Gesunder Markt, aber hohe Steuern

baumann lacay
Gaelle Baumann und Ludovic Lacay.

Frankreich gehört zu den Ländern, in denen Online-Poker reguliert ist. Gaelle Baumann und Ludovic Lacay über ein Szenario, wie es auch in Deutschland greifen könnte.

Bei der WPT Venice sprach unser italienischer PokerListings-Kollege Giovanni Angioni mit Gaelle Baumann und Ludovic Lacay.

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie ist der typische französische Online-Pokerspieler männlich, single, ca. 36 Jahre alt, hat einen Hochschulabschluss und keine Kinder.

GB: Das ist mir neu. Passt aber zu mir, außer dass ich kein Mann bin. – Moment mal, ich bin nicht single und ich bin jünger als 36. Eigentlich passt gar nichts zu mir.

Aber wenn wir nicht über Profis sprechen, könnte ich mir schon vorstellen, dass das hinkommt.

LL: Ich bin auch jünger ud kein Single, aber ich habe tatsächlich keine Kinder. Trotzdem überrascht mich das Ergebnis nicht. Genau das sind die typischen Spieler. Das waren sie immer. Früher waren sie nur im Casino, jetzt spielen sie eben auch Online-Poker.

Haben Sie mehr Spieler hier erwartet?

LL: Eigentlich schon, aber der Turnierplan ist im März ziemlich voll. London, hier, dann Barcelona. Wahrscheinlich kommt man nicht hierher, wenn man keine Freundin hat.

Gaelle Baumann
Verwirrt? - Gaelle Baumann.

Moment mal, gestern hat Mike Sexton gesagt, er würde seine Freundin nicht hierherbringen.

LL & GB: Aber wir sind doch in Venedig, also wirklich!

GB: Ich wollte schon lange mal hierherkommen, weil ich die Stadt noch nie gesehen habe. Seine Freundin kann man hier doch gut ausführen.

Ich bekomme hier noch Besuch, dann werden wir die Stadt gemeinsam erkunden.

LL: Ich bin auch mit meiner Freundin hier, und es gefällt ihr hervorragend. (grinst) Man sollte auf die Amerikaner gar nicht hören. Was wissen die schon.

Italiener gelten als Fische. Wie wäre es mit einem gemeinsamen Markt Frankreich, Italien, Spanien?

LL: Belgier sind auch ziemlich schlecht. Das wäre eine ziemlich profitable Sache.

GB: Zumindest für die Franosen.

LL: Auch für Poker allgemein. Italiener bringen einen manchmal in Schwierigkeiten, weil ... es ihnen irgendwie egal zu sein scheint.

Sie sind sehr aggressiv, gehen große Risiken ein, und wenn man Pech hat, ist man ruckzuck ausgeschieden.

GB: Wahrscheinlich sind sie ziemlich gute Cash Game Spieler. Gibt es Online Cash Games in Italien?

Ja. Sie sind inzwischen auch reglementiert. Aber reden wir über Frankreich. Wie hat sich Online-Poker seit der gesetzlichen Regulierung entwickelt?

LL: Es hat sich sehr verändert. Anfangs gab es viele Spieler der Kategorie „35, single“ usw. Die öffneten überall Accounts und spielten einfach.

Jetzt ist das anders geworden. Geht man zu mittleren und höheren Limits ab 2/4, findet man nun Schweden, Deutsche, Engländer ... alles Mögliche.

Aber das ist gut. Der Markt wächst. Winamax ist in Frankreich sogar größer als PokerStars, und beide wachsen. Der Markt ist gesund.

Ludovic Lacay
Ludovic Lacay - "Geht doch zu den Stripperinnen."

Und wie sieht es mit den Steuern aus?

GB: Das ist noch nicht abgeschlossen. Es gibt noch keine offizielle Steuerregelung für Pokerspieler.

LL: Es ist so: Jahrelang haben sie uns erzählt, dass Poker Glücksspiel ist und keine Steuern auf Glücksspiel erhoben werden.

Jetzt haben sie ihre Meinung geändert und sagen, dass Poker doch kein Glücksspiel ist und wir dem Staat deshalb Steuern schulden.

Und das soll fünf Jahre rückwirkend gelten. Zusätzlich wollen sie uns noch eine Strafe aufbrummen, weil die Steuern so spät bezahlt werden.

Ein paar Spieler haben darauf geanwortet, der Staat solle bitte bei den Stripperinnen in Las Vegas nachfragen, weil das meiste Geld eben dort gelandet sei.

Partouche Poker, ISPT, es sieht so aus, als ob die Franzosen in einige der jüngeren Skandale verwickelt waren.

LL: Solche Sachen sind früher tausendfach passiert, aber es gab keine Medien die darüber berichtet haben.

Außerdem wissen die Spieler heutzutage, was sie von Turnieren und turnierleitung erwarten können. Deshalb regen sie sich auch mehr auf.

Es war schon in den Fünfziger Jahren bekannt, dass sich Spieler durch Gestik ihre Karten mitteilten.

Die Casinos sollten alle Möglichkeiten, zu betrügen, öffentlich bekanntmachen. Dann wüsste man sofort, woran man ist, wenn einem am Tisch etwas auffällt.

Das sollte mal jemand den Partouches erzählen. Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

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