Magic: The Gathering – das Sprungbrett für Pokerprofis

Der WSOP-Bracelet-Gewinner David Williams war nicht der erste, der von Magic: The Gathering zu Poker gekommen ist, und seiner Meinung nach wird er auch nicht der letzte sein.

Aber, fährt Williams fort, Magic ist nicht nur eine gute Vorbereitung für Poker.

„Ich glaube, Magic ist deshalb ein großartiges Spiel, weil es nichts mit Glücksspiel zu tun hat und auch von Kindern gespielt werden kann. Man lernt darin vieles, was in den unterschiedlichsten Laufbahnen von Nutzen sein kann.“

Gegenüber PokerListings sagte Williams ferner: „Ich habe bei Magic mehr gelernt als in der Schule. Das änderte sich erst auf der Hochschule, wo es dann ans Eingemachte ging. Das coole an den Spiel ist, dass man gar nicht merkt, dass man lernt, weil es einfach so viel Spaß macht.“

Viele Spieler kamen von Magic zu Poker, aber ich habe auch eine Menge Freunde, die stattdessen in die Finanzwelt gegangen oder Ingenieure geworden sind. Magic-Spieler sind mental in der Lage, in jedem Beruf erfolgreich zu sein.“

Im Gegensatz zu den meisten Kartenspielen, in denen Karten eines Decks an mehrere Spieler verteilt werden, stellt man bei Magic sein eigenes Deck zusammen und tritt damit gegen einen oder mehrere Spieler an.

Williams hat in Live-Pokerturnieren 8,3 Mio. Dollar gewonnen. Schon vor mehr als einem Jahrzehnt begann er, wettkampfmäßig Magic zu spielen.

Diesem Spiel verdankt er sein analytisches Denkvermögen, sagt er. Eine ideale Basis für einen Pokerprofi.

„Meiner Ansicht nach ist das wichtigste, was man bei Magic lernt, die Fähigkeit, Probleme anzugehen, sich zu konzentrieren und über Stunden konsequent dabei zu bleiben. Darin liegt der Schlüssel zu erfolgreichem Poker.“

DAvid Williams
David Williams - über Stunden voll konzentriert.
 

Magic bringt einen dazu, über längere Zeitspannen voll konzentriert zu bleiben, in dem Bewusstsein, dass jede Entscheidung wichtig ist“, fährt Williams fort.

„Im normalen Leben gibt es immer wieder Pausen, und man sitzt auch nicht zwölf Stunden lang da, und das drei oder vier Tage nacheinander. Pokerturniere sind anders, und das gilt auch für Magic.“

Wer erfolgreich Magic spielt, hat auch mit Poker Erfolg

David Williams ist nur ein Beispiel von vielen. Zahlreiche ehemalige Magic-Profis sitzen heute an den Pokertischen dieser Welt.

Brock Parker, der einmal bei der WSOP zwei Bracelets in zwei aufeinanderfolgenden Turnieren gewann, gilt als einer der ersten, denen der Sprung gelang. Ihm folgten illustre Namen wie Gabriel Nassif, Scott Seiver, Isaac Haxton, Adam Levy, Justin Bonomo, Mickey Petersen, Noah Boeken und Niki Jedlicka, um nur einige Namen zu nennen.

Der Grund dafür, warum so viele MtG-Spieler sich auf Poker-Terrain versuchen, ist nicht etwa, dass MtG grundsätzlich heads-up gespielt wird. Er ist viel simpler: Geld.

Letztes Jahr im Oktober nahm Williams an einem MtG-Turnier mit über 1700 Spielern teil. Gemeinsam mit seinem Team gewann er das Turnier. Dafür kassierte jedes Teammitglied gerade mal $2000.

Nur zum Vergleich: Als Williams 2004 beim WSOP Main Event Zweiter wurde, gab es dafür rund $3,5 Mio.

„Magic spielt man nicht wegen des Geldes“, grinst Williams. „Es ist einfach großartig, bei etwas zu gewinnen, das man leidenschaftlich gerne tut. Ganz im Ernst: Dieser Sieg bei dem Magic-Turnier fühlte sich genauso gut an wie jeder Sieg bei einem Pokerturnier.“

Der Phil Ivey des Magic: The Gathering ist ein Deutscher

So wie es Pokerspieler gibt, die einfach besser sind als alle anderen, gibt es auch Magic-Spieler, die als quasi unüberwindlich gelten.

Zwei Spieler sind heute unbestritten die Weltführenden: der Amerikaner Jon Finkel und der Deutsche Kai Budde.

kai budde
Kai Budde in Chicago.
 

Der Kölner hat die meisten Preisgelder, die meisten Turniere und die meisten Pro Points gewonnen.

In den Jahren 1998 bis 2003 wurde er vier Mal zum Profi des Jahres gewählt. In dieser Zeit gewann er weltweit 18 Turniere, wurde drei Mal Zweiter und erreichte insgesamt 33 Mal die Runde der letzten Acht.

Seine Dominanz war so groß, dass man ihm den Spitznamen „The German Juggernaut“ verpasste.

2007 wurde er schließlich in die „Hall of Fame“ aufgenommen. In den drei Jahren davor hatte er sich fast vollständig von Turnier-MtG zurückgezogen, danach trat er jedoch wieder gelegentlich in Erscheinung.

Seinen letzten Erfolg feierte er im Februar 2011 beim Grand Prix in Paris, wo er Fünfter wurde.

Im Video unten sehen Sie Budde bei seinem Turniersieg in Barcelona. Er wurde damit der erste Spieler, der drei Profi-Titel gewinnen konnte.


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