Gabriel Nassif – von Magic: The Gathering zur WSOP

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Der französische Profi Gabriel Nassif lebt seit über zehn Jahren vom Kartenspielen, aber dabei ging es nicht immer um Poker.

Anfang des letzten Jahrzehnts war Nassif als Spezialist für Magic: The Gathering unterwegs. Er gewann zwei Titel auf der Pro Tour, erreichte viele Male die letzten acht und wurde 2004 sogar Spieler des Jahres.

Wer sich nicht mit Magic: The Gathering – oder MTG, wie es auch häufig genannt wird – auskennt, dem sei gesagt, dass es sich dabei um ein Sammelkartenspiel mit Fantasyelementen handelt, das schließlich so beleibt wurde, dass sogar eine Profiliga entstand.

Es git eine ganze Reihe von Pokerprofis, die ihre Wurzeln in Magic: The Gathering haben, z. B: David Williams, Eric Froehlich, Justin Bonomo, Isaac Haxton und Adam Levy.

Der heute 28-jährige Nassif konnte in Live-Turnieren schon über $400k erspielen, doch den Großteil seiner Gewinne erspielt er online.

Gabriel Nassif

Letztes Jahr erreichte Nassif den Finaltisch des $2500 LHE Shoot-out Events, in diesem Jahr würde er sein Ergebnis gerne noch ein bisschen verbessern. So ein Bracelet sieht ja doch schön aus.

Erzähl uns ein bisschen darüber, wie du von Magic: The Gathering zu Poker gekommen bist.

Gern. Etwa 2003 oder 2004, kurz vor der MTG Pro Tour, besuchte ich William Jensen und Brock Parker in Maryland. Ich wusste nicht einmal, was Poker ist. Die beiden spielten gerade Small Stakes auf Paradise Poker und zeigten mir, wie man 50 Cent/1 Dollar spielt. Ich ging nach Hause und eröffnete sofort Accounts auf PartyPoker und PokerStars.

Ich begann mit Limit Hold’em, und ich hatte durch Magic: The Gathering ein bisschen Geld. Ich nahm mir vor, ein Jahr lang zu spielen und dann abzurechnen, ob ich break even war. So hat alles begonnen.

Und wie lief es in der ersten Zeit?

Ich glaube, damals spielte ich hauptsächlich auf PokerStars. Ich gewann mal 500 Dollar, hob das Geld ab, verlor den Rest meiner Bankroll und zahlte wieder ein. So ging das ein paar Mal. So richtig gewonnen habe ich erst, als ich begann, auf PartyPoker zu spielen. Irgendwie waren die Leute da viel softer.

Ich kümmerte mich überhaupt nicht um Bankroll-Management, weil ich ja bei MTG gewonnen hatte. Es gab Tage, an denen ich meine gesamte Bankroll auf zwei Tische verteilt spielte. Es lief aber damals sehr gut.

Es gibt eine Menge Spieler, die mit MTG angefangen haben. Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen den Spielen?

Ich bin nicht so sicher, ob es unbedingt MTG ist, das den Spielern zupass kommt. Es kommen ja auch viele Backgammon-Spieler oder sogar Sportler zu Poker, und viele davon sind erfolgreich. Was mir vor allem half war, dass ich viele gute Spieler kannte. Das war ein großer Vorteil für mich, gerade in einer Zeit, als noch nicht so viele Informationen frei zugänglich waren, abgesehen vielleicht von David Sklanskys Büchern und Chatrooms.

Trotzdem lernt man bei MTG auch Einiges. Unter Anderem wird man sehr ehrgeizig. MTG-Spieler hassen es zu verlieren.

Warum wechseln so viele Spieler von MTG zu Poker? Ist es wegen des Geldes?

Na klar. Und dann hat es natürlich auch etwas mit dem Lebensstil zu tun. Viele dieser Spieler machen sich nicht besonders gut an der Universität, weil sie so viel Zeit mit MTG verbringen. Aber das Geld spielt natürlich eine große Rolle. Das ist allerdings nicht unbedingt etwas Positives.

brock parker
Brock Parker.

Ich glaube, dass viele MTG-Spieler Poker mögen, weil dann keinen Job brauchen und keinen Chef haben.

Gibt es gute MTG-Spieler, die du gerne am Pokertisch sehen würdest?

Ja, unbedingt. Vor allem Jon Finkel, der früher schon Poker gespielt hat und ziemlich gut war. Ich glaube aber, dass es ihm nicht so viel Spaß gemacht hat.

Es wäre schön, ein paar von den Japanern zu sehen, zum Beispiel Shuhei Nakamura. Würde mich interessieren, ob sie den Sprung schaffen. Übrigens waren sie vor kurzem sogar hier in der Gegend. In Anaheim fand der MTG Grand Prix statt.

Wie oft spielst du heute noch MTG?

Wenig. Ich habe in diesem Jahr zwei Turniere gespielt und online fast gar nicht mehr. Irgendwann werde ich aber wohl wieder zurückkehren.

Welches der beiden Spiele macht mehr Spaß?

Ich habe ehrlich gesagt mehr Spaß an Poker. Das ist für einen MTG-Spieler eher ungewöhnlich. Die Mehrheit von uns bevorzugt MTG, aber ich spiele richtig gerne Poker, und das mit dem Geld ist natürlich auch ganz nett. Geld ist nunmal ein wichtiger Faktor, und in letzter Zeit ging es mir ganz gut.

Spielst du Poker auch online?

Ja, hauptsächlich auf PokerStars. Größtenteils PLO Cash Games und hin und wieder ein Turnier. Live spiele ich wenig außerhalb von WSOP, WSOP Europe und ein paar Turnieren in Paris. Die Reisekosten sind doch beträchtlich. Da ist meine Zeit online besser aufgehoben.

Wie viele Events spielst du denn so bei einer WSOP?

Normalerweise um die 20-25 Events. Ich kaufe mich meistens einfach in das nächstbeste Turnier ein. Alles, was irgendwie mit PLO, Limit Hold’em, No Limit Hold’em oder Mixed Games zu tun hat, ist mir recht.

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