er in Hold'em folden. In Omaha kann es allerdings sein, dass er bezahlt, weil die Odds besser sind. Deshalb wird man dort öfter ausgesuckt."

„Zurzeit spiele ich auf höchstem Niveau, aber es läuft nur durchschnittlich. Sogar unterdurchschnittlich. Ich werde die nächsten Jahre so weiter spielen, und wenn es dann einmal richtig gut läuft, bin ich derjenige, der zwei Bracelets gewinnt."

Das vollständige Interview im Original.

Evander Holyfield
Weltmeister im Ruhestand - Evander Holyfield.

K.O. der Armut

Der fünfmalige Boxweltmeister spielte im Ante up for Africa Wohltätigkeitsturnier und erläutert uns seine Gründe. „Hauptsächlich wegen des guten Zwecks. Es ging ja darum, Afrika zu helfen. Und es erinnert mich an meine Kindheit. Ich komme aus sehr ärmlichen Verhältnissen, und ich wäre heute nicht derjenige, der ich bin, wenn mir niemand eine Chance gegeben hätte. Niemand sucht sich aus, mit welcher Hautfarbe oder wo man geboren wird oder was für Eltern man hat. Also wollte ich helfen."

„Für jemanden, der sich nicht wirklich mit dem Spiel auskennt, habe ich ganz gut gespielt", grinste Holyfield. „Jedenfalls war ich länger im Turnier, als mir die meisten zugetraut hatten." (Holyfield wurde 36. von 83 Spielern, Anm. d. Red.)

Das vollständige Interview finden Sie hier.

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Noch ein Weltmeister im Ruhestand - Peter Eastgate.

Groteske Rentner

Der WSOP-Champion des Jahres 2009, Peter Eastgate, hat angekündigt, sich bis auf weiteres aus der Pokerszene zurückzuziehen. Der 24-jährige Däne scheint durch das Jahr als Champion ein wenig ausgebrannt zu sein. „Es war nie mein Ziel, mein Leben als professioneller Pokerspieler zu verbringen", erklärte Eastgate. „Meine Motivation ist gesunken, und ich werde mir jetzt Gedanken darüber machen, was ich mit meinem Leben eigentlich anfangen möchte."

Damit setzt sich eine bemerkenswerte Entwicklung fort. Während die Zahl der Nachwuchsspieler, die davon träume, auf professioneller Ebene Poker zu spielen, weiterhin wächst, steigt auch die Zahl derer, die nicht in der Lage oder gewillt sind, den Drill, den Poker bedeutet, über längere Zeit auszuhalten.

Zunächst machte Shaun Deeb Schlagzeilen mit seiner Ankündigung, dem Turnierpoker entsagen zu wollen, danach erklärte auch Mike „Timex" MacDonald seinen Rückzug und schrieb sich für ein Studium ein. Besonders skurril: MacDonald war zu diesem Zeitpunkt noch nicht alt genug, um in einem WSOP-Event überhaupt mitzuspielen.

Belinda Roberts
Belinda Roberts.

Team PokerListings verliert Belinda Roberts

Unsere sympathische Australierin hat Tag 2 leider nicht überstanden. Sie traf ein Set auf dem Flop und verlor dann gegen einen Zwei-Outer auf dem Turn. Trotz dieses Tiefschlags ließ sich Belinda ihre Reise nicht verderben. Für sie hat sich hier ein Traum erfüllt. Außerdem wird sie im nächsten Jahr bei den Aussie Millions antreten. Falls jemand unserer Leser im Januar also zufällig down under ist...

Von den fünf Mitglieder des Champion Camp Teams sind damit noch zwei Im Rennen: Benjamin Blair (120k) und Dilba Demirbag (70k). Beide haben gute Chancen, die Geldränge zu erreichen.

Weiter Stories finden Sie in unserem Blog zum Main Event 2010. Auf unserer Facebook-Seite finden Sie außerdem jede Menge Bilder aus Las Vegas.

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kahkhaj 2010-07-30 22:27:58

Hör mal zu Freundchen,

da Du Dich für wahrscheinlich sehr clever hälst und Dich wie eine kleine Pussi hinter einem Verlag in Gibraltar versteckt den es eh gibt, gehe ich den normalen.

Du hast genau bis Sonntag Nacht Zeit, diesen Artikel mit den Beleidigungen zu entfernen.... Solltest Du dieser Aufforderung nicht nachkommen, werde ich mich bei unsere nächsten Begegnung mit Dir intensiv UNTERHALTEN.........

Marc Sander 2010-07-11 17:15:37

Da hat wohl wieder jemand total seinen Beruf verfehlt....
Anwalt ist eingeschaltet!!!