Lothar Matthäus Poker

lothar liljana
Lothar mit Lolita - oder Liljana? (Photo: DDP)

Lothar Matthäus wird angeblich Repräsentant von Poker770 und soll eine halbe Million Euro pro Jahr bekommen. Warum das keine so gute Idee ist.

Kennen Sie den? Lothar Matthäus geht in New York zu einem Imbissstand, zeigt auf die halben Hähnchen und sagt: „That there." Darauf der Verkäufer „Chicken?" Und Matthäus antwortet: „Quatsch, das dauert doch viel zu lange."

Ob es wohl ein guter Plan ist, jemanden zum Werbeträger zu machen, über den solche Witze erzählt werden? Wahrscheinlich nicht, aber andererseits, Boris Becker galt auch nicht als der hellste Sportler der Welt, als ihn PokerStars unter Vertrag nahm.

Lothar Matthäus, die älteren werden sich erinnern, war ein klasse Fußballspieler, der problemlos einen 60 m Pass aus dem Fußgelenk schlagen konnte, und zwar so, dass er vor dem Angespielten praktisch liegen blieb. Er war bloß nicht so gut darin, zu erklären, warum er das konnte.

Eigentlich war er überhaupt nicht gut im Erklären.

Als Trainer wurde er auch deshalb in Deutschland nie akzeptiert. Obwohl er sich immer wieder als Kandidat in Stellung brachte, wenn z. B. ein neuer Bundestrainer gesucht wurde, erkannte der DFB schnell, dass es zu Tumulten kommen konnte, sollte man je darauf verfallen, Matthäus für eine solche Position zu verpflichten. Nicht von ungefähr stammen seine Verträge in den letzten Jahren denn auch aus Ungarn, vom Balkan und derzeit aus Bulgarien.

Möglicherweise hätte man sich bei Poker770 einen deutschen Berater suchen sollen, um nach einem geeigneten Werbeträger zu suchen. Gerade das Beispiel Becker hat ja gezeigt, dass die Beliebtheit eines Sportlers - und über die verfügt Becker auch heute noch - durchaus ausreichen kann, um eine Marke bekannter zu machen. Großartige Ergebnisse des Show-Spielers sind da gar nicht unbedingt notwendig.

Wie Poker770 ausgerechnet auf Matthäus verfiel, ist noch nicht bekannt. Interessant ist aber die erkleckliche Summe von 500.000 Euro, die der Flankenfranke für sein Engagement laut hochgepokert - die die Geschichte zuerst gebracht haben - bekommen soll. Selbst ein relativ kleiner Anbieter scheint also in der Lage, solche Summen mal eben anzubieten, wenn es denn notwendig wird.

Kann man aber ernsthaft erwarten, dass die Spielerzahl bei Poker770 dramatisch ansteigen wird, wenn sich die Geschichte erst einmal herumgesprochen hat? Macht man sich dadurch nicht eher lächerlich? Oder ist hier umgekehrte Psychologie am Werk? War das sogar ein genialischer Schachzug der Verantwortlichen? Schließlich erzielte Big Brother ja u. A. auch deshalb beachtliche Anfangserfolge, weil Slatko nicht wusste, wer Shakespeare war.

Matthäus wird's egal sein. Der Mann, der noch nie den Sand in den Kopf gesteckt hat, muss inzwischen ja gefühlt ein halbes Dutzend Ex-Ehefrauen im Monat abfinden, und mit dem Gehalt eines bulgarischen Nationaltrainers dürfte das nicht ganz einfach sein.

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